By Roland
02 Dec, 2009 7:22 pm
Seit wenigen Minuten gibt Intel einen Ausblick auf die Entwicklung künftiger CPUs und zeigt dabei einen neuen experimentellen Prozessor, der über 48 Rechenkerne verfügt. Intels Technologiechef Justin Rattner hält derzeit einen Live-Cast ab, den ich für euch hier drunter eingebunden habe. Seinen Angaben zufolge handelt es sich um einen ausschließlich zu Forschungszwecken entwickelten Prozessor, dessen Kerne ungefähr auf dem Leistungsniveau der Pentium-Architektur arbeiten. Rattner sprach von einem “Atom-ähnlichen” In-Order-Design, bei dem alle Befehle nach einander verarbeitet werden. Die Vorteile: parallele Datenverarbeitung und hohe Energieeffizienz. Weitere Infos und den Live-Cast gibts nach dem Break
Hier der Live-Cast (es gibt wohl keinen, der sich beschissener einbetten lässt als dieser hier…. FAIL!)
Der 48-Kern-Prozessor wurde von Intels Forschungsabteilunge entwickelt und wird auch als Single-Chip Cloud Computer bezeichnet. Das Besondere ist, dass Intel so viele Rechenkerne auf einem einzigen Chip unterbringt wie noch nie zuvor. Wie sich problemlos errechnen lässt, sind 10 bis 20 Mal so viele Kerne auf dem Chip untergebracht wie bei aktuellen Intel Core CPUs. Mit dem experimentellen Chip, von dem rund 100 Stück im kommenden Jahr an Partner und Forschungseinrichtungen verteilt werden sollen, will Intel die Entwicklung parallelisierter Software, neuen Software-Anwendungen und neuen Mensch-Maschine-Interfaces fördern. Der Chip ist 567 Quadratmillimeter groß und hat 24 Dual-Core-Rechenelemente, die jeweils pber einen eigenen Daten-Router verfügen. Hinzu kommen vier DDR3-Controller, die jeweils bis zu 8 GB Speicher unterstützen. Für alle Kerne stehen insgesamt 384 KB Cache zur Verfügung.
Einige Eigenschaften des experimentellen Chips sollen kurzfristig bei einer neuen Serie von Intel Core-CPUs integriert werden, die über sechs oder acht Rechenkerne verfügen und im Laufe des Jahres 2010 auf den Markt kommen sollen. Der Prototyp hat 48 voll programmierbare Kerne. Für den Austausch von Daten zwischen den Kernen kommt ein 256 Gbps schnelles On-Chip-Netzwerk zum Einsatz. Außerdem sind neue Power-Management-Technologien integriert, die eine besonders hohe Energieeffizienz ermöglichen sollen. Dadurch soll der Chip trotz seiner 48 Kerne mit 25 Watt auskommen. Unter Volllast soll er eine maximale Leistungsaufnahme von 125 Watt haben. Rechnet man dies herunter, so wird deutlich, dass künftige Atom-Chips, deren Design dem experimentellen Prozessor ähnelt, bei 2 oder 4 Kernen unter Volllast mit 5 oder 10 Watt auskommen könnten. Im Normalbetrieb wären nur 1 bis 2 Watt nötig.
Intel will mit dem neuen experimentellen Chip auch erforschen, wie man die zahlreichen Kerne sinnvoll auslasten und mit Aufgaben füttern kann. Letztlich will man so neue Erkenntnisse für die Entwicklung von Mainstream-CPUs sammeln, um letztlich eine neue Art von Computern zu ermöglichen. Diese sollen durch ihre zahlreichen Kerne diverse Aufgaben gleichzeitig bewältigen können, was zusätzliche spezialisierte Prozessoren hinfällig machen würde. Während das Betriebssystem auf einigen Kernen läuft, ließen sich die anderen für weitere Aufgaben nutzen. Als eine Möglichkeit nennt Intel die Bildverarbeitung und 3D-Beschleunigung, Spracherkennung und Verarbeitung zusätzlicher Eingaben.
Der experimentelle Chip wird im 45-Nanometer-Maßstab gefertigt und ist ungefähr so groß wie eine Briefmarke. Durch die Integration von 48 Kernen auf einem Chip, sollen die Wege zwischen den Recheneinheiten stark verkürzt werden, so dass Daten nicht mehr über lange Strecken zur Verarbeitung geschickt werden müssen, sondern ähnliche Aufgaben von nah beieinander liegenden Kernen bewältigt werden können. Ganz nach Bedarf lassen sich die einzelnen Kerne schneller oder langsamer takten oder gar abschalten, so dass je nach Auslastung eine möglichst hohe Effizienz erreicht wird. Zu den Partnern bei der Arbeit an neuen Parallel-Computing-Anwendungen unter Verwendung des neuen 48-Kern-Prozessors gehört auch Microsofts High Performance Computing Abteilung. Diese will den Chip zur weiteren Erforschung von parallelisierter Software nutzen, die auf derartigen Prozessoren künftig verwendet werden kann.
An der Entwicklung des neuen Chips war übrigens auch Intels Forschungseinrichtung im deutschen Braunschweig beteiligt.













