By Sascha
19 May, 2010 10:00 am

Es ist wieder Zeit fuer einen ausfuehrlichen Lesertest, der uns diesmal von Daniel Thomae zur Verfuegung gestellt wurde.
Daniel ist stolzer Besitzer des Lenovo Thinkpad x100e mit dem Dualcore AMD Turion Neo X2 L625 Prozessor und hat fuer uns dieses 11.6-inch Subnotebook wirklich umfangreichst “auseinandergenommen” und von allen Seiten betrachtet. Immerhin haben wir es hier mit dem guenstigsten Lenovo Thinkpad aller Zeiten zu tun, welches bei Amazon bereits fuer unter 500 Euro zu erstehen ist, wenn man denn mit der AMD Neo MV-40 Variante vorlieb nehmen moechte.
Vorwort
Dieser Text soll meine Eindrücke vom Lenovo x100e mit AMD Turion Neo X2 L625-CPU wiedergeben. Falls ihr euch für Bilder des Subnotebooks, Beschreibungen von haptischen Details usw. interessiert, würde ich euch den Testbericht des x100e mit AMD Neo MV-40 von Peter auf Netbooked.net nahelegen. Er ist sehr detailliert, gut geschrieben und eine gute Basis um das Subnotebook generell kennen zu lernen.
Das x100e ist ein Subnotebook aus dem sogenannten “thin & light”-Segment (bei einem Preis von 670 Euro könnte man “verhältnismäßig günstig” hinzufügen). Subnotebooks aus diesem Segment nutzen relativ langsame und sparsame CULV-Prozessoren (CULV: Consumer-Ultra-Low-Voltage), kommen mit kleinen Kühlsystemen aus und sind richtig portabel. In diesem Segment gibt es jede Menge Auswahl, leider jedoch nur wenige ohne spiegelndes Display.
Das Besondere am x100e (mit Turion Neo X2 L625) ist die Kombination von nicht-spiegelndem Display mit einem Doppelkern-Prozessor. Für mich ist das insofern von Bedeutung, dass es für die nächsten Jahre mein einziger Computer sein wird und daher alle meine Applikationen abdecken muss.
Der in meine Augen engste Konkurrent ist das Acer Travelmate Timeline 8371 (13,3 Zoll) mit Core 2 Duo SU9400-Prozessor. Es kostet 930 Euro (inkulsive UMTS-Modul), also deutlich mehr, während gleichzeitig bei der Ausstattung hier und da ein paar Abstriche zu machen sind. Andere Alternativen sind die Geräte aus der x200- und x201-Serie von Lenovo, die mit 1300 Euro Einstiegspreis jedoch wenig vergleichbar sind.
Offensichtlich hat der relativ günstige Preis des x100e mit der Nutzung einer AMD-Plattform zu tun. Ich hab mich deshalb genauer damit befasst und werde immer mal wieder einen Seitenblick auf vergleichbare Subnotebooks auf Intel-Basis werfen. Man spart mit dem x100e definitiv einiges an Geld, also kann die Frage nur lauten: wie schlimm die Nachteile der AMD-Plattform sind und ob man damit leben kann.
Allgemeines
Technische Spezifikationen
Nur die normale Übersicht, die man auch von Lenovo bekommen würde.
Tabelle 1: Technische Spezifikationen des Lenovo Thinkpad x100e mit Turion Neo X2 L625
| Komponente | Hersteller / Modell |
| Display | 11,6 Zoll (Semi-Matt) |
| CPU | AMD Turion Neo X2 L625 maximale Taktrate: 1.6 GHz, TDP: 18 W unterstützt PowerNow! |
| Chipsatz | Northbridge: AMD 780G Southbridge: AMD SB750 |
| RAM | 3 GB DDR2-RAM (2 GB Micron + 1 GB Hynix) läuft mit 320 MHz oder 160 MHz (Idle) |
| Festplatte | 320 GB – Hitachi HTS545032B9A300-(S1) 5400 U/Min |
| GPU | im Chipsatz integriert AMD Radeon HD 3200 |
| UMTS-Modem | eingebautes Qualcomm Gobi 2000 HS-USB Mobile Broadband Device 9205 (habe aber keine Möglichkeit es zu Testen) |
| Audio | Conexant 20582 SmartAudio HD (Hört sich mit Kopfhörern echt gut an) Eingebautes Mikrofon (kann im BIOS deaktiviert werden) |
| Webcam | Eingebaut (sitzt über dem Display) kann im BIOS deaktiviert werden |
| Display Anschlüsse | nur VGA-Anschluss DVI über die USB-Docking-Station kein HDMI |
| USB | 3x USB 2.0 – einer kann externe Geräte laden, auch wenn das Notebook abgeschaltet ist (“Sleep-and-Charge”) |
| Bluetooth | ist scheinbar eingebaut, verstehe davon aber nichts |
| LAN | Realtek PCIe Gigabit-Adapter |
| WLAN | Eingebaut 11b/g/n Wireless LAN Mini-PCI Express Adapter II, scheint von von Realtek zu stammen |
| CardReader | Eingebaut – kann wohl SD Karten lese |
Nach dem ersten Einschalten bekam ich die Meldung “No bootable partition in table” zu Gesicht. Dachte erst das bezieht sich auf die Partitionstabelle der Festplatte. Nach dem Versuch über ein USB-Linux zugriff auf die Festplatte zu bekommen, bemerkte ich das etwas auf der Festplatte installiert ist.
Das Problem bestand aus einer fehlerhaften BIOS-Voreinstellung. Es gibt dort ein Menü für die Konfiguration des Boot-Vorgangs. Die Festplatte war explizit als “Non-Boot-Device” markiert. Nach Änderung der Einstellung was das Problem gelöst, Windows 7 bootete und wurde eingerichtet. Es handelt sich um eine Fehlerquelle an die ich vorher nie gedacht hätte – wenigstens in dem Bereich scheinen chinesische Ingenieure kreativ zu sein.
Display
Lenovo hat ein 11,6-Zoll-Display mit 1366 x 768 Pixel ausgewählt. Lenovo behauptet das Display wäre matt – was meiner Meinung nach nicht den Tatsachen entspricht. Es reflektiert ähnlich wie ein spiegelndes Display, das scharf reflektierende Bild ist jedoch noch von einer deutlichen Streulichtwolke umgeben. Nachfolgend seht ihr eine Vergleichsaufnahme mit dem echt-matten Display meines alten Acer Travelmate 292 ELM. Wenn man diesen Mattegrad gewohnt ist, ist das Lenovo x100e-Display schon etwas enttäuschend.

