By Sascha
25 Jan, 2010 11:40 am
ION, der Porsche unter den Trabbis
Die Grafikkarte ist kurz ausgedrückt anspruchsvoll: mit den richtigen Einstellungen kann man durchaus Spaß selbst in modernen Spielen haben, aber bis man diese mal herausgefunden hat, kann einiges an Zeit vergehen. Dank dedizierten 256 MB Speicher, muss kein Speicher vom System abgezweigt werden, was sich im Vergleich zu anderen Lösungen auch deutlich positiv auf die Performance auswirkt, gespart hat NVidia an den Shadern und an der Bus-Geschwindigkeit.
Dank HDMI kann man das Bild ohne Qualitätsverlust auch auf größeren Monitoren oder auf Full-HD-Fernsehern anzeigen, hierbei sollte man nur beachten, dass die Karte die Wiederholfrequenz auf den internen und externen Bildschirm aufteilt, so dass das aktive Nutzen beider Bildschirme sehr schnell die Performance in den Keller zieht. Ich empfehle außer bei normaler Desktop-Arbeit die Darstellung auf eines der beiden Bildschirme zu beschränken. Wer aber mal sein Lieblingsspiel bei voller HD-Auflösung auf 1m Bildschirmdiagonale gespielt hat, lernt diese exklusive Anschlussmöglichkeit schnell zu schätzen. Nach Installation der NVidia HD-Audio Treiber, gibt es zum Bild sogar auch noch Ton.
Durch die schnelle GeForce 9400, kann das Gerät problemlos und vollkommen ruckelfrei HD-Filme inklusive 1080p darstellen und auf externe Monitore bringen, während sich dabei die CPU mit ca. 15% Auslastung eher langweilt. YouTube versagt allerdings bei höheren Auflösungen wegen der offensichtlich noch sehr fehlerhaften Flash 10 Unterstützung. Hier kann man nur auf Abhilfe durch Adobe oder Google hoffen, bis dahin bleibt man auf die non-HD Auflösung beschränkt. Wer sein Netbook schon immer mal als Abspielgerät für Filme nutzen wollte, wird mit dem 1201N voll zufrieden sein, sofern man den in leisen Passagen hörbaren Lüfter ertragen kann.
Zocken bis der Akku brennt
Die Spiele-Performance wie schon angedeutet ist gemischt. Generell sollte man für alle Spiele erstmal die niedrigste, mögliche Qualitätseinstellung auswählen und dann selektiv aufdrehen. Da die Karte in einigen Bereichen sehr flott, in anderen aber sehr langsam ist, kann es sein das eine einzelne Einstellung zwischen völlig unspielbar und absolut flüssig unterscheidet. Generell kann die Karte durch den dedizierten 256MB Speicher so wie schnelle Polygon-Verarbeitung auch bei hohen Auflösungen punkten, die Shader und die Datenübertragung allerdings ist eher beschränkt, was Shader-Effekte oder Schattenberechnung nur eingeschränkt nutzbar macht.
Die folgenden Spiele wurden alle auf einem 1980×1050 Full-HD Fernseher getestet, und laufen auf dem nativen Bildschirm nur geringfügig schneller.
Dark Age of Camelot, als recht altes Spiel mit hoher Polygonzahl und wenig Effekten, bringt die Grafikkarte schon ins schwitzen, ist aber im Single-Player oder kleinen Gruppen in den meisten Gebieten im spielbaren 40 fps Bereich, während die CPU bei 60% unterbeschäftigt bleibt. Eve Online bringt die Karte durch die per default hoch eingestellten Shader-Effekte schnell zum Ächzen, ist dann aber mit reduzierter Einstellung zwar optisch nicht die Wucht, aber durchaus flüssig. Die aber gelegentlich ausufernden Berechnungen (beispielsweise beim Anzeigen von Marktdaten) lasten die CPU häufig bis über die Grenzen aus, was für auch mal längere Pausen sorgt.
World of Warcraft ist durchaus spielbar, bei zu vielen Spielern rutscht die fps-Zahl allerdings schon mal in den Bereich unter 20. Singleplayer und Gruppenspiel ist möglich, anspruchsvollere Raids können hier aber schon zur Diaschau werden. Zu guter Letzt lässt sich Diablo 2 im Glide-Wrapper Modus auch bei angenehmen 50 fps auf einem riesigen Fernseher genießen, bei falschen Einstellungen fällt die fps aber sehr schnell auch mal auf unspielbare Werte.
Von wirklich anspruchsvollen Spielen wie Call of Duty 2, Borderlands (Unreal 3 Engine) oder Dragon Age kann ich nur abraten. Entweder man dreht die Qualität so weit runter, dass man schon gar nicht mehr auf den Bildschirm gucken möchte, oder man darf sich anhand eines Dia-Vortrags durch die Welt hangeln, zudem steht man mangels DVD-Laufwerk gelegentlich schon vor einer Herausforderung das Spiel überhaupt zu starten. Als Faustregel würde ich sagen: was auf einer GeForce 7600GT geht, geht auch auf dem 1201N mit den richtigen Einstellungen. Als Gaming Ersatz für den PC zu Hause, ist das Netbook jedenfalls definitiv nicht geeignet, eher als mobile Lösung wenn man mal nicht zu Hause ist oder generell keine anspruchsvolleren Spiele spielt.
Call of Duty Modern Warfare 2 auf dem Eee PC 1201N
Fazit
Das Asus 1201N ist mit Sicherheit kein Netbook für jedermann. Man sollte sich vor dem Kauf sehr genau überlegen, was man von so einem Gerät erwartet und ob dieses Netbook die Erwartungen erfüllt, denn der Preis liegt nicht mehr so weit von aktuellen Gaming-Notebooks/-Desktops entfernt. Gelegenheits-Mobile, Filmegucker und Gelegenheits-Zocker dürften mit dem Netbook eine gute, mobile Alternative zum heimischen PC haben, wer sich aber an geringer Verarbeitungsqualität, kurzen Akkulaufzeiten oder lauten Lüftern stört, wird mit dem Gerät definitiv keine Freude haben. Für Power-User und -Zocker ist das Gerät überhaupt nicht geeignet, hier sollte man sich überlegen ob man nicht eher ins hohe Laptop-Preissegment geht und eine „echte“ GeForce 9600GT anpeilt.
Der ASUS Eee PC 1201N kann bei Amazon zum Preis ab 449 Euro bestellt werden














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