By Sascha
18 Mar, 2009 1:11 pm
Wie Roland auf Winfuture berichtet, sind die Verkaufszahlen fuer Apple Computer im Jahresvergleich im 16% zurueckgegangen, waehrend im gleichen Zeitraum die Anzahl der verkauften Windows PCs um 22% zunahm. Apple MacBooks verloren ebenfalls 7%, waehrend Windows Notebooks gar um 36% zulegen konnten (immerhin noch 16% wenn man saemtliche Netbook Verkaeufe abzieht).
Die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen, werden hier doch direkte Verkaeufe ueber die Webseiten nicht mit einbezogen, sondern einzig und allein die Zahlen des Einzelhandels verwendet.
Dennoch ein alarmierendes Zeichen fuer Apple, machten doch bereits die um 35% eingebrochenen Verkaeufe bei den Desktop PCs von sich reden. Es scheint als wuerde es immer schwieriger Hardware teuer anzubieten und diese ueber die Zugkraft der Marke zu vertreiben, zumindest in Zeiten der finanziellen Krise.
Nun soll das schon in den Hype Olymp gehobene Apple Netbook die Kohlen aus dem Feuer holen. Warum es klappen koennte:
Im 3. Quartal wird es soweit sein, Apple muss die dummdreiste Verweigerungsformel des roechelnden Ueber-CEOs Steve Jobs revidieren, der sich doch in einem ersten Anfall von Arroganz zu der Aussage hinreissen liess, dass man gar nicht wisse wie man so ein so einen $500 Scheiss produziere.
Typisches Beissverhalten eines Hundes, der auf dem einzigen Wachstumsmarkt in der IT-Branche nicht mitklaeffen darf. Nun, der gute Steve fuerfte sich inzwischen in irgendeinem Sanatorium (oder vielleicht doch Rehab?^^) befinden, was den Jungs aus Cupertino zumindest erlaubt den Markt ein wenig realistischer zu betrachten. Machen wir das auch einmal und schauen wir uns die Chancen fuer ein Apple Netbook an und wie es aussehen koennte.
1. Formfaktor
Ein einfaches Netbook-Design geht natuerlich gar nicht. Apple muss auch hier das Verlangen nach etwas “Besonderen” befriedigen. Mit ein einem Apple Netbook geht man schliesslich nicht einfach in den Starbucks an der Ecke, gesellt sich zu den Eee PC Juengern und sagt: “Hey, ich habe jetzt auch so eines von den kleinen Dingern”. Der Apple User moechte gefaelligst auch als solcher wahrgenommen werden und somit wird das Apple Netbook wohl ein wenig aus dem Rahmen fallen.
Sollte Apple wirklich seine iPod und iPhone Philosophie umsetzen, erwartet uns halt der 8inch iPod ohne Tastatur, aber dafuer mit Multitouch-Display. Inwiefern ein physikalisches Feedback bei der Bedienung der virtuellen Tastatur vorgesehen ist (Samsung praktiziert dies schon bei neueren Handys), vermag ich nicht zu sagen, ein nettes Gimmick waere es auf jeden Fall.
Ich bleibe dabei und tippe auf den Tablet. Apple will, ja muss anders sein und dies wird auch das Apple Netbook deutlich zeigen.
2. Hardware
Jetzt wird es ein wenig kniffliger, denn wenn ich mir ueberlege was bis zum August an Plattformen verfuegbar ist, dann gibt es da fuer Apple nicht viele Moeglichkeiten. Intel, VIA und ARM stehen auf der Liste der potentiellen CPU Lieferanten, aber wir duerfen auch NVIDIA nicht vergessen.
Auch hier sollten wir unbedingt im Hinterkopf behalten, dass sich Apple von den Mitbewerbern unterscheiden will (Ich verwette meinen Arsch darauf, dass die Praesentation nach dem Motto laufen wird “Wir haben das Netbook neu erfunden” oder “Das erste wirkliche Netbook”)und vor allen Dingen auch muss. Somit ergeben sich 3 Szenarien:
1. Die sichere Variante mit Intel Atom N280 und dem GN40 Chipsatz. Das ist zwar nicht wirklich innovativ, aber dafuer recht guenstig.
2. Die Performance Loesung mit Atom N280/VIA Nano und NVIDIA Ion Chipsatz. Damit koennte Apple sofort richtig punkten und auch weitaus hoehere Preise gerechtfertigen
3. Das Laufzeitwunder mit ARM CPU. Ein flacher 6 Zellen Akku kann hier, je nach Ausstattung, locker 16-20 Stunden Laufzeit garantieren, wenn die Komponenten sorgfaeltig ausgewaehlt sind
3. Ecosystem
Apple hat mit seinem App Store den Konkurrenten nicht nur eine Nasenlaenge voraus, die Kalifornier sind um Lichtjahre vorne. iPhone und iPod Touch garantieren unglaubliche Umsatzzahlen und Google, Nokia und Co. bleiben nur der Wunsch, hoffentlich bald eine aehnliche Infrastruktur ins Netz schieben zu koennen.
Aber halt, noch ist der App Store natuerlich voll auf das iPhone und den iPod ausgelegt, hier muesste also ordentlich Content fuer Apple Netbookuser her. Aufgrund der Popularitaet dieser Plattform sehe ich hier aber das geringste Problem. Die Coder werden sich auf die Systeme stuerzen und hier das Potential einer direkten und kostenguenstigen Vermarktung sehen und Apple verdient natuerlich lecker daran mit
4. Preis
Jetzt wird es knifflig! $400? Forget it! Die Aepfel muessen sich bewusst sein, dass ein zu niedriger Preis eher kontraproduktiv auf das Markenbewusstsein der potentiellen Apple-Kunden wirkt. Was nix kostet, is auch nix! Das scheint eines der Erfolgsrezepte zu sein. $600 – $800 scheint mir angemessen. Hierdurch gefaehrdet man nicht die Macbooks und sonnt sich als Hersteller des absoluten Highend Netbooks, in der Sonne der Rezession.
Egal, die User werden es kaufen. Ach zu diesem Preis. Die Zugkraft der Marke Apple, die virale Marketing-Lawine die jedes neue Apple Produkt lostritt und natuerlich der Netbook Book, das sind alles Faktoren, die fuer einen Erfolg der Loesung aus Kalifornien sprechen.
Wenn, ja wenn es denn kein $500 Scheiss ist. Hoffen wir mal, dass Kollege Jobs da richtig lag.











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