By Roland
05 Jan, 2010 6:03 pm
Nvidias neuer “Chipsatz” ION 2 ist wohl wie erwartet gar kein solcher, sondern lediglich ein modifizierter Zusatzgrafikchip namens GT218. Ich kann mich zwar nicht erinnern, wann Nvidia öffentlich behauptet hätte, es handele sich um einen Chipsatz, aber jedenfalls berichtet SemiAccurate von dem einen oder anderen Marketing-Stunt, der “ION 2″ zu mehr machen soll, als es eigentlich ist – ein einfacher Grafikprozessor.
Den Angaben zufolge soll es zwei Varianten des GT218 für die Verwendung in Kombination mit der Intel Pine Trail Plattform geben. Diese werden als GT218-ION-A3 und GT218-A3 bezeichnet und laufen angeblich bereits seit November von den Fertigungsbändern. Die GT218 ist ein bereits länger verfügbarer DirectX10.1-GPU, der bisher als G210 bzw. G310 vermarktet wird. Nvidia will den Chip nun angeblich als “ION 2″ verkaufen.
Dazu erfährt der Chip einige kleinere Veränderungen. Die Version mit dem ION im Namen soll bei Desktops zum Einsatz kommen, während die ILV-Variante für mobile Endgeräte gedacht ist. In beiden Fällen sind sie für Systeme mit Intel Atom N450, D410 und D510 gedacht. Die Zahl der Rechenkerne wird mit 16 recht niedrig ausfallen. Diese arbeiten mit 535 Mhz Kerntakt, während der Speicher mit 1230 Mhz taktet. Gegenüber den bisher erhältlichen GT210/GT310, die mit 589 Mhz (Kern) und 1402 Mhz (Speicher) arbeiteten erfolgt also eine Verlangsamung um rund 10 Prozent.
Die Desktop-Variante GT218-ION-A3 unterstützt den Angaben zufolge HDMI, DVI, DisplayPort und VGA, wovon jeweils zwei physisch angeboten werden können. Die mobile Ausgabe GT218-ILV-A3 unterstützt LVDS sowie jeweils einen HDMI, DVI, DisplayPort, SL oder VGA-Anschluss. Das Leistungsniveau soll bei über 900 Punkten in 3DMark Vantage liegen, wobei dieser Wert angesichts deutlich geringerer Ergebnisse bei den eigentlich schnelleren älteren Varianten für normale Desktops mit Vorsicht zu genießen sein soll.
Die neuen “ION 2″-GPUs kommen nicht ohne eigenen Speicher aus, was den angeblich trotz gestiegener Leistung zu verzeichnenden geringeren Energiebedaf doch etwas fraglich erscheinen lässt. Die neuen Chips benötigen unter Last angeblich “nur” 12 Watt, Idle sollen es unter 5 Watt sein, wobei in beiden Fällen der Energiebedarf des Speichers nicht berücksichtigt wird. Dieser dürfte bei 4-5 Watt liegen, heißt es weiter, so dass wir letztlich nur noch einen Vorteil von 1 bis 2 Watt gegenüber der “alten” Kombination aus Intel Atom N270 und Nvidia ION mit ihren 18 Watt verzeichnen können.
Da die neuen Chips aber anders als die ersten IONs keine wirklichen Chipsätze mit integrierter Grafik sind, sie also deutlich weniger Aufgaben zu erledigen haben, scheint die Ingenieursleistung in Sachen reduzierter Stromverbrauch sich auf Marketing-Materialien zu beschränken. Dass es sich um eine GPU und keinen Chipsatz handelt, macht auch die Bezeichnung der Chips deutlich. Heißen Nvidias Chipsätze wie die alten IONs grundsätzlich MCPsonstwas ist hier von einer GTundsoweiter die Rede. Auch die Anbindung an den Intel Chipsatz NM10 Tiger Point über einen 1x PCIe2-Link macht deutlich, dass es sich um einen Zusatzchip handelt.
Letztlich muss auch erwähnt werden, dass Nvidia die Anbindung über den PCIe2 1x-Link angeblich durch “Bandbreitenoptimierung” verbessert, was nichts anderes ist als eine einfache Übertaktung, die wiederum den Strombedarf des Gesamtpakets steigen lässt. ION 2 ist also “nichts weiter” als ein GT218-Grafikchip, der bereits als GT210 und GT310 bei Desktop-Systemen im Einsatz ist und via PCIe2 1x Anbindung mit dem eigentlichen Chipsatz von Intel verbunden wird. Dies alles klingt nicht unbedingt positiv, war aber zu erwarten, schließlich war klar, dass Nvidia keinen neuen eigenen Chipsatz für die neuen Intel Atom Pineview Prozessoren mit integriertem Speichercontroller und Grafikkern anbieten kann.
Quelle: SemiAccurate via NetbookChoice











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