Baubericht: SSD-Einbau und Bluetooth im NC10

January 2, 2009 von Matze 

small_bt_anschlussUnser Leser Crawler hat einen sehr schönen Umbaubericht geschrieben und in unserem Forum veröffentlicht. Der Einbau der SSD bringt ausser einer geringeren Stossempfindlichkeit auch einen geringeren Stromverbrauch und somit auch weniger Lüftergeräusche mit sich. Alles in allem ist Crawler rundum zufrieden mit seinem Umbau, auch wenn er sich mit dem Bluetooth Modul ein wenig des ersparten Stroms wieder wegnimmt und der Umbau nicht ganz einfach war. Aber lest selbst:

Vorgeplänkel:

Nun habe ich schon 3 Wochen den Samsung NC10 und war bisher auch sehr zufrieden. Zwar wurde in diversen Foren und Testberichten immer wieder die Lautstärke der Fujitsu-HDD bemängelt, ich hielt das allerdings für übertrieben. Einzig und allein der Lüfter könnte leiser sein, so meine Beurteilung.
Der Lüfter? Wirklich? Das war der Anlass, der Sache mal näher auf den Grund zu gehen. Man hat ja schon viel gehört, wie schlecht sich das NC10 öffnen lässt und das hat natürlich auf viele eine abschreckende Wirkung. Es gibt aber eine Gattung Mensch, die sich durch solche Meldungen irgendwie angespornt fühlen, es selbst mal zu probieren. Und was soll ich sagen? Es klappte doch irgendwie problemlos.
Also mal im geöffnetem Zustand gestartet, Geräuschentwicklung auch bei stehendem Lüfter! Also doch die Platte! Das permanente Laufgeräusch wirkte nun um so störender, es wurde Zeit, etwas zu tun …

Die Wahl der richtigen Platte

Natürlich hat eine herkömmliche Platte aufgrund ihrer Kapazität einen gewissen Reiz, aber Hand aufs Herz, wer braucht schon bis zu 500 GB im Netbook? Ich zumindest nicht. Und die ganzen Testberichte und zum Teil widersprüchlichen Angeben zur Lautheit der 2,5″-HDDs trugen dazu bei, es auch mal im mir unbekannten SSD-Territorium zu versuchen. Unbekannt ist vielleicht das falsche Wort, man hört, liest und sieht ja viel zum Thema SSDs, aber den praktischen Einsatz habe ich noch nicht erprobt, und das soll sich nun endlich ändern.
Über die Technologien SLC und MLC brauchen wir jetzt kein Wort zu verlieren, jeder, der sich schon ein wenig mit SSDs beschäftigte, kennt sowohl den leistungstechnischen als auch den preislichen Unterschied. Um es kurz zu machen: Es wurde eine günstige MLC aus dem Hause Transcend, 64GB groß.
Gekauft habe ich sie beim örtlichen Händler, zu finden ist sie auch hier bei Alternate: Transcend-MLC-SSD
Kleiner Nebeneffekt: sie ist auch entschieden leichter als die ursprünglich verbaute Fujitsu-HDD. Laut Küchenwaage waren es 35g Gewichtsersparnis, also etwas weniger als 3% der Gesamtmasse.

small_platten

Hier mal ein Vergleichsbild der neuen SSD mit der ursprünglich verbauten HDD

Der Einbau

small_unten

Die mitgelieferte Tasche erfüllt genau einen Zweck: als Unterlage bei Bastelarbeiten schützt sie das NC10 vor Kratzern. Ansonsten ists wohl ein eher nutzloses Gadget.

Wie ich ja bereits schrieb, lag das NC10 schon mal geöffnet vor mir. Also nochmal das selbe Spiel von vorn. Samsung könnte ruhig etwas Gewicht einsparen, indem sie nicht so viele Schrauben in den Boden setzen würden , bei anderen Herstellern klappt das doch auch. Ausgestattet mit dem passenden Schraubendreher machte ich mich also ans Werk, 15 Schrauben galt es zu lösen und nun wirds knifflig, aber nicht unmöglich. Kleiner Hinweis, es gibt keine versteckten Schrauben (engl.: hidden screws) unter Aufklebern, Gummifüßen etc..

small_ohne_schrauben

So sieht es aus, wenn man die Schrauben gelöst hat. Unspektakulär, nicht wahr?