Zum Glück ist das Display des x100e sehr hell (zirka 200 cd/m2). Ich kann es noch nicht abschließend beurteilen, aber ich denke man kann mit dem x100e im direkten Sonnenlicht arbeiten. Man sollte die Displaybeleuchtung bis zum Maximum aufdrehen, weiße Hemden sowie schwarze Bildschirmhintergründe meiden. Schwarzer Text auf weißem Hintergrund ist jedenfalls gut zu lesen.
Meines Wissens ist das Lenovo x100e das einzige 12-Zoll-Subnotebook seiner (Preis-)Klasse, das kein spiegelndes Display besitzt, besser wird es wohl nicht in diesen Tagen. Ein Acer Travelmate 8371 habe ich nie in echt gesehen (nur die Aspire-Geschwister) – den Abbildungen im Netz [7] zufolge handelt es sich beim dort verwendeten Panel aber um den gleichen Semi-Matt-Typ.
Tastatur
Die Tastatur entspricht der des x100e mit Neo-Einkern-Prozessor und die hat sehr gute Bewertungen bekommen. Ich kann das absolut bestätigen. Sie ist etwas kleiner als die meines 15-Zoll-Acers, aber nach ein paar Stunden kann man flüssig und blind darauf schreiben. Anfangs hatte ich ein Problem mit dem Trackpoint, beim Drücken der B-Taste traf meine Fingerkante den selbigen. Inzwischen hat sich das gegeben.
Die Fn- und STRG-Taste sind auf der Tastatur verkehrt herum angeordnet, im BIOS gibt es die Möglichkeit die Funktion beider zu vertauschen. Lenovo scheint eine Menge Zeit in die optimale Form der Plastik-Teile investiert zu haben und es hat sich echt ausgezahlt. Ich bin tief beeindruckt.
Gehäuse
Hier gibt es nicht viel zu kritisieren. Es fühlt sich stabil an und scheint sorgfältig hergestellt worden zu sein.
Ein Negativpunkt ist die Anbringung der beiden hinteren Gummi-Standfüßchen am Akku – zumindest für Menschen die lieber ohne eingelegten Akku am Schreibtisch arbeiten. Kein KO-Kriterium, zwei Stückchen Gummi und doppelseitiges Klebeband kostet nicht die Welt.
Ein weiterer Punkt ist die Einsparung der Festplatten-Aktivitäts-LED. (Wer kommt auf die Idee, so etwas wegzulassen?) Sie hätten die PowerLED einer leichten Helligkeitsmodulation unterziehen können, wenn es auf jeden Cent ankommt. Laut einem Freund gibt es inzwischen kleine Tools, welche die Festplattenaktivität in der Taskleiste anzeigen. Man gewöhnt sich zwar dran, aber unschön finde ich die Sparmaßnahme trotzdem.














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