By Roland
16 Apr, 2010 8:57 pm
Zu später Stunde begeben wir uns nun einmal mehr ins Land der Spekulationen und Gerüchte: AppleInsider will erfahren haben, dass Apple derzeit Tests mit Prozessoren von AMD durchführt, um diese später einmal anstelle der bisher üblichen Intel-Chips in seinen Rechnern zu verwenden. Die Tests konzentrieren sich den Angaben anonymer Quellen auf die AMD Turion-CPUs für Notebooks und die AMD Opteron-CPUs für Server. AMD-Mitarbeiter sollen derzeit bei Apple ein und aus gehen, um bei der Arbeit an Macs mit AMD-Prozessoren zu helfen, heißt es weiter. Die Verhandlungen zwischen AMD und Apple sollen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein, auch wenn lange nicht feststeht, dass letztlich entsprechend ausgestattete Macs auf den Markt kommen.
Über die Gründe für die Gespräche zwischen Apple und AMD spekulieren die Kollegen von Appleinsider unter anderem, dass sie in einer angekratzten Beziehung zu Intel und dem Wunsch Apples liegen könnten, mehr Einfluss auf die Entwicklung der x86-Prozessoren für seine Systeme zu nehmen. So sollen Engpässe bei der Lieferbarkeit der neuen Intel Core i5 und Core i7 Prozessoren dazu geführt haben, dass die neuen MacBook Pros erst mit Verspätung eingeführt werden konnten. Außerdem soll der taiwanische Hersteller Acer gegenüber Apple bevorzugt beliefert worden sein. Außerdem würde die Verwendung von AMD-Prozessoren Apple mehr Flexibilität bei der Gestaltung seiner Produktpalette lassen. Hinzu kommt, dass AMD günstigere Chips liefern kann, was wiederum zu einem gewissen Preisdruck auf Intel führen kann, heißt es.
In Sachen Hardware hat AMD zwar bei den stromsparenden Prozessoren derzeit noch ein wenig das Nachsehen, doch gerade bei integrierten Lösungen mit ordentlicher Grafikleistung scheint der Chiphersteller gegenüber dem großen Konkurrenten Intel einen Vorteil zu haben. Intels integrierte Grafiklösungen können bei weitem nicht die Grafikleistung bieten wie AMDs Zusatzgrafikchips. Apple umschifft diese Schwachstelle der Intel-CPUs mit der Verwendung angepasster Nvidia-Chipsätze bzw. der bedarfsorientierten Umschaltung auf einen Zusatzgrafikchip bei den teureren MacBook Pros. Die AMD-Plattformen für Notebooks sind teilweise deutlich besser ausgestattet und verwenden eher dedizierte Grafikprozessoren.
Intel und Nvidia befinden sich außerdem seit einiger Zeit im Clinch, so dass Nvidia bisher keine Chipsätze für Intel Core i3, i5 und i7 Prozessoren anbieten kann, weil unklar ist, ob die entsprechende Lizenz vorhanden ist. Bei Servern könnte AMD unterdessen ebenfalls punkten, bieten die neuen 12-kernigen Opterons doch mehr Leistung als ein achtkerniger Intel Xeon. Die meisten AMD-Serverchips sind zudem deutlich günstiger zu haben als ähnlichen Intel-CPUs, was Apple günstigere Preise seiner Mac Pro-Serie ermöglichen könnte. Zum Schluss noch diese gewagte These: Apple könnte sich mit AMD verbünden, um sich angepasste Prozessoren bauen zu lassen, die den bisher noch bestehenden Nachteil der geringeren Mobilität der AMD-Plattform hinfällig machen. Vielleicht kommt bei alldem ja doch noch ein Apple-Netbook heraus!
Quelle: AppleInsider via Electronista












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