By Roland
28 Feb, 2009 1:07 pm
Das Gehacke um den Markenschutz für die Bezeichnung “Netbook” geht in eine neue Runde. Nachdem Dell und Intel dem Noch-Besitzer Psion Teklogix jüngst vorwarfen, die US-Markenaufsicht mit falschen Angaben zur angeblichen Verfügbarkeit seines “netBooks” getäuscht zu haben, weil die Geräte angeblich schon seit Jahren nicht mehr verkauft werden, hat Psion dies nun gegenüber JKOnTheRun dementiert.
Anders als von Dell und Intel behauptet, will Psion noch im Jahr 2006 Millionenumsätze mit dem “Netbook Pro” in Europa und den USA erzielt haben. Der Großteil der Verkäufe sei (und werde weiterhin) im hochspezialisierten Bereich der Lieferkettenlogistik erfolgt. Dies sei für Außenstehende vielleicht schwer nachzuvollziehen, doch trotz allem handele es sich um echte Verkäufe an echte Kunden. In den USA gehen die Verkäufe angeblich bis heute weiter. Es sei verständlich, wenn der Eindruck entstanden sei, dass man die Geräte nicht mehr verkaufe, da sie ja nun nicht gerade beim Media Markt um die Ecke zu haben waren.
Die Produktion des “Netbook Pro” sei letztlich nicht wegen mangelnder Nachfrage eingestellt worden, sondern weil ein bestimmter Controller nicht mehr lieferbar ist. Ein Ersatz sei nicht aufzutreiben gewesen. Die weiter laufenden Verkäufe lassen sich nach Angaben von Psion mit ausführlichen Dokumenten nachweisen. Damit sei zu belegen, dass Psion seine Markenrechte keineswegs aufgegeben habe. Nur weil ein Gerät nicht bei Best Buy erhältlich sei, heiße dies noch lange nicht, dass die Markenansprüche verfallen wären.
Tja, was soll man davon nun halten. Psion will sich von seiner Marke offenbar unter keinen Umständen trennen. Sollten die Verkäufe tatsächlich lückenlos nachweisbar sein, wären die Argumente von Dell und Intel zumindest teilweise hinfällig. Dann bleibt immer noch die Frage bestehen, ob der Begriff “Netbook” inzwischen wirklich so allgemein geworden ist, dass er eigentlich nicht geschützt werden kann.
Unser Morgen im TV (16:30 Uhr 3sat neues) zu sehender Sascha hat jedenfalls schonmal seinen Senf dazu gegeben: Nette Strategie, so sein Kommentar bei JKOTR. Die ganze Angelegenheit werde durch Psions Gebahren für Intel und Dell nur noch teurer. Psion könne die Zeit nicht zurück drehen, denn inzwischen ist der Begriff “Netbook” überall.
James Kendrick selbst verweist dann auch noch auf ein kleines Detail, das Psions Argumentation etwas fragwürdig erscheinen lässt: Das Psion Netbook Pro entspricht seinen Angaben zufolge nicht den RoHS-Richtlinien, weshalb man das Gerät eigentlich gar nicht verkaufen darf. Außerdem habe er während eines Projekts für einen Geschäftskunden, der 1000 Psion Netbooks ordern wollte, feststellen müssen, dass diese nicht lieferbar waren, weil sie nicht mehr gefertigt werden.
[Update: James hat inzwischen den von Psion als Beleg für die fortlaufende Verfügbarkeit des Psion Netbook Pro erwähnten Produktflyer nachgereicht.
[Quelle: JKOnTheRun.com]











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