By Matze
02 Jan, 2009 7:58 pm
Unser Leser Crawler hat einen sehr schönen Umbaubericht geschrieben und in unserem Forum veröffentlicht. Der Einbau der SSD bringt ausser einer geringeren Stossempfindlichkeit auch einen geringeren Stromverbrauch und somit auch weniger Lüftergeräusche mit sich. Alles in allem ist Crawler rundum zufrieden mit seinem Umbau, auch wenn er sich mit dem Bluetooth Modul ein wenig des ersparten Stroms wieder wegnimmt und der Umbau nicht ganz einfach war. Aber lest selbst:
Vorgeplänkel:
Nun habe ich schon 3 Wochen den Samsung NC10 und war bisher auch sehr zufrieden. Zwar wurde in diversen Foren und Testberichten immer wieder die Lautstärke der Fujitsu-HDD bemängelt, ich hielt das allerdings für übertrieben. Einzig und allein der Lüfter könnte leiser sein, so meine Beurteilung.
Der Lüfter? Wirklich? Das war der Anlass, der Sache mal näher auf den Grund zu gehen. Man hat ja schon viel gehört, wie schlecht sich das NC10 öffnen lässt und das hat natürlich auf viele eine abschreckende Wirkung. Es gibt aber eine Gattung Mensch, die sich durch solche Meldungen irgendwie angespornt fühlen, es selbst mal zu probieren. Und was soll ich sagen? Es klappte doch irgendwie problemlos.
Also mal im geöffnetem Zustand gestartet, Geräuschentwicklung auch bei stehendem Lüfter! Also doch die Platte! Das permanente Laufgeräusch wirkte nun um so störender, es wurde Zeit, etwas zu tun …
Die Wahl der richtigen Platte
Natürlich hat eine herkömmliche Platte aufgrund ihrer Kapazität einen gewissen Reiz, aber Hand aufs Herz, wer braucht schon bis zu 500 GB im Netbook? Ich zumindest nicht. Und die ganzen Testberichte und zum Teil widersprüchlichen Angeben zur Lautheit der 2,5″-HDDs trugen dazu bei, es auch mal im mir unbekannten SSD-Territorium zu versuchen. Unbekannt ist vielleicht das falsche Wort, man hört, liest und sieht ja viel zum Thema SSDs, aber den praktischen Einsatz habe ich noch nicht erprobt, und das soll sich nun endlich ändern.
Über die Technologien SLC und MLC brauchen wir jetzt kein Wort zu verlieren, jeder, der sich schon ein wenig mit SSDs beschäftigte, kennt sowohl den leistungstechnischen als auch den preislichen Unterschied. Um es kurz zu machen: Es wurde eine günstige MLC aus dem Hause Transcend, 64GB groß.
Gekauft habe ich sie beim örtlichen Händler, zu finden ist sie auch hier bei Alternate: Transcend-MLC-SSD
Kleiner Nebeneffekt: sie ist auch entschieden leichter als die ursprünglich verbaute Fujitsu-HDD. Laut Küchenwaage waren es 35g Gewichtsersparnis, also etwas weniger als 3% der Gesamtmasse.
Hier mal ein Vergleichsbild der neuen SSD mit der ursprünglich verbauten HDD
Der Einbau
Die mitgelieferte Tasche erfüllt genau einen Zweck: als Unterlage bei Bastelarbeiten schützt sie das NC10 vor Kratzern. Ansonsten ists wohl ein eher nutzloses Gadget.
Wie ich ja bereits schrieb, lag das NC10 schon mal geöffnet vor mir. Also nochmal das selbe Spiel von vorn. Samsung könnte ruhig etwas Gewicht einsparen, indem sie nicht so viele Schrauben in den Boden setzen würden , bei anderen Herstellern klappt das doch auch. Ausgestattet mit dem passenden Schraubendreher machte ich mich also ans Werk, 15 Schrauben galt es zu lösen und nun wirds knifflig, aber nicht unmöglich. Kleiner Hinweis, es gibt keine versteckten Schrauben (engl.: hidden screws) unter Aufklebern, Gummifüßen etc..
So sieht es aus, wenn man die Schrauben gelöst hat. Unspektakulär, nicht wahr?
