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Hybrid-Grafik für Netbooks: Was an Nvidia Optimus neu ist

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09 Feb, 2010 8:36 pm

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001055228Nvidia hat, während ich gerade mal wieder Nachschub für unsere Hands-on-Videos besorgt habe, seine Hybrid-Grafiktechnologie Optimus offiziell vorgestellt. Wie üblich wurden ausgesuchte Journalisten schon vorab ausführlichst gebrieft, weshalb ich hier die Chance nutzen möchte, euch auf Basis eines sehr ausführlichen Berichts von AnandTech zu erläutern, was Nvidia Optimus von bisher üblichen Hybrid-Grafiktechnologien unterscheidet. Grundsätzlich soll Optimus dafür sorgen, dass lange Akkulaufzeiten und hohe Grafikleistung künftig bei Netbooks und Notebooks einander nicht mehr gegenseitig unmöglich machen. Achtung, es wird sehr umfangreich :)

Nvidia Optimus soll praktisch alle Probleme der bisher üblichen Ansätze für Hybrid-Grafik ausräumen. Künftig ist also keine manuelle Umschaltung zwischen dem Zusatzgrafikchip und der Chipsatzgrafik bzw. dem in neuen CPUs enthaltenen Grafikkern mehr notwendig. Außerdem können Anwendungen den Umschaltprozess zumindest theoretisch nicht mehr blockieren. Auch die fünf bis zehn Sekunden lange Verzögerung beim Umschalten fällt weg. Die Umschaltung zwischen IGP und GPU dauert nur noch rund 200 Millisekunden, was der Nutzer nicht einmal bemerkt, da sie Teil des Startprozesses von Anwendungen ist. Weiterhin kommt es nicht mehr zu einem Flackern des Displays.

Nvidia Optimus

Der größte Teil der Arbeit musste bei Optimus von Nvidia in die Software investiert werden. Die Umschaltung wird nun mit Hilfe einer Software-Lösung durchgeführt, indem der Treiber bei jeder Anwendung prüft und entscheidet, ob die integrierte Grafiklösung oder doch besser der Zusatzgrafikchip genutzt werden sollte. Kann ein Programm von der GPU profitieren, wird diese binnen der erwähnten 200 Millisekunden aktiviert. Die GPU übernimmt dann die nötigen Aufgaben, wobei die Daten vom Frame Buffer der GPU über den PCI Express Bus in den Frame Buffer der IGP kopiert werden. Dadurch kann Nvidia das Flackern des Bildschirms verhindern. Der Nutzer braucht sich außerdem keine Sorgen darüber machen, ob die Treiber für die integrierte Grafiklösung aktuell sind, da ausschließlich Standard-Anfragen an Programmierschnittstellen nötig sind. Noch hält sich Nvidia mit konkreten Details etwas bedeckt, weil man die entsprechende Technologie patentieren lassen will.

Nvidia will nach eigenen Angaben bei Optimus das Prinzip der Hybrid-Autos auf Grafikprozessoren anwenden. Der Nutzer braucht eigentlich gar nicht wissen, ob gerade die IGP oder die GPU aktiv ist, denn alle nötigen Prozesse laufen im Verborgenen ab. Der große Vorteil von Optimus ist, dass abgesehen vom Grafikchip keine zusätzlichen Hardware-Bauteile benötigt werden. Die Notebook- und Netbook-Hersteller können daher stets die gleiche Platine verbauen, sich aber die Option auf einen Zusatzgrafikchip offen halten. Es fallen zudem eventuelle Entwicklungskosten für die Integration von speziellen Umschaltungs-Chips weg und es gibt keine Probleme mit Störfrequenzen und ähnlichem. Der Aufwand für eine breite Einführung von Produkten mit Optimus-Unterstützung ist daher erstaunlich gering.

