By Roland
25 Jan, 2010 6:07 pm
Wo geht’s in diesem Jahr hin mit dem Markt für Netbooks und andere mobile Endgeräte wie Tablets, E-Reader & Co? Diese Frage stellen sich nicht nur die Kunden, sondern natürlich auch die großen Konzerne, die sich dabei genauestens auf die Finger schauen. Wird Apples Tablet ein Erfolg? Wie können andere Hersteller den wie so oft fast schon vorgezeichneten Siegeszug des Apple-Produkts wiederholen, oder zumindest davon profitieren?
Wo bleiben die Netbooks dabei und wollen wir wirklich mit Mini-Tables umherstapfen, oder verlaufen sich die Hersteller derzeit nur wieder in einer kollektiven Illusion? Welche Rolle spielen Google und Microsoft als Softwarelieferanten? Auch der Netbook-Pionier ASUS hat zu all dem eine Meinung und wer könnte diese besser Kundtun als Firmenchef Jonney Shih himelf? Silicon hat mit Shih gesprochen
Was Tablets betrifft, so glaubt ASUS noch nicht so recht an den derzeit herrschenden Hype bzw. die Vorfreude auf Apples angeblich revolutionäres Tablet, das einmal mehr den Markt komplett durcheinander wirbeln soll. ASUS hat jedoch wie HP und viele andere Anbieter, bereits ein Tablet-Konzept in der Schublade, schließlich schwirren die Gerüchte um das “iTablet” ja mittlerweile schon seit etlichen Monaten durch die täglichen Computer-”News”.
Heute ergibt die Einführung eines Tablets für ASUS keinen Sinn, weil es noch an Inhalten mangelt. Shihs Prognose lautet daher: so lange es keine leicht zugänglichen Vertriebsplattform für Bücher, Musik, Videos, Spiele und andere an Tablets angepasste Inhalte gibt, wird’s nix mit dem ASUS Tablet. Nach Meinung von Shih wird es recht bald große App Stores und Content-Marktplätze von Firmen wie Apple, Google und Microsoft geben, die jeweils Inhalte und speziell angepasste Software für Tablets in ihrem Ökosystem anbieten. Noch seien die derzeit verfügbaren Inhalte nicht attraktiv genug, sagte er weiter.
ASUS arbeitet bekanntermaßen auch an Smartbooks (in Deutschland eine Marke der Smartbook AG), die eine weitere Produktkategorie zwischen Netbooks und Smartphone bilden sollen. Auch in diesem Fall gibt sich das Unternehmen laut Shih konservativ und will erst einmal abwarten, bis die richtigen Marktbedingungen gegeben sind. Natürlich hat man auch bereits für Smartbooks erste Prototypen in den hauseigenen Entwicklungslaboren. Geplant sind definitiv Geräte mit Googles Android und Chrome OS, auf Windows CE oder Windows Mobile will ASUS offenbar erst einmal verzichten. Den Anfang macht man wahrscheinlich mit Android, bis dann später Smartbooks mit Chrome OS folgen, so Shih.
Android ist für ihn vor allem deshalb interessant, weil nur sehr geringe Kosten für den Hardwarehersteller entstehen. Für Chrome OS gilt das Gleiche, wobei dieses besser für größere Displays ausgelegt ist und mit mehreren Programmfenstern arbeiten kann. Eine Hürde sieht Shih für Chrome OS allerdings: da die Anwendungen aus dem Internet bezogen werden müssen, wird fast durchgehend Internet-Konnektivität benötigt. Diese ist nicht immer gegeben, was die Arbeit mit einem Chrome OS-Netbook oder Smartbook merklich erschweren könnte. Es sei zwar ständig von Cloud Computing die Rede, wirklich massentauglich seien die Ansätze noch nicht, obwohl die Netzabdeckung für mobile Breitbandzugänge derzeit immer besser werde.
Für die fernere Zukunft geht der ASUS-Boss davon aus, dass sich Netbooks und Smartbooks zu “anziehbaren”, biegsamen und berührungsempfindlichen Displays mit eingebauten Rechnern entwickeln. Diese könnte man wie eine Uhr anlegen, wie es von ASUS bereits anlässlich der CES anhand der WaveFace-Konzepte gezeigt wurde. Entsprechende Geräte sollen binnen fünf Jahren verfügbar sein und haben dann Touch-Funktionalität sowie Sprach- und Gestenerkennung, die sie intuitiver bedienbar machen. Eigentlich eine sehr interessante Vision, aber ob es wirklich so schnell gehen wird? Was meint Ihr?
Quelle: Silicon













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