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Massive Kritik am JooJoo Web Tablet – GPL-Verletzung?

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25 Jun, 2010 6:59 pm

5 Comments

JooJoo Hands-on EngadgetDass bei Fusion Garage, der Firma hinter dem 12-Zoll-Tablet JooJoo, das einst als “CrunchPad” auf den Markt kommen sollte und inzwischen tatsächlich erhältlich ist, nicht wirklich “Magie” ab Werk ist, wussten wir ja, doch nun wird der inzwischen doch eher ernüchternde Gesamteindruck auch noch davon getrübt, dass es Lizenzprobleme mit dem Betriebssystem gibt. Hinzu kommt, dass die Hardware offenbar auf reichlich kuriose Weise zusammengesetzt wird. Der Blogger Matthew Garrett durfte sich das Ganze jüngst näher ansehen und musste dabei feststellen, dass da doch einiges im Argen zu liegen scheint.

Offenbar ist die Ubuntu-Variante, die auf dem JooJoo verwendet wird, nichts weiter als eine mit zusätzlichen Paketen und modifiziertem Kernel versehen Standard-Ausgabe des freien Betriebssystems. Fusion Garage hat zudem mit einer Reihe von laut Garret eher dilletantisch zusammengeschusterten Zusätzen für die Anpassung an die Hardware gesorgt. Abgesehen vom entweder durch größtem Druck oder einfach nur geringes Können kruden Anmuten der Programmierleistung gibt es aber eben ein viel größeres Problem. Wer freie Software wie Ubuntu, die unter der GPL-Lizenz verwendet und verändert werden darf, nicht frei zugänglich macht und seine Modifikationen für die Allgemeinheit nutzbar macht, verletzt die Lizenzregelungen. Außerdem liegt dadurch eine Art Urheberrechtsverletzung vor.

Fusion Garage ließ sein Support-Team auf eine Anfrage von Garrett hin erklären, dass man die Software des JooJoo noch nicht freigeben könne, weil man noch Veränderungen an ihr vornehme. Man werde den Quellcode bereitstellen, wenn man sich dazu bereit fühle, hieß es weiter. Außerdem müssten zuvor die entsprechenden Ressourcen geschaffen werden, die dafür nötig sind. Man bitte daher um Geduld. Garrett zeigte sich reichlich verständnislos und warf Fusion Garage vor, weder bei Hard- und Software etwas richtig gemacht zu haben, noch die aktuellen gesetzlichen Vrogaben einzuhalten.

Die eigentliche Hardware des JooJoo ist laut Garrett wie gesagt ebenfalls nicht auf dem zu erwartenden Niveau. So werde das Display sozusagen verkehrt herum verbaut, so dass alle Inhalte zunächst gedreht werden müssten, bevor man sie anzeigt. Die Hardware bestehe aus nichts weiter als dem Akku, einem Mainboard im von Nvidia entwickelten Referenz-Design und dem Display. Der Beschleunigungsmesser und eine LED würden zusätzlich an die Stromversorgung des Chipsatz “geklebt”. Autsch.

Insgesamt sei TechCrunch-Chef Mike Arrington wohl ganz gut damit davon gekommen, nicht länger mit dem ehemaligen CrunchPad zu tun zu haben, denn hinter der halbwegs attraktiven Benutzeroberfläche werde das JooJoo sozusagen von einem dünnen Faden zusammengehalten.´

Quelle: Matthew Garrett via SlashGear

  • marst

    Mit dem WePad (oder wie auch immer das Gerät heißt) eines der größten iPad “Killer” bei netbooknews.com …

    Das JooJoo Gerät wird bestimmt so gut einschlagen wie das HP Slate :)
    ———————–
    Traurige Welt. Nur Ankündigungen und Messen bei denen Geräte gezeigt werden aber so gut wie nie in den Laden kommen.