Wenn man sich das Gehäuse mal ansieht, wird der Boden quasi über die 3,5mm-Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikro “gestülpt”, also ist dort der denkbar schlechteste Platz, um mit dem Öffnen zu beginnen. Also wählte ich die gegenüberliegende, vordere Ecke (wo die zwei nebeneinanderliegenden USB-Ports liegen. Von dort aus öfnnete ich die Plastiknasen bis zur SD-Reader-Ecke, dann vom doppelten USB-Port Richtung Akku, also zum Deckelscharnier. Dann entlang der hinteren Kante. Muss ich erwähnen, dass ich den Akku schon längst vorher ausgebaut habe, um das Teil zu öffnen? Damit sind drei Seiten (die zwei langen und die kurze mit den zwei USB, Netz- und Lananschluss) frei und man kann mit ein wenig Gefühl die Bodenplatte aus den Plastiknasen und vor allem aus die Klinkenbuchsen aushaken. Also nicht mit Gewalt rangehen, sondern sanft wie beim fachgerechten Umgang mit einer Frau. Okay, ich schweife ab…
Für Leute, die auch mal ihr NC10 öffnen wollen, könnte das verwendete Werkzeug ganz interessant sein. Manchmal muss man ja auch sanft hebeln, den Spalt konnte ich aber ganz gut mit dem Fingernagel öffnen (kleine Notiz an mich: Könntest dir ruhig mal wieder die Fingernägel schneiden!) Was also tun, wenn man gerade ganz kurze Fingernägel hat? Die Freundin ranlassen? Vier Wochen warten? Auf keinen Fall mit zu harten Gegenständen wie Küchenmesser, Spachtel oder ähnliches Zeug rangehen. Gestern abend wurde mir im Live-Chat (also noch vor dem S10e-Stream) ein guter Tipp mitgeteilt. Ich weiß nicht mehr wer es war, aber vermutlich ein Gitarrenspieler oder Bassist: ein Plektron aus Plastik leistet gute Hilfe. Alternativ auch Mutterns Teigschaber, den man passend zurechtschneidet.

small_oeffnen

Ich hab hier mal die Schritte dargestellt, in welcher Reihenfolge ich mich an den Plastiknasen entlanghangelte. Also von der Ecke unten rechts nach unten links (1), dann von unten rechts nach oben rechts (2) und abschließend von oben rechts nach oben links (3). Naja, wie schon beschrieben eben. Aber für die visuellen Leser eben nochmal grafisch.

Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja: Nun schaut uns eine blaue Platine an, unverkennbar liegt die HDD in einem dünnen Blechkäfig. Aber hey, jetzt sind es nur noch drei Schrauben. Also nochmal den Schraubenzieher gezückt, die zwei seitlichen Schrauben und eine sitzt noch senkrecht, um den Käfig zu halten . Diesmal sind sind sie schwarz, man kann sie also gut von den anderen Gehäuseschrauben unterscheiden. Der Rest ist Kinderkram: HDD seitlich rausziehen, wegpacken, SSD nehmen, reinschieben, festschrauben, fertig. Na gut, der Gehäuseboden sollte ja doch noch ans Netbook, sonst kippelt das Gerät zu sehr.

small_ssd_eingebaut

“Weitergehen! Hier gibts nichts zu sehen!” sagte ein Combine in Halflife2. Und tatsächlich, eine verbaute SSD im geöffneten NC10 hält auch keine neuen Erkenntnisse bereit.

