By Sascha
14 Jan, 2011 10:00 pm
Insgesamt 9 mal habe ich nun drueber geschlafen, aber ganz ehrlich Freunde, ich bin immer noch tierisch sauer. Sauer ist vielleicht die falsche Bezeichnung, in einer gewissen Art und Weise bin ich sogar schockiert, wie die Netzwelt von Spiegel Online versucht Traffic zu generieren. Dass Patalong und Kremp technische Flachpfeifen sind, ist mir nicht erst seit gestern bekannt und in einer gewissen Art und Weise noch hinzunehmen, denn die beiden koennen es einfach nicht besser. Dass Matthias Kremp sich aber dazu hinreissen laesst peinlichste Luegen in seine CES-Artikel zu packen, hebt den dort vorherrschenden Dilettantismus auf einen neuen Level.
Was ist passiert?
Am 4. Januar fuehrte ASUS seine alljaehrliche CES-Pressekonferenz durch und “Mr. Nice” Jonney Shih betrat die Buehne, um den anwesenden Journalisten und Bloggern von den neuesten Entwicklungen der Taiwanesen zu berichten. Bevor Jonney die uns bereits bekannten Eee Pads zeigte ging es erstmal ans Eingemachte, sprich es wurde eine dicke Ladung aus dem Marketing-Topf serviert. Wie bei Intel, NVIDIA, Gigabyte und MSI (die Liste laesst sich beliebig fortsetzen)werden natuerlich die Awards und Design-Wins genannt die man im letzten Jahr abgestaubt hat. Das ist in der Branche so ueblich und absolut nachvollziehbar. Dann praesentierte der ausgesprochene Steve Jobs Bewunderer Shih einen Slide, der die Luecke zwischen Apples Innovationskraft und der Produktvielfalt von Acer zeigt, also genau die Luecke, die ASUS mit seinen Produkten schliessen will.
Machen wir es kurz, denn wir haben ja alle zu Weihnachten noch was vor. Shih praesentiert die Eee Pads, laesst diese abfotografieren und knallt ein paar Demos auf der Buehne durch. Standard-Programm also und das in der gewohnt angenehmen und zurueckhaltenden Art und Weise, durch die Shih in den letzten Jahren bekanntgeworden ist. Jonney ist kein grossartiger Redner, er ist vor allen Dingen ein Techniker, der zukuenftige Trends zeitnah in Produkten verarbeiten laesst. Seine Vorstellungen wirken manchmal eher hoelzern, aber immer sympathisch und persoenlich. Wie gesagt, es ist nichts aussergewoehnliches passiert.
Das reichte Spiegel Online-Redakteur Matthias Kremp offenbar nicht und so schrieb er die gesamte Veranstaltung mal ein wenig um, damit der geneigte Spiegel Leser seinen “Tanz der Tablets”-Artikel auch bloss bis zur letzten Zeile verfolgt und nicht zuvor in einen Dornroeschenschlaf verfaellt. Kremp macht aus Shih einen quirligen und aggressiven Manager, der in einem verbalen Rundumschlag auf die Konkurrenz einpruegelte, als gaebe es kein Morgen mehr:
Asus-Chef Jonney Shih lässt kaum eine Möglichkeit aus, gegen die Konkurrenz zu wettern. Gerade Firmen, deren Name auch mit A beginnt, kommen schlecht weg. Vor allem Apple und Acer müssen also leiden. Der quirlige Manager steht am Dienstnachmittag (Ortszeit) in einem Konferenzsaal des nagelneuen “Aria”-Hotels in Las Vegas und zeigt jene neuen Produkte, mit denen Asus auf der weltgrößten Unterhaltungselektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) die Wettbewerber ausstechen will.
und
Stolz ist Shih aber vor allem darauf, dass im Inneren Nvidias neuer Dualcore-Prozessor Tegra 2 arbeitet. Sogleich fängt er wieder an, auf Apples iPad einzuprügeln.
Jonney Shih und quirlig? Ein Taiwanese, der auf Konkurrenten einpruegelt. Werter Herr Kremp, vielleicht ziehen sie vor der naechsten Pressekonferenz einmal die Spritze aus der Armbeuge oder hoeren auf Crack zu rauchen, denn was sie sich da aus den Fingern saugen ist eine Sauerei. Das was sie beschreiben mag auf den Choleriker aus Cupertino zutreffen, fuer einen taiwanesischen CEO waere es faktisch ein Gesichtsverlust vor der versammelten Weltpresse. Herr Kremp, sie sind entweder ein notorischer Luegner oder stehen unter dem Druck Traffic zu erzeugen, koste es was es wolle (auf den Einfluss von bewusstseinserweiternden Substanzen habe ich ja bereits hingewiesen).
Das kann man machen, muss man aber nicht. Jetzt durften sie einmal im Leben aus ihrer Hoehle raus und in die grosse weite Welt reisen und hauen so einen Schrott raus. Sie diffamieren einen der bescheidensten und zurueckhaltendsten Konzernlenker der IT-Industrie und das ist einfach nicht in Ordnung. Waere ich ASUS, sie haetten zum letzten Male eine Pressekonferenz besucht. Das wuerde bedeuten, dass sie sich auf das konzentrieren koennen, was sie bereits seit Jahren tun: News von anderen Portalen abschreiben und hin und wieder mal ein Stueckchen Hardware so zu testen, dass es den PR-Bueros der entsprechenden Marke auch gefaellt. Wie gut sie dies drauf haben, konnten sie ja vortrefflich in ihrem Nokia Booklet 3G Test beweisen.
Ihr vorletzter Absatz faellt da bei dieser persoenlichen Offenbarung kaum noch ins Gewicht:
Wie es allerdings um die Qualität der superflachen Tastatur bestellt ist, lässt sich bisher nicht einschätzen. Denn genau wie alle anderen Asus-Tablets verschwand auch der Slider nach seiner Vorstellung sofort hinter der Bühne. Nach dem Motto “Angucken ja, anfassen aber nicht”.
Ich denke das kommt dabei rum, wenn man als Sesselpuper nicht wirklich viele Pressekonferenzen besucht, denn in den letzten 10 Jahren habe ich es auf keiner PK weltweit erlebt, dass Prototypen noch auf der Buehne ausgehaendigt wurden. Dafuer hatte ASUS uebrigens eine Suite gemietet, aber wem erzaehle ich das eigentlich?
Der Spiegel war mal so etwas wie eine Institution und ich habe das gedruckte Magazin (ja, manchmal unterstuetze auch ich das Waldsterben)immer mal wieder gerne gekauft. Inzwischen habe ich Angst davor auf die Online-Artikel zu klicken, weil ich der Postille nur noch so weit traue, wie ich einen der Redakteure werfen koennte.














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