Nvidia Optimus

Zwar fanden die meisten Neuerungen für Optimus im Bereich der Software statt, doch eine wichtige Veränderung gibt es in Sachen Hardware ebenfalls. So verfügen die für die Nutzung mit Optimus bestimmten Grafikprozessoren des Unternehmens über die so genannte “Optimus Copy Engine”. Diese verhindert, das die 3D Engine der GPUs bei der Datenverarbeitung Pausen einlegen muss, während die zuvor verarbeiteten Daten über den PCI Express Bus in den Frame Buffer der IGP kopiert werden. Dies würde zu einer reduzierten Leistung führen, weshalb man die Copy Engine so gestaltet hat, dass sie asynchron von der restlichen Grafik-Engine arbeitet. So kann die 3D-Engine stets bereits weitere Frames verarbeiten, während die Daten unabhängig davon gleichzeitig von der Copy Engine übertragen werden.

Letztlich ergibt sich durch diese Lösung dennoch ein leichter Leistungsverlust gegenüber dem nativen Rendering der Grafik mit direkter Ausgabe ohne den Umweg über die integrierte Grafiklösung. Nach Angaben von Nvidia sind rund fünf Prozent Verlust möglich, was aber mit Blick auf die großen Kostenvorteile hinnehmbar ist. Das Kopieren eines Frames dauert ungefähr ein Fünftel der Zeit, die zur Anzeige des Frames nötig ist, so dass eine Latenz von rund drei Millisekunden entsteht. Grundsätzlich ist die Hardware-Seite von Optimus eigentlich recht simpel, werden alle Daten doch einfach über die entsprechenden Schnittstellen der integrierten Grafiklösung geschleust.

Der wichtigste Part der Software-Seite von Optimus ist die Erkennung von Anwendungen, damit der Treiber überhaupt weiß, ob nun die integrierte Grafik oder der Zusatzgrafikchip genutzt werden sollen. Wie bisher schon üblich werden Profile verwendet, um jeweils die richtigen Einstellungen für jedes Programm abzurufen. Bisher erkennt Optimus Anwendungen anhand des Namens ihrer ausführbaren Datei, doch in einigen Fällen reicht dies allein nicht aus. So müssen zum Beispiel Flash-Videos separat erkannt werden, damit der zusätzliche Grafikprozessor seinen Vorteil in diesem Bereich ausspielen kann. Flash 10.1 Beta vorausgesetzt, kann die GPU so dafür sorgen, dass auch hochaufgelöste Flash-Videos problemlos wiedergegeben werden können. Optimus aktiviert immer dann den dedizierten Grafikchip, wenn die Beschleunigung über DirectX, DirectX selbst oder CUDA gebraucht werden.

Nvidia Optimus

Bei Bedarf kann man sogar selbst dafür sorgen, dass Optimus bei bestimmten Anwendungen den Zusatzgrafikchip anschmeißt. Dazu muss man ledigliche in Profil anlegen, das auf den Dateinamen der entsprechenden Anwendung verweist, so dass beim nächsten Start Optimus genutzt wird. Insgesamt stellt Nvidias Optimus wohl die bisherige Spitze der Entwicklung in Sachen Hybrid-Grafik dar. Das Unternehmen hat ASUS bereits als Partner gewinnen können, weshalb bereits einige Systeme mit Optimus von den Taiwanern angekündigt wurden. Noch wurden keine Netbooks angekündigt, doch Nvidia hebt explizit hervor, dass auch der Intel Atom N4xx und die weiteren Pine Trail Prozessoren sowie ION 2 unterstützt werden. In den kommenden Monaten dürften wir uns also auch über Netbooks mit Optimus freuen.

Quelle: AnandTech

  • Feryl

    Hört sich doch super an. Auf jeden Fall ein super Schritt um Notebooks/Netbooks zu verbessern und vielseitiger zu machen. So schließt hohe Grafikleistung lange Akkulaufzeiten nicht mehr aus. Finde ich eine geniale Idee. Mit der Ausführung ohne das man etwas merkt noch viel besser.

    Sowas würd ich gerne in meinem nächsten Notebook/Netbook drinhaben.

  • Feryl

    Hört sich doch super an. Auf jeden Fall ein super Schritt um Notebooks/Netbooks zu verbessern und vielseitiger zu machen. So schließt hohe Grafikleistung lange Akkulaufzeiten nicht mehr aus. Finde ich eine geniale Idee. Mit der Ausführung ohne das man etwas merkt noch viel besser.

