By Matze
08 Mar, 2009 12:27 pm
Egal, mein erster Windows-XP-Rechner war ein Celeron 400 mit 128 MB RAM. Außer bei Spielen habe ich eigentlich im Every-Day-Use (Office, Web) wenig Bedürfnis nach mehr Performance verspührt, hab mich nur immer gefragt, warum die nicht mal an die Handys ne VGA-Schnittstelle und ne Tastatur packen. Die größte Bremse war an der Kiste die lahme 20-Gig-Platte, doch der Flaschenhals Massenspeicher fällt ja heutzutage nicht mehr ganz so ins Gewicht.
Thema 3D-Grafik: die Möglichkeit, einen 3D-Beschleuniger zu implementieren, ist natürlich immer gegeben, allerdings bleibt die Frage im Raum, ob unter den jeweiligen OSes eine L
leistungsfähige 3D-API zur Verfügung steht, sprich ein Äquivalent zu DirectX oder OpenGL. ATIs OpenSource-Treiberprojekt sei hier am Rande erwähnt. Der Spagat zwischen Offenlegung von Firmengeheimnissen und den Reverse-Engineering-Fähigkeiten der Community scheint das Release eines Open-Source-3D-Treibers allerdings in die Länge zu ziehen…
Fazit:
Mit dem ARM-Prozessor sehe ich Chancen für ein neues Kapitel in der noch jungen Geschichte der Netbooks anbrechen: ein Verzicht auf das Windows-Betriebssystem würde, insofern Akzeptanz seitens der Käuferschaft vorhanden ist, zu einer neuen Kategorie von Geräten führen. Netbooks, die sich vom Handling her eher wie Mobiltelefone anfühlen, nur mit größerem Display. Die breite Akzeptanz von Java im Handysegment bietet eine große Auswahl an jetzt schon zur Verfügung stehenden Softwaregadgets, ich würde mein Netbook vielleicht auch schütteln wie ein iPhone, wenn et jut jemacht is
. Wenn mir Schnuffels Blume im Bildschirmhintergrund den Akkustand anzeigte, wär ich zwar leicht angewidert, aber die Klingeltonwerbung demonstriert eindringlich, dass der Appletmarkt für Handys wächst und gedeiht. Das Interessante an dieser Entwicklung wäre für mich die Tatsache, dass wir es eher mit mit einem Bottom-Up- als einem Top-Down-Entwicklungssystem zu tun hätten: wir nehmen nicht die eierlegende Wollmilchsau Windows und quetschen sie in eine Architektur mit allen Altlasten der 30-Jährigen PC-Geschichte, sondern stricken um genügsame Hardware ein anwendungsspezifisches OS, welches sich aufgeräumt, leicht programmierbar und schlicht präsentiert.
Mit Intel als starkem Partner in der Hinterhand könnte das was werden. Allerdings wird Intel wohl erst auf den Zug aufspringen, wenn die Stückzahlen in Dimensionen landen, die einer Intel würdig sind. Ansonsten würden die wohl fröhlich ihre Atoms bis zum Sankt-Nimmerleinstag als Nonplusultra anpreisen. Auch die Handyhersteller könnten auf den Netbook-Zug aufspringen, seien es NOKIA, Samsung, Motorola. Hier könnte ein Zögern dahingehend begründet sein, dass man nicht seinen Handys das Wasser abgraben will, andererseits könnten sie aber auch Netbooks als zu groß geratene Handys verkaufen, das Know-How, wenn es um hoch integrierte Rechnersysteme geht ist jedenfalls beträchtlich, auch im Bezug auf Power-Management. Das Segment der „Nicht-PCs“ oder „Un-PCs“ hat auf jeden Fall Luft zum Wachsen.
Einen fröhlichen Aufbruch ins Zeitalter der Wegwerf-Computer wünscht Euch:
Euer Milchmädchen