Zusammenbauen ist sowieso leichter als Auseinandernehmen, also gehts jetzt auch schneller: Bodenplatte an den Klinkenbuchsen zuerst einfädeln, darauf achten, dass keine Kabel gequetscht werden. Wenn der Boden nun plan aufliegt mit sanften Druck (ihr erinnert euch noch, was sanft bedeutet) den Boden in die Halterungen drücken, das macht dann ein paar mal Klick und nun fangen wir wieder an zu schrauben. Ein großer Vorteil ist, dass die blanken Gehäuseschrauben alle gleich lang sind und das gleiche Gewinde haben, ein Verwechseln ist also ausgeschlossen. Also 15 mal “schraub” und einmal noch “puh” gerufen und das wars schon. Einbau gelungen, nix übriggeblieben. Akku rein, starten. Auf die Geräusche achten, und erst mal kräftig ärgern. Da Laufgeräusch ist weg, aber dumpfe Töne, ca 1,5 bis 2 pro Sekunde sind lautstark zu vernehmen! Aber ich hab doch alles richtig gemacht?! Die Ortung des Geräusches ergab, dass mein Herz vor Aufregung flatterte. Das NC10 läuft mit absoluter Stille vor sich hin…

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  • Kommentare

    21 Antworten to “Baubericht: SSD-Einbau und Bluetooth im NC10”
    1. saperalot says:

      schöner bericht regt an es nachzumachen ;-) und ssd ist sowieso die zukunft in dererlei geräten, ich habe zu viele hd geschrottet mir kommt keine mehr rein.

    2. Shortman says:

      Oh Mann, das klingt verlockend.
      Aber auch Deine perfekte Anleitung kann mein fehlendes Talent nicht kompensieren.
      Wenn ich das in Angriff nehmen würde, dann hätte ich nachher 15 + 3 abgedrehte Schrauben bzw. Gewinde und mindestens drei Löcher in der Hauptplatine, wenn ich mit meinem auf Plasmastufe geheizten Lötkolben abrutschen würde.

      Ne ne, das bekomme ich leider nicht auf dei Reihe.
      Den Palltentausch ja noch vielleicht, den BT-Adaper definitv nicht.

      Shortman

    3. KalvinKlein says:

      Respekt, sehr schöner Bericht, tolle Bilder, ich warte noch bis 128 GB SSD in den bezahlbaren Bereich kommen.

    4. OrangeS says:

      Super Bericht, geht nun meinen Favoriten an und wartet auf Aktivierung. ;-)

    5. Crawler says:

      Scön, dass der Artikel veröffentlicht wurde und positive Reaktionen hervorrief. Viel hat sich über die Feiertage nicht getan, einzig und allein eine Bluetooth-Mouse wurde in Betrieb genommen. Ich werde den Artikel dahingehend im Forum erweitern.

    6. Askaaron says:

      Danke für die Anleitung - dennoch ein paar kritische Anmerkungen:

      Für etwas mehr Geld geht’s auch ohne Löterei…

      Das originale BT-Modul samt Anschlußkabel für den Betrieb an +/- 3,3V gibt es auch als Ersatzteil. Das ist zwar teurer, hat aber den großen Vorteil, daß man nicht herumlöten muss.

      Auch sollte man beim Kauf eines konventionellen BT-Dongels darauf achten, daß man ein Exemplar verwendet, daß mit Widcomm-Stack arbeitet und nicht BlueSoleil - letzteres ist nicht gerade ein Ausbund an Stabilität und bietet auch keine Explorer-Integration. Ich würde hier Teile von ANYCOM empfehlen, auch wenn es ein paar EUR teurer ist (z.B. ANYCOM USB 500 - sehr kompakt).

      Des weiteren:

      SSDs sind in der Regel *nicht* sparsamer als ein konventionelle HD! Einzig die geringere Wärmeentwicklung und Stoßunempfindlichkeit mögen ein Argument sein.

      Auch misst HD-Tune *nicht* die Schreibraten, sondern nur die Lesegeschwindigkeit. Mein 10 EUR-USB-Stick schafft bei HD-Tune auch locker 30-40 MB/s, obwohl beim Schreiben nur ca. 5-6 MB/s drin sind. Realistische Werte erhält man nur, wenn man testweise mal größere Datenmengen auf die SSD kopiert.

    7. Manni says:

      @ askaaron

      Hi kannst du mal schreiben woher man das original ersatzteil “bluetooth modul” herbekommt? gibts dazu vielleicht ein paar bilder?

      danke

      ciao

    8. Askaaron says:

      @Manni: Manchmal gibt es solche Module bei der E-Bucht. Das Ganze besteht aus dem Modul und einem einige cm langen Kabel mit einem Stecker für’s Mainboard und einem zweiten, an dem man das Modul anstöpselt. Nennt sich dann “Internal Bluetooth Module”.