  • frankfurter

    Das war dann der 1. iPad Konkurrent,

  • thehauss

    3 Tablet News hintereinander. Je mehr ich mir die Userberichte von Ipad besitzern
    anschaue desto mehr wird klar das Netbooks wohl dem Untergang geweiht sind.
    Tablets können anscheinend fast alle netbook aufgaben und das in einem ultraportablen
    Formfaktor und mit besserer akku leistung. Atom prozessoren ( deren entwicklung ja gefühlt seit 2 jahren still steht) , waren einst das perfekte nischenprodukt,
    sind jetzt aber für intensive aufgaben zu langsam, verbrauchen für ein bisschen mail, mp3 und netzwerk/internetkonnetkivität aber vielzuviel energie.
    Ich dachte dass an sich für ein bisschen internetsurfen vorm schlafengehen kein 600 € Gerät kaufen muss, doch jetzt bin ich vom altäglichen nutzen eines tabletgerätes sehr überzeugt.

    http://blogs.bnet.com/businesstips/?p=7860#3163…

    http://forum.tipb.com/ipad-forum/190427-contest…

    (die geschichte mit dem feuerwehrmann der mit googlemaps schnell die route zu einem brand sucht, dank streetview weiß wo er dort parken kann und dann mithilfe einer ipad app die medikamente scannt die er bei bewusstlosen findet is einfach nur …. Irre)

  • olebole

    Eine GPL-Verletzung ist das gar nicht.
    Die GPL regelt nur die Weiterverbreitung eines abgeleiteten Programms: wenn man ein GPL-lizensiertes Programm weitergibt, muss das zu den gleichen Bedingungen (GPL) erfolgen. Solange keine Weitergabe (Lizensierung) erfolgt, kommt die GPL nicht zur Anwendung. Siehe http://www.gnu.de/documents/gpl-2.0.de.html
    Das bedeutet: solange die Software nur in-house eingesetzt oder auf diversen Veranstaltungen demonstriert wird, kommt die GPL gar nicht zur Anwendung.
    Und selbst wenn jemand GPL-basierte Software (z.B. im Rahmen eines Tablets) vertreibt, besteht ein Lizenzvertrag nur zum Käufer, nicht zur Allgemeinheit. Der Käufer darf natürlich entsprechend den Bedingungen der GPL die Software der Allgemeinheit zugänglich machen und jedem lizensieren — aber der Hersteller ist dazu nur gegenüber den Käufer verpflichtet.

    In dem gezeigten Fall ist es m.E. vollkommen OK, wenn Fusion Garage die Software derzeit nicht publizieren. Kritisch wird es erst, wenn sie Geräte verkaufen, ohne die Quellen mit anzubieten.

  • P-Ray

    Also ich sehe in diesem Zusammenhang noch immer nicht den Untergang des Netbooks gekommen.
    Ich verwende selbst ein HP 5101 mit großem Akku und hoher Auflösung um im Falle des Falles das Firmennetzwerk remote zu administrieren.
    Powershell mit einer virtuellen Tastatur? Sicher nicht! Wäre viel zu umständlich und zu langsam.
    Weiters stelle ich es mir toll vor einen Server mit dem Touchscreen zu bedienen. Selbst bei einer solch mickrigen Auflösung von 1024 x 600.
    Bei uns haben alle Angestellten der IT das oben genannte NB dabei und das auf jeder Veranstaltung, Tagung und oftmals auch zu Hause. Gibts ein Problem dann via UMTS (Modem ist ja schon eingebaut) per VPN in die Firma und Problem beheben.

    Wie soll ich das denn mit einem iPad machen?
    Oder einem anderem Tablet?
    Selbst wenn BT Tasta und Maus funktionieren sind das Extrateile die mitzuführen wären. Danke nein. Alles integriert im NB.
    Inkl. Cardreader und USB.

    In diesem Sinne wird das NB noch einige Zeit vor sich haben.

    Ach ja. Das HP NB hat mit BT, Wlan bgn, UMTS, HD Auflösung, 6 Zellen Akku, ausgezeichneter Tastatur und 160GB HDD unter 500 Euro gekostet. Um das Geld bekommt man noch lange kein Tablet, geschweige denn ein iPad.

    wbr

    P-Ray