    Sowas würd ich gerne in meinem nächsten Notebook/Netbook drinhaben.

  • what he

    mann sollte es schon beeinflussen können, da man ja auch cuda-votgänge nicht immer mitbekommt, im Gegensatz zu einer Grafikberechnung.

  • what he

    mann sollte es schon beeinflussen können, da man ja auch cuda-votgänge nicht immer mitbekommt, im Gegensatz zu einer Grafikberechnung.

  • Zoar

    find ich gut so Tech-Artikel, mehr davon! :)

  • Zoar

    find ich gut so Tech-Artikel, mehr davon! :)

  • dumdidum

    Klingt zwar ganz durchdacht, nur dass man Hardware durch Software ersetzt, finde ich an der Lösung bedenklich. Ohne Windows und einen (vermutlich) hochkomplexen Treiber geht dann gar nichts (zumindest keine Beschleunigung – immerhin dürfte in einem solchen Fall zumindest die IGP sauber laufen).

  • dumdidum

    Klingt zwar ganz durchdacht, nur dass man Hardware durch Software ersetzt, finde ich an der Lösung bedenklich. Ohne Windows und einen (vermutlich) hochkomplexen Treiber geht dann gar nichts (zumindest keine Beschleunigung – immerhin dürfte in einem solchen Fall zumindest die IGP sauber laufen).

  • Dominik

    Ich träume schon wieder von einem 10″ Netvertible mit Grafikleistung und Akku ohne ende.
    Das dauter aber mit Sicherheit wieder ein halbes Jahr bis es die ersten netbook nach Deutschland schaffen.

  • Dominik

    Ich träume schon wieder von einem 10″ Netvertible mit Grafikleistung und Akku ohne ende.
    Das dauter aber mit Sicherheit wieder ein halbes Jahr bis es die ersten netbook nach Deutschland schaffen.

  • http://www.nc10-support.de/ Neo

    Vorrausgesetzt die Praxis weicht nicht allzusehr von der Theorie ab, ist das äußerst beeindruckend, was NVidia da bastelt ! :)

  • http://www.nc10-support.de Neo

    Vorrausgesetzt die Praxis weicht nicht allzusehr von der Theorie ab, ist das äußerst beeindruckend, was NVidia da bastelt ! :)

  • Karsten

    Klingt für mich nach einer unglaublichen Flickschusterei im Windowstreiberdesign, sollte NVIDIA tatsache so blumig hinkriegen wie sie es hier beschreiben wär ich echt beeindruckt.

    Richtig beeindruckt wär ich aber wenn das ganze in Zusammenarbeit der Hersteller passiert wäre, will nicht wissen auf welche Art sie dem closed source intel Treiber ihre Renderings ins RAM pressen wollen

  • Karsten

    Klingt für mich nach einer unglaublichen Flickschusterei im Windowstreiberdesign, sollte NVIDIA tatsache so blumig hinkriegen wie sie es hier beschreiben wär ich echt beeindruckt.

    Richtig beeindruckt wär ich aber wenn das ganze in Zusammenarbeit der Hersteller passiert wäre, will nicht wissen auf welche Art sie dem closed source intel Treiber ihre Renderings ins RAM pressen wollen

  • blubb

    wetten dass das patent durchget obwohls nur bereits verfuegbares nachimplementiert?
    http://www.kegetys.net/SoftTH/

  • blubb

    wetten dass das patent durchget obwohls nur bereits verfuegbares nachimplementiert?
    http://www.kegetys.net/SoftTH/

  • Freeeak

    Klingt super :) Mal sehen was ASUS demnächst so für Eee PC´s bastelt ;)

  • Freeeak

    Klingt super :) Mal sehen was ASUS demnächst so für Eee PC´s bastelt ;)

  • guy

    das ganz klingt ja recht interesant. dennoch bringt es immer noch keinen guten grafikchip in ein netbook. denn der energieverbrauch bzw der kühlaufwand für eine dedizierte gpu mit anständig leistung verringert sich ja dadurch nicht wirklich. darüber hinaus finde ich es gut kontrolle darüber zu haben welchen grafikchip meines acer timeline 3810tzg ich gerade verwende. wer weiss wie gut die anwendungserkennung des grafiktreibers funktionieren wird und wie kompliziert dieser treiber tatsächlich sein wird.

