By Sascha
19 May, 2010 10:00 am

Akku-Manager
Nachdem ich für mein Acer Travelmate den dritten Akku in nur 5 Jahren kaufen musste, mag ich etwas voreingenommen sein. Es ist bekannt, das Lithium-Ionen-Akkus mit der Zeit an Kapazität verlieren. Die c’t hat vor einigen Jahren einen ganz interessanten Artikel darüber veröffentlicht [1] – Kurz gefasst: versuch den Akku kühl zu halten und lade ihn nicht ganz voll.
Ersteres erreicht man durch das Herausnehmen des Akkus im Schreibtisch-Betrieb und dessen Lagerung im Kühlschrank – letzteres durch Herausnehmen bevor er voll geladen ist. Wenn man sich nach der Reise und den ersten Stunden am Schreibtisch noch daran erinnert, dass dort im Hintergrund ein Akku lädt. Ich vergesse es des Öfteren und daher bekommt mein Travelmate-Akku hin und wieder eine Ladung bis zur Kapazitätsgrenze.
Mit der neuen Version (3.2) des “Energie-Managers” kann man für den Akku einen Höchstladezustand vorgeben. Eine meines Erachtens sehr nützliche Funktion, die den ein oder anderen Euro sparen wird und die Umwelt nicht mehr als ohnehin schon belastet (hoffentlich).

Ein paar Worte über den Prozessor
Auf den ersten Blick ist alles klar – es ist ein AMD Turion Neo X2 L625 – arbeitet mit 1600 MHz, hat zwei Kerne, je 512 kB L2-Cache und wird in einem 65 nm SOI Prozess gefertigt. Aber welche Prozessorgeneration drin steckt, verrät AMD nicht.
Zuerst dachte ich, es handle sich um einen Griffin-Kern, ein Hybrid aus K8 Kernen und K10 Northbridge – AMD verkaufte ihn vor über einem Jahr unter dem Namen ‘Turion X2′. Kein sonderlich schneller Prozessor, aber er hat eine Nettigkeit auf Lager: Er kann den Takt und die Spannung für jeden CPU-Kern sowie für die Northbridge separat festlegen [14]. Man könnte also im Akku-Betrieb seine Hauptapplikation (z.B. MATLAB) auf einen Kern laufen lassen, während der andere mit Minimalfrequenz läuft und energiesparend Hintergrundkrams wie den MP3 Player usw. abwickelt.
Der Turion Neo X2 L625 im Lenovo x100e kann das leider nicht, zumindest hab ich es nie beobachten können. Auch wenn nur ein Kern voll ausgelastet ist und der andere Däumchen drehte, liefen trotzdem immer beide mit vollem Takt und mit voller Spannung von 0,95 V. (Gemäß RM-Clock.)

Ich wurde etwas neugierig, welcher CPU Kern denn nun im x100e Multi-Core Verwendung findet. Die erste Station ist natürlich CPU-Z. Das sieht wie folgt aus:

So schaut ein Griffin-Prozessor aus:

Die Familie “F” ist die gleiche, aber die anderen Kennziffern zu Modell, erweiterter Familie usw. stimmen nicht überein. Griffin ist es also nicht. Mit den gegebenen Größen (zwei Kerne, 65 nm, 512 kB L2 Cache) suchte ich ein wenig und fand … Brisbane. Brisbane in CPU-Z schaut wie folgt aus:

Brisbane wurde 2006 eingeführt, das zweite Stepping im Herbst 2007. Vom Design der Rechenwerke unterscheidet sich Brisbane kaum von den ersten K8-Prozessoren des Jahres 2004 [15]. Jetzt schreiben wir das Jahr 2010 und Lenovo baut um so einen alten Halbleiterbaustein ein kleines und leichtes Subnotebook. Vielleicht verkauft AMD die Chipsätze und gibt die auf einen kleinen Träger gelöteten Brisbane-Kerne als kostenlose Dreingabe dazu. Jedenfalls wird der niedrige Preis jetzt etwas klarer, mal sehen welche Nachteile man sich damit einkauft.
Benchmarks, Benchmarks und nochmals Benchmarks auf der naechsten Seite













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