By Roland
22 Feb, 2009 8:13 pm
Psions Erfolgsaussichten, mit dem Vorgehen gegen die Verwendung der Bezeichnung “Netbook” tatsächlich etwas zu bewirken, schwinden angesichts der Gegenwehr von Intel und allen voran Dell zusehends. Jetzt hat sich auch noch ein Ex-Mitarbeiter des Unternehmens zu Wort gemeldet und seine Sicht der Dinge geschildert.
Geht es nach David Hughes, stellt Psions Gebahren eine große Peinlichkeit dar. Er sei enttäuscht und ein wenig betrübt über das Vorgehen seines früheren Arbeitgebers, so Hughes in seinem Weblog. Schließlich sei Psion einst ein gutes Technologieunternehmen gewesen – unter anderem mit der “Erfindung” des PDA, der Erschaffung einiger inzwischen klassischer Hardware-Designs und der Entwicklung von Symbian.
Hughes zufolge ist auch das 1999 eingeführte Psion netBook, auf das die Namensansprüche zurück gehen, ein Beispiel für die einstige Leistungsfähigkeit. Beim Umgang mit einem Pre-Production-Exemplar habe er damals festgestellt, dass es sich tatsächlich um ein “sehr cooles Gerät” handelte. Einzig die Oberfläche des Betriebssystems hätte seiner Meinung nach für den im Vergleich zu PDAs größeren Bildschirm angepasst werden sollen.
Insgesamt hätten die Hardware-Entwickler mit dem Psion netBook Ende der Neunzigerjahre grandiose Arbeit geleistet, was sich auch im ausgetüftelten Öffnungsmechanismus, dem fast vollwertigen Keyboard, dem Touchscreen und dem Verzicht auf bewegliche Komponenten gezeigt habe. Allein heute darüber zu schreiben, lasse ihn merken, dass das Psion netBook damals vor seiner Zeit war.
Damit ist es aber auch vorbei mit dem Lob vom Ex-Mitarbeiter. Vor einigen Jahren habe er einen Kollegen getroffen, der ein netBook mit Linux im Einsatz hatte – lange vor ASUS Eee PC & Co. Doch aus diesem Ansatz entwickelte Psion kein kommerzielles Produkt – für Hughes ein Riesenfehler. Das Unternehmen habe einmal mehr seinen Mangel an geschäftlichem Weitblick bewiesen und eine gewisse Feigheit an den Tag gelegt.
Psion habe sich gegen zwei der heißesten Technologietrends (1. Mini-Laptops, 2. Linux) entschieden, obwohl man einen riesigen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz hatte, wettert Hughes weiter. Heute müsse man eben mit den Folgen leben: Psion sei heute nur noch ein blasses Abbild seiner selbst was Innovationen betrifft, so sein vernichtendes Fazit.
Die Entscheidung, die Rechte am Begriff “Netbook” für sich zu beanspruchen und gegen Webseiten, Händler und Hersteller vorzugehen, erscheine daher wie die letzten Todeszuckungen einer einst großen Marke.
Harte Worte.
[Quelle: David Hughes via GottaBeMobile]












