By Sascha
08 Dec, 2010 9:00 am
Chrome OS ist da und offenbar will Google damit nicht nur Netbooks fuer den durchschnittlichen User befeuern, sondern auch Notebooks von Firmenkunden. Viel ueberraschendes gab es in meinen Augen nicht wirklich, halt, natuerlich hat Google einige Bonbons in der Wundertuete gehabt, dennoch waren diese durchaus vorhersehbar.
Waehrend des Google Events in San Francisco wurde Chrome OS zum ersten Mal der breiten Oeffentlichkeit detailliert vorgestellt und das ging mit der Einrichtung eines typischen Chrome OS Systems los, welches innerhalb von knapp 15 Sekunden durchgefuehrt wurde:
Name und Passwort des Kontos reinhacken, schnell noch ein Foto mit der Webcam gemacht und Kling Klong, hier ist euer Chrome OS Desktop:
selbstverstaendlich koennt ihr auch verschiedene Rechner staendig synchronisieren, aber das kennen wir ja bereits von Jolicloud:
Stichwort Cloudcomputing und die Offline-Welt. Was mache ich mit einem OS, welches komplett auf externe Services zugreift und mal nicht online gehen kann? In der rechten, oberen Ecke gibt es ein kleines Symbol, welches die Netzwerkstaerke anzeigt und ein Klick genuegt, um das System in den Offline-Modus zu versetzen. Google Docs kann jetzt natuerlich weiterhin genutzt werden, etwas was wir ja schon von Google Gears kennen.
Ein weiterer Klick genuegt und das entsprechende Chrome OS Net/Notebook schaltet auf UMTS um.
Dokumente ausdrucken, mal eben das Internet auf Papier bannen? Dafuer nutzt man dann in Zukunft Google cloud print, welches eure Arbeiten dann an einen Drucker in eurem Netzwerk schiesst:
In den USA arbeitet Google mit Verizon zusammen und liefert mit jedem Chrome Notebook ein kostenloses 100MB Datenpaket mit, wobei es auch moeglich sein wird entsprechende Pakete nachzukaufen, denn 100MB ist ja wohl eher ein Tropfen auf dem heissen Stein.
Sicherheit wird bei Google grossgeschrieben und als kleiner Seitenhieb auf die Konkurrenz werden diverse System-Updates Benachrichtigungen gezeigt.
Chrome OS hat eine Funktion mit dem Namen “Verified Boot”, welches das System bei jedem Boot-Vorgang nach Veraenderungen checkt und gegebenenfalls auf ein frueheres Image zurueckspringt.
Automatische Systemupdates (Google spricht von einem 6 Wochen Turnus und der Tatsache, dass Chrome OS im Laufe der Zeit immer schneller werden soll), Sanboxing, Verschluesselung und Trennung der verschiedenen Benutzerkonten machen das Sicherheitspaket komplett.
Vertreter von Citrix zeigten diverse Cloudbasierte Applikationen und damit eine neue, durchaus interessante Richtung auf: Business- und Enterprise-Kunden. Excel, CAD Programme, etc., Citrix wird komplette Pakete fuer Firmenkunden anbieten, die dann in ihren Rechenzentren gehostet werden.
Nothing but the web! Irgendwie erinnern mich die Features durchaus an Jolicloud, aber ist dies wirklich so eine grosse Ueberraschung?
Fazit
Google Chrome OS ist das erwartete Cloud Computing System, welches mich jetzt zwar nicht direkt vom Hocker hauen kann, dessen Funktionalitaet jedoch fuer Google voellig neue Maerkte erschliessen wird. Mit entsprechenden Software-Partnern koennen Firmenkunden angesprochen werden, die nun zum einen bei der Hardware sparen koennen (Notebooks koennen unter den Mitarbeitern aufgeteilt werden)und auch nicht mehr auf lokale Software angewiesen sind, es werden einfach entsprechende Services gemietet, die dann in der Cloud liegen.
Die Offline-Funktion garantiert ein Weiterarbeiten, auch wenn mal kein Netzwerk verfuegbar ist und die direkte Synchronization, falls man wieder online geht, ermoeglicht vor allen Dingen ein verteiltes Arbeiten innerhalb einer Projektgruppe. Hoert sich toll an, hatten wir aber faktisch schon mit Google Docs zuvor.
Automatische Updates, Verschluesselung… jut, nix neues!
Chrome OS ist eine Evolution aber gewiss keine Revolution, die mit ihren Kooperationspartnern steht und faellt.
Ob es jedoch beim Privatkunden ankommen wird, kann ich zur Zeit nur ganz schwer bezweifeln.
Schaum ‘mer mal!
P.S. Viele Dank an Sean von Engadget fuer die Bilder
























