Scott Apeland von Intel beantwortet Fragen zum App Store

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By Roland
08 Dec, 2009 3:52 pm

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Beim Netbook World Summit in Paris hatte ich vor kurzem die Gelegenheit, Scott Apeland, dem Chef des Intel Developer Network, eine Reihe von Fragen zu den Plänen für Intels App-Store für Netbooks zu stellen. Unter anderem kam dabei heraus, Intel keineswegs konkrete Vorgaben für die Art der Anwendungen macht, die im App Store verfügbar sein werden, es kann also von gratis und klein bis riesig und sehr teuer alles dabei sein. Außerdem hat man kein Problem damit, wenn jemand Software aus dem App Store herunterlädt und diese auf einem Gerät mit AMD-CPU einsetzt.

Warum ein App Store für Netbooks?

Warum Intel überhaupt einen App Store bauen will, wird erst auf den zweiten Blick klar. Nach Angaben von Apeland will man auf diesem Weg dafür sorgen, dass Netbooks endlich mit spezieller Software versorgt werden können. Außerdem will man es den Anbietern der verschiedensten Anwendern erleichtern, ein möglichst breites Publikum zu erreichen. Letztlich soll dadurch natürlich auch der Kauf von Netbooks für die Kunden interessanter gemacht werden, was Intel mehr Einnahmen beim Verkauf der Hardware beschert.

Warum der App Store für Netbook-Hersteller und Entwickler interessant ist

apelandDas Konzept das Intel App Store ist so offen gestaltet, dass sowohl für Software-, als auch Hardware-Anbieter der Einstieg möglichst leicht ist. Intel übernimmt für beide Parteien die komplette Back-End-Arbeit und Administration. Der Verkauf der Software wird vollständig über die Plattform abgewickelt, so dass OEM-Hersteller und Entwickler möglichst wenig Arbeit investieren, um sie zu nutzen. Grundsätzlich ist das Programm auch für Internet Service Provider offen, die eigene angepasste Versionen des App Store anbieten wollen. Sie können dadurch ein attraktives Angebot für ihre Kunden schaffen, die zum Beispiel Netbooks mit Breitbandmodulen kaufen. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn Vodafone, O2 & Co bald eigene Varianten des Intel Netbook App-Store starten.

Alles schnell, schnell, schnell!

Die Idee für den App Store kam den Machern von Intel überraschend kurzfristig. So wurde erst im Juli 2009 überhaupt beschlossen, dass man ein solches Angebot schaffen will. Gerade einmal 82 Tage später gab man dann die Verfügbarkeit eines SDK bekannt und informierte die Öffentlichkeit über die Pläne für den App Store. Insgesamt läuft die Arbeit an dem Projekt laut Apeland mit extrem hoher Geschwindigkeit, weshalb man sich mit dem Aufstellen von Regeln zurück halt und ein Großteil der Planung sozusagen “on-the-fly” erfolgt.

Erfolgsprognose? Lieber nicht, aber…

Was die Erfolgsaussichten des Intel App Store für Netbooks angeht, so hält man sich mit Prognosen bisher erstaunlich stark zurück. Es sei letztlich nur schwer abzusehen, wie schnell die Zahl der verfügbaren Anwendungen steigt, so Apeland. Letztlich gehe es auch darum, nicht die Zahl der generell für Netbooks erhältlichen Software-Produkte zu steigern, sondern vielmehr, die Zahl der speziell für Netbooks entwickelten Programme zu erhöhen. Für den Anfang ist man allerdings aufgrund der bisherigen Erfahrungen durchaus hoffnungsvoll.

“Tausende” Entwickler bereits dabei

So sind bereits jetzt mehrere Tausend Entwickler als Teil des Intel Netbook App Developer Programm tätig, erklärte Apeland. Dies sei ein gutes Zeichen, schließlich könnten erst seit kurzem überhaupt Anwendungen zur Veröffentlichung über den App Store eingereicht werden. Das Interesse der Entwickler führt man bei Intel unter anderem darauf zurück, dass das Unternehmen sämtliche Hintergrundarbeiten übernimmt. Die Hürde für einen Einstieg sei also so gering, dass man nicht etablierte Softwareanbieter gewinnen kann, sondern zunehmend auch privat oder in einem sehr kleinen unternehmerischen Rahmen arbeitende Entwickler gewinnen könne.

Mit der für einen späteren Zeitpunkt geplanten Öffnung des App Store für die Verwendung von Silverlight und Adobe AIR als Basis für Anwendungen werde das Interesse weiter zulegen, so Apeland, da dann auch zahlreiche Entwickler Programme anbieten könnten, die bisher ausschließlich Web-Anwendungen geschaffen haben. Bisher sei das Interesse natürlich auf der Seite von Windows etwas größer, schließlich kann das Microsoft-Betriebssystem den Großteil des Marktes für sich beanspruchen. Trotzdem wurden bereits diverse Anwendungen eingereicht, die unter dem ebenfalls unterstützten Moblin arbeiten sollen.