Wenn man sich das Gehäuse mal ansieht, wird der Boden quasi über die 3,5mm-Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikro “gestülpt”, also ist dort der denkbar schlechteste Platz, um mit dem Öffnen zu beginnen. Also wählte ich die gegenüberliegende, vordere Ecke (wo die zwei nebeneinanderliegenden USB-Ports liegen. Von dort aus öfnnete ich die Plastiknasen bis zur SD-Reader-Ecke, dann vom doppelten USB-Port Richtung Akku, also zum Deckelscharnier. Dann entlang der hinteren Kante. Muss ich erwähnen, dass ich den Akku schon längst vorher ausgebaut habe, um das Teil zu öffnen? Damit sind drei Seiten (die zwei langen und die kurze mit den zwei USB, Netz- und Lananschluss) frei und man kann mit ein wenig Gefühl die Bodenplatte aus den Plastiknasen und vor allem aus die Klinkenbuchsen aushaken. Also nicht mit Gewalt rangehen, sondern sanft wie beim fachgerechten Umgang mit einer Frau. Okay, ich schweife ab…
Für Leute, die auch mal ihr NC10 öffnen wollen, könnte das verwendete Werkzeug ganz interessant sein. Manchmal muss man ja auch sanft hebeln, den Spalt konnte ich aber ganz gut mit dem Fingernagel öffnen (kleine Notiz an mich: Könntest dir ruhig mal wieder die Fingernägel schneiden!) Was also tun, wenn man gerade ganz kurze Fingernägel hat? Die Freundin ranlassen? Vier Wochen warten? Auf keinen Fall mit zu harten Gegenständen wie Küchenmesser, Spachtel oder ähnliches Zeug rangehen. Gestern abend wurde mir im Live-Chat (also noch vor dem S10e-Stream) ein guter Tipp mitgeteilt. Ich weiß nicht mehr wer es war, aber vermutlich ein Gitarrenspieler oder Bassist: ein Plektron aus Plastik leistet gute Hilfe. Alternativ auch Mutterns Teigschaber, den man passend zurechtschneidet.
Ich hab hier mal die Schritte dargestellt, in welcher Reihenfolge ich mich an den Plastiknasen entlanghangelte. Also von der Ecke unten rechts nach unten links (1), dann von unten rechts nach oben rechts (2) und abschließend von oben rechts nach oben links (3). Naja, wie schon beschrieben eben. Aber für die visuellen Leser eben nochmal grafisch.
Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja: Nun schaut uns eine blaue Platine an, unverkennbar liegt die HDD in einem dünnen Blechkäfig. Aber hey, jetzt sind es nur noch drei Schrauben. Also nochmal den Schraubenzieher gezückt, die zwei seitlichen Schrauben und eine sitzt noch senkrecht, um den Käfig zu halten . Diesmal sind sind sie schwarz, man kann sie also gut von den anderen Gehäuseschrauben unterscheiden. Der Rest ist Kinderkram: HDD seitlich rausziehen, wegpacken, SSD nehmen, reinschieben, festschrauben, fertig. Na gut, der Gehäuseboden sollte ja doch noch ans Netbook, sonst kippelt das Gerät zu sehr.
“Weitergehen! Hier gibts nichts zu sehen!” sagte ein Combine in Halflife2. Und tatsächlich, eine verbaute SSD im geöffneten NC10 hält auch keine neuen Erkenntnisse bereit.
Zusammenbauen ist sowieso leichter als Auseinandernehmen, also gehts jetzt auch schneller: Bodenplatte an den Klinkenbuchsen zuerst einfädeln, darauf achten, dass keine Kabel gequetscht werden. Wenn der Boden nun plan aufliegt mit sanften Druck (ihr erinnert euch noch, was sanft bedeutet) den Boden in die Halterungen drücken, das macht dann ein paar mal Klick und nun fangen wir wieder an zu schrauben. Ein großer Vorteil ist, dass die blanken Gehäuseschrauben alle gleich lang sind und das gleiche Gewinde haben, ein Verwechseln ist also ausgeschlossen. Also 15 mal “schraub” und einmal noch “puh” gerufen und das wars schon. Einbau gelungen, nix übriggeblieben. Akku rein, starten. Auf die Geräusche achten, und erst mal kräftig ärgern. Da Laufgeräusch ist weg, aber dumpfe Töne, ca 1,5 bis 2 pro Sekunde sind lautstark zu vernehmen! Aber ich hab doch alles richtig gemacht?! Die Ortung des Geräusches ergab, dass mein Herz vor Aufregung flatterte. Das NC10 läuft mit absoluter Stille vor sich hin…
















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