By Roland
13 Jul, 2010 8:40 pm

Geht es nach dem auf Microsoft spezialisierten Analysten (das sind die Jungs und Mädels mit den Kristallkugeln, die Aktienkäufern gerne Märchen erzählen, damit aber oft genug richtig liegen) Matt Rosoff, kann der Softwarekonzern die von ihm und seinen Partnern so groß angekündigten Slate- oder Tablet-PCs im Wettstreit mit dem iPad nur dann zum Erfolg führen, wenn er voll auf deren Multimedia-Features setzt. Rosoff empfiehlt Microsoft daher, die Funktionen seines Multimedia-Players Zune und die dazugehörige PC-Software unbedingt auch auf den neuen Tablets anzubieten.
Rosoff, der für Directions on Microsoft arbeitet, erklärte in einem Blog-Post bei CNet jüngst, wie PC-basierte Tablets im Wettbewerb mit dem geschlossenen Ökosystem aus iTunes und iPad bestehen können. Statt die Nachteile zu kritisieren, müsse man die Vorteile sehen. So sei Windows 7 zwar kein Leichtgewicht wie Apples iOS, was zu kürzeren Akkulaufzeiten, mehr Pflegeaufwand und längerer Startdauer führt, dafür könne das neue Betriebssystem aber eben deutlich mehr bieten, vor allem wenn es um die Nutzung aufwändig gestalteter und funktioneller Anwendungen geht.
Microsofts Zune-Software, die iTunes-ähnliche Funktionen mit einer äußerst attraktiven Oberfläche bietet, würde auf einem einfachen ARM-Tablet wohl ohnehin nicht laufen, so Rosoff. Sie sei daher ein Beispiel, wie Microsoft gegenüber Apple punkten kann. So biete die Musikwiedergabe auf dem iPad nur eher grundlegende Funktionen. Album-Cover würden nur statisch angezeigt, es gebe kein Queuing und Apple fügte die On-The-Fly-Erstellung von Playlisten auch erst vor kurzem hinzu.
Die Zune-Software für den PC könne hingegen nicht nur eine äußerst attraktive Oberfläche bieten, die Bilder des aktuell gehörten Künstlers zeigt. Die Funktion Mixview liefert zusätzlich eine hübsche Übersicht von Vorschlägen ähnlicher Lieder, Alben und Musikstücke, die zum aktuell wiedergegebenen Titel passen. Darüber hinaus sei der Funktionsumfang größer, denn die Zune PC Software kann Musikstücke rippen, Titeldaten bearbeiten, Playlisten erstellen und bietet die Möglichkeit zur automatischen Erstellung von Wiedergabelisten anhand bestimmter Song-Merkmale.
“Stellen sie sich die Windows-basierte Version von iTunes vor, nur interessanter und unterhaltsamer”, so Rosoffs kurzbeschreibung von Zune für den PC. Die Zune Software sei eine ideale endkundenorientierte Anwendung für Windows-basierte Slate-PCs, so der Analyst weiter. Ob die Software allerdings bereits Touch-fähig sei, müsse noch geklärt werden, ebenso wie die möglichen Vertriebswege. Ab Werk kommt Windows 7 aus wettbewerbsrechtlichen Gründen natürlich ohne Zune daher, aber Microsoft könnte sie von den einzelnen OEM-Herstellern von Tablets gegen Bezahlung vorinstallieren lassen, so wie es im Fall der Windows Live Essentials schon jetzt gehandhabt wird.
Ist die Verwendung von Zune auf einem Tablet eine gute Idee? Ich finde schon, wenn die Leistung des jeweiligen Geräts denn ausreicht. Welche anderen Anwendungen würdet ihr euch abgesehen von Standard-Tools wie etwa einem Browser auf eurem Tablet wünschen? Oder soll’s doch lieber ein iPad sein?
Quelle: Cnet