Offen ist Pflicht

Intel will seinerseits keineswegs eine Beschränkung des App Store auf ein bestimmtes Betriebssystem vornehmen, da man dadurch die Erfolgsaussichten ungewollte einschränken könnte. Gleichermaßen ist keinerlei Beschränkung der Kompatibilität geplant, so dass Programme aus dem Intel App Store auch problemlos auf den x86-CPUs anderer Hersteller wie AMD oder VIA laufen werden. Letztlich sind es allerdings die PC-Hersteller, die ihrerseits entscheiden können, welche Anwendungen über die auf ihren System vorinstallierte App Store Software vertrieben werden dürfen. Eine Anwendung kann also auf Dell-Netbooks verfügbar sein, bei Acer aber auf der schwarzen Liste stehen.

Gewinnaussichten?

Was die Art der Programme betrifft setzt Intel jedenfalls keine Grenzen. Letztlich könne jeder alle möglichen Programme anbieten, egal ob monströs und sehr teuer oder eben leichtgewichtig und kostenlos. Das Hauptinteresse sieht Apeland auf Seiten der Kunden vor allem bei kostenlosen Programmen, schließlich entfällt bei anderen App Stores auf 10-Gratis-Download nur ein Bezahlter. Dennoch sieht er gute Chancen für Entwickler, dass sie ihre Software durchaus profitbringend über den Intel Netbook App Store vertreiben können. Dabei sei vor allem die Verwendung eines kombinierten Geschäftsmodells denkbar, bei dem eine kostenlose Basis-Version einer Software später durch eine mit mehr Funktionen ausgerüstete Version Gewinn bringen könne.

PS: Sollten euch noch irgendwelche Fragen welcher Art auch immer zum App Store einfallen, fragt! Wir können bei Herrn Apeland jederzeit nachfragen und umgehend für Antworten sorgen.

PPS: Ich mach eine kurze Rauchpause und trag dann noch Überschriften/Fragen nach, damit das hier ein wenig besser lesbar wird :)

NetbookNews.de ist auf Einladung der Intel Deutschland GmbH in Paris zu Gast. Intel ist einer der Partner des Netbook World Summit.


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  1. testhase says:

    Also ist der App-Store von jedermann herunterladbar und muss nicht zwingend durch den Hersteller/Internetanbieter vorinstalliert werden?
    Welche Zahlungsweisen werden akzeptiert? Kreditkarte, Google Checkout, paysafecard, …?
    Unter welcher Lizenz soll die Software stehen?

  2. Roland says:

    das werd ich auf jeden fall klären, sonst noch fragen?

  3. Markus says:

    Wird der Appstore auch fuer nicht “netbooks” zur verfuegung stehen?
    (Bloede Frage, ich weiss, aber ich wuerde ein Appstore auch fuer den Deskatop moegen).

  4. animatio says:

    ich komme wieder auf meine bisherigen postings zum thema zurück … soll mir erst mal einer stichhaltig erklären, was so speziell an netbooks ist ….. das etwas kleinere display womit überdimesnioniert programmierte menus und interfaces mühe haben ?????? mehr sehe ich nämlich beim besten willen nicht. bei mir läuft exakt die gleiche software auf dem kleinen wie auf den grossen … mit einer ausnahme … software, die spezielle leistung braucht (aber das war schon 20 jahre lang so, also nichts neues)

  5. Matthias says:

    Da denke ich ähnlich wie animatio, praktisch alle Awendungen die auf “dem großen” laufen, sind auch auf meinem Netbook in Anwendung. In letzterzeit merkt man auch, das grade Software welche schon lange auf dem Markt existiert, für Netbook Displays angepasst wurde.

    Der Apps Hype mag für “Spielzeug” Handys wie dem Iphone oder den Android basierten Geräten und Konsorten interessant sein, da diese jeweilige Gerätegattung alle das gleiche OS einsetzen. Bei einem Netbook sehe ich da kein Sinn. Apps, also Programme gibt es auf diesem Planeten in Hülle und Fülle. Aber sollen sie mal machen und nicht nur Töne rausposaunen. Dann lass ich mich gerne eines besseren belehren, ansonsten ist das für mich nur eine weitere Content-Blase des Meet & Greet dieser Netbook World Summit.

  6. Yu says:

    Nutzen hin oder her, ich sehe dem Appstore freudig entgegen. Ich sehe darin eine Chance, etwas zur Paketverwaltung unter Linux ähnliches auch für Windows zu bekommen. Könnte auch die Verwendung von Open Source unter Windows fördern.

    Netbookspezifische Software hingegen ist für mich höchstens für Spiele interessant. Alles andere rennt eh auch am Netbook, was ich verwende.

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