      Evtl. hilft auch eine Anfrage beim Samsung Support nach diesem Ding als Ersatzteil, da sowas auch bei anderen Samsung-Laptops mit BT-Unterstützung in der gleichen Weise verbaut sein dürfte.

    9. Nihat says:

      Hallo,

      habe ich Tomaten auf den Augen, oder taucht in diesem Bericht der Bluetooth Einbau nur in dem Titel auf? Kann mir jeman d mal bitte den Link zum “vollständigen” Bericht schicken?

      Danke & Gruß

      Nihat

    10. tecuilatl says:

      wie immer ich es auch anstelle, ich kann nur die Seite 1 lesen. Wenn ich auf weiter zu Software, Benchmarks und RAM Erweiterung klicke, komm ich wieder auf diese Seite zurück…..
      Was muss ich tun, um weiterzulesen ???

    11. Sascha says:

      sorry, wir haben die Linkstruktur aendern muessen. Jetzt sollte wieder alles funktionieren

    12. Ell says:

      Bringt die SSD tatsächlich eine spürbar längere Akkulaufzeit?

      Ich dachte, die Urban Legend, dass SSDs sparsamer sind als HDDs, würde auf einem älteren Aritkel bei Tom’s Hardware basieren, der kurz darauf korrigiert wurde.

    13. Sascha says:

      mein Samsung laeuft mit der Patriot etwa 20-30 Minuten laenger

    14. Philip May says:

      Mich würde ja auch mal interessieren wie die Läustärke des Notebooks sich verändert.
      Zum einen ist die SSD an sich ja schon mal leiser, zum anderen entwickelt sie ja (glaube ich) auch nicht so viel wärme (die dann vom Lüfter abtransportiert werden muss).
      Hat jemand von Euch den Vergleich mal gemacht?

    15. Askaaron says:

      Nochmal zu SSD:

      1) SSD sind definitiv NICHT nennenswert sparsamer als HDs beim Stromverbrauch.

      Eine aktuelle 2.5″-Platte braucht im Betrieb vielleicht 2-3 Watt, je nach Nutzung (siehe Datenblätter der Hersteller). Eine entsprechende SSD liegt in einer ähnlichen Größenordnung.

      Der hier erwähnte Laufzeitgewinn von 20-30 Minuten ist bezogen auf die 5-6 Stunden, die der Samsung NC10 mit HDD schafft, gerade mal 10% - nur deswegen einen teuren Umbau vorzunehmen, bei dem man am Ende auch deutlich weniger Speicherplatz hat, lohnt sich IMHO nicht.

      2) Zur Kühlung: Eine HDD wärmt zwar das Innenleben des Netbooks zweifellos auch auf - aber dieser Effekt macht sich erst nach ein paar Stunden auch bei CPU und MCH bemerkbar, die vom Lüfter gekühlt werden. Eine aktive Kühlung der HDD ist beim NC10 - wie bei fast allen Netbooks - nicht vorgesehen - eben weil die HDD normalerweise nicht so warm wird, daß eine aktive Kühlung unbedingt nötig ist. Zudem ist der NC10 erfreulicherweise so günstig aufgebaut, daß er ohnehin recht kühl bleibt, auch ohne laut surrenden Lüfter.

      Eine SDD ist sicherlich kühler, da sie keine Abwärme erzeugt - aber der Effekt ist insgesamt eher zu vernachlässigen. CPU und vor Allem der Chipsatz produzieren deutlich mehr Wärme (CPU 2,5 Watt, Chipsatz ca. 10-15 Watt).

      Eine SDD ist nur dann sinnvoll, wenn das Gerät gegen Erschütterungen im Betrieb unempfindlich machen will und wenn man *Lesezugriffe* und Zugriffszeiten deutlich beschleunigen möchte.

    16. Peter says:

      Du suchst noch Bastelideen???
      Wie wär’s denn mit einem GPS Stick im Netbook?
      http://www.netbook-magazin.com/1350/gps-empfanger-fