By Roland
26 Feb, 2010 4:20 pm
Steffen vom Mobilkrokodil hat es tatsächlich gewagt und ein Smartbook geordert. Nein, kein Smartbook nach Definition von Qualcomm, Lenovo & Co, sondern _das_ Smartbook von der gleichnamigen deutschen Firma, die seit geraumer Zeit versucht, ihre Marke einerseits zu verteidigen, andererseits aber auch meistbietend an den Mann zu bringen. Das Smartbook ZENiD GC genannte Gerät hatte ich euch vor einiger Zeit schon einmal vorgestellt und dabei auch auf dessen chinesische Herkunft verwiesen. Es handelt sich nämlich um nichts weiter als das günstigste 10-Zoll-Netbook der Welt mit Intel Atom-CPU, das in China unter der Bezeichnung S30 bzw. S40 zu Preisen ab 140 US-Dollar (umgerechnet gerade einmal gut 100 Euro) an Endkunden vertickt wird. Wie schlägt sich das China-Netbook mit dem großen deutschen Namen nun also im Test? Nur so viel vor dem Break: SCHLECHT. Zumindest weitestgehend.
Die billigen Materialien und die nicht sehr sorgfältige Verarbeitung fielen Steffen sofort auf. So gibt das Gehäuse an vielen Stellen leicht nach und die Spaltmaße an Akku und Scharnieren sind unterschiedlich groß. Greift man das Gerät an der Vorderseite, drückt der Deckel auf die Maustasten. Das recht helle Display mit seiner ebenfalls ganz guten Farbdarstellung hatte beim Testgerät einen Pixelfehler und offenbar gab es Unregelmäßigkeiten in der Bilddarstellung, die nur aus einem spitzen Winkel betrachtet auffallen.

Bei der Tastatur sieht es leider ebenfalls enttäuschend aus. Die Anordnung der Tasten bezeichnet Steffen als “seltsam”, denn die rechte Fn- und Strg-Tasten sind vertauscht, während “Ende” eine eigene Taste belegt. Außerdem trägt die Return-Taste gleich zwei Pfeile, wobei die Zusatzfunktionen kaum von den Standard-Belegungen zu unterscheiden sein sollen. Mit dem Finger kann die Tastatur mit wenig Kraft gehoben werden. Die Maustasten machen durch ein lautes Klicken auf sich aufmerksam, geben aber nicht jedes Drücken auch an das Betriebssystem weiter. Laut Steffen kam schnell reichlich Frust auf.

Auch der Akku konnte mit seinen drei Zellen kaum überzeugen. Beim Volllast-Test mit eingeschaltetem WLAN war nach 1:23 Stunden der Saft alle und im Normalbetrieb läuft das Smartbook ZENiD GC ebenfalls nur 2,5 Stunden. Der Lüfter schaltet sich nach rund fünf Minuten ein und versucht dann recht laut die warme Luft aus dem Gehäuse zu schaffen, wobei die Unterseite noch immer sehr warm bleibt. Interessant ist auch, dass die Festplatte nur durch den Anschluss an ihrem Platz gehalten wird. Bei unvorsichtigem Umgang könnte das Laufwerk einfach vom Stecker abrutschen und dann nicht mehr einsatzfähig werden.

Einzig beim Benchmark-Test gab es zwischenzeitliche Lichtblicke. So erreichte das China-Netbook beim TEst mit PassMark 242,6 Punkte, während der ebenfalls mit einer Intel Atom N270-CPU ausgerüstete ASUS Eee PC 1005HA-M nur auf 205,5 Punkte kam. Beim Test mit 3DMark2006 lag der 1005HA-M mit 125 Punkten dann plötzich wieder weit vor dem Smartbook ZENiD GC, das nur 84 Punkte erzielte. Warum so unterschiedliche Ergebnisse zustande kamen, ist unklar, die Resultate ließen sich jedoch reproduzieren. Insgesamt bietet das Gerät der Kölner Smartbook AG also nur enttäuschen wenig Netbook für den recht hohen deutschen Preis von 299 Euro. Mich persönlich überrascht dies überhaupt nicht.
Hier geht’s zum ausführlichen Test des Smartbook ZENiD GC bei MobiCroco


Quelle: MobiCroco












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