  • guy

    das ganz klingt ja recht interesant. dennoch bringt es immer noch keinen guten grafikchip in ein netbook. denn der energieverbrauch bzw der kühlaufwand für eine dedizierte gpu mit anständig leistung verringert sich ja dadurch nicht wirklich. darüber hinaus finde ich es gut kontrolle darüber zu haben welchen grafikchip meines acer timeline 3810tzg ich gerade verwende. wer weiss wie gut die anwendungserkennung des grafiktreibers funktionieren wird und wie kompliziert dieser treiber tatsächlich sein wird.

  • duschendestroyer

    toll das wird in software gemacht…
    ihr wisst schon was das für linux bedeutet?

  • duschendestroyer

    toll das wird in software gemacht…
    ihr wisst schon was das für linux bedeutet?

  • Karsten

    > ihr wisst schon was das für linux bedeutet?

    Ich wäre da nicht zu vorschnell, NVIDIA hat mit vdpau viel Arbeit unter Linux geleistet, glaube nicht das sie es vollkommen absägen würden.
    Zumal sie da den Inteltreiber offen analysieren können, denke das dürfte da genauso möglich sein und somit sogar über Tricks KMS für den closed source NVIDIA Treiber bringen.

    Trotzdem gefällt mir entweder richtiges umschalten samt Ausgänge oder eine saubere Zusammenarbeit der Hersteller hier besser, NVIDIA scheint hier wiedermal nicht zu einer Zusammenarbeit bereit

  • Karsten

    > ihr wisst schon was das für linux bedeutet?

    Ich wäre da nicht zu vorschnell, NVIDIA hat mit vdpau viel Arbeit unter Linux geleistet, glaube nicht das sie es vollkommen absägen würden.
    Zumal sie da den Inteltreiber offen analysieren können, denke das dürfte da genauso möglich sein und somit sogar über Tricks KMS für den closed source NVIDIA Treiber bringen.

    Trotzdem gefällt mir entweder richtiges umschalten samt Ausgänge oder eine saubere Zusammenarbeit der Hersteller hier besser, NVIDIA scheint hier wiedermal nicht zu einer Zusammenarbeit bereit

  • Yu

    @ Karsten: Die Erfahrung mit NVidia ION lässt aber auch nicht eben auf Kooperationswillen seitens Intel hoffen.

  • Yu

    @ Karsten: Die Erfahrung mit NVidia ION lässt aber auch nicht eben auf Kooperationswillen seitens Intel hoffen.

  • Tom

    Find ich auch nen richtig guten Ansatz, die Technologie!

    Ähnliches sollte man mit dem Prozessor machen….zwee N270/280/450/was-auch-immer rein und je nach Anwendung Single oder Dual benutzen :-)
    aber ob das auch “so einfach” umzusetzen ist, ist natürlich die andere frage……

  • Tom

    Find ich auch nen richtig guten Ansatz, die Technologie!

    Ähnliches sollte man mit dem Prozessor machen….zwee N270/280/450/was-auch-immer rein und je nach Anwendung Single oder Dual benutzen :-)
    aber ob das auch “so einfach” umzusetzen ist, ist natürlich die andere frage……

  • Yu

    @ Tom: Dürfte die Kosten ordentlich steigern denke ich. Zumal Dualcorevarianten in Netbooks eine direkte Konkurrenz zu Ultrathins mit CULV sind, Intel wird das also sicher nicht fördern.

  • Yu

    @ Tom: Dürfte die Kosten ordentlich steigern denke ich. Zumal Dualcorevarianten in Netbooks eine direkte Konkurrenz zu Ultrathins mit CULV sind, Intel wird das also sicher nicht fördern.

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