By Roland
02 Mar, 2010 12:05 pm

Pünktlich zum Fall der Mauer – der NDA-Schweigemauer – dürfen wir euch endlich ausführlich über die neue Generation von Nvidias ION aufklären. Wie bereits vermutet, bleibt es bei dem bekannten Namen, es wird also keine “2″ hinzugefügt. Auch wenn Nvidia ION weiterhin Nvidia ION heißt, handelt es sich bei der neuen Version um einen Zusatzgrafikchip vom Typ Nvidia GT218, der in Kombination mit der Optimus-Technik für die lastorientierte Umschaltung zwischen integrierter und Zusatzgrafik zum Einsatz kommt. Nvidia will zwei Varianten anbieten, die sich durch die Zahl der Shader-Einheiten unterscheiden. Die Variante für Netbooks bis maximal 10 Zoll Display-Diagonale kommt mit nur 8 Shader-Units daher, was auch die etwas enttäuschenden ersten Benchmark-Ergebnisse erklärt. Die Variante für alles darüber, also 12-Zoll-Netbooks und Nettops, hat ganze 16 Shader-Einheiten und sollte daher deutlich mehr “Bumms” bieten können.
UPDATE: Mittlerweile liegen uns auch Angaben zu den “Verbrauchswerten” der beiden neuen ION-Varianten vor. Die “kleine” Version mit ihren 8 Shadern soll eine Verlustleistung von 6 Watt haben, während die “große” Ausgabe mit den 16 Shader-Units sportliche 13 Watt benötigt. Wirklich sparsam ist der Chip also nicht, weshalb die Verwendung in Netbooks und anderen sparsamen Rechnern ohne Optimus-Technik sinnfrei wäre. Wer die im folgenden gezeigten Grafiken genau betrachtet, stellt fest, dass für die “große” Version bei Nettops offenbar auf die Verwendung von Optimus verzichtet werden soll, also gar keine Umschaltung stattfindet! Nvidia hat netterweise auch noch ein schickes Video online gestellt, in dem man die eigenen Errungenschaften wie es sich gehört in den Himmel lobt. Das Video gibt’s gaaanz unten am Ende der News. /UPDATE
Wie bereits vorab berichtet, wird der neue Nvidia ION zusätzlich zu den neuen Intel Atom “Pineview” Prozessoren mit deren integrierter GMA3150-Grafiklösung und dem dazugehörigen NM10-Chipsatz verbaut. Über den Optimus-Treiber wird dann lastorientiert zwischen integrierter und zusätzlicher Grafiklösung umgeschaltet.
Der Nvidia-Chip ist über den PCI-Express-Bus an den Chipsatz angebunden und hat einen eigenen DDR3-Grafikspeicher. Die Bildausgabe erfolgt bei Bedarf natürlich auch per HDMI. Die Versorgung des Netbook-Displays läuft natürlich über den nur noch als Display-Controller agierenden Chipsatz des jeweiligen Geräts.
Nvidia behauptet übrigens vollmundig, dass man unabängig von der gerade verwendeten Grafiklösung die “gleiche Akkulaufzeit” erreichen kann. Es dürfte jedoch stark davon abhängen, welche Aufgaben man gerade durchführt, da der Zusatzgrafikchip doch deutlich mehr Energie benötigen dürfte als die intergrierte Grafiklösung von Intel. In Sachen Leistung gibt man sich ebenfalls selbstbewusst und verspricht ein bis zu vier Mal schnelleres Arbeiten mit dem vReveal Video-Enhancer und siebenfach schnellere Video-Umwandlung – immer im Vergleich zur Pineview-eigenen GMA3150-Grafik. Außerdem soll Nvidia ION in der neuen Generation genügend Leistung haben, um “besonders beliebte Spiele” problemlos auf Netbooks nutzen zu können, wobei als Beispiele “Spore”, “World of Warcraft” und “Adventures of Monkey Island” genannt werden.
Im Test mit 3DMark06 soll ION “2″ bis zu ein Drittel mehr Leistung bieten als die erste Generation. Beim DX10-Benchmark 3DMark Vantage soll en sogar doppelt so hohe Werte erreicht werden, Das Testsystem war in diesem Fall angeblich ein System mit einem doppelkernigen Atom-Prozessor und 2 GB RAM. Im Vergleich zur integrierten Grafik der neuen Atoms soll ION “2″ die zehnfache Leistung bieten. Natürlich darf man die Angaben des Herstellers wie immer kräftig bezweifeln. Wie inzwischen klar ist, steckte in dem von uns ausprobierten Acer Aspire One 532g die “dünne” Version mit nur 8 Shader-Einheiten, was die reichlich enttäuschenden Benchmark-Werte erklärt.
Wir werden natürlich den heutigen Tag damit verbringen, uns die neuen Geräte auf Basis von Nvidias neuer ION-Generation näher anzusehen. Neben dem Acer Aspire One 532g und dem gestern gezeigten ASUS Eee PC 1201PN soll es bald rund 30 weitere entsprechend ausgerüstete Netbooks und Nettops geben. Die Auslieferung der ersten Produkte dürfte innerhalb der Wochen nach der CeBIT anlaufen. Zu den Hardware-Partnern gehören neben ASUS und Acer auch Lenovo und Zotac. Weitere Informationen und Details zu ION “2″ liefern wir natürlich im Laufe des Tages nach, wenn sie denn vorliegen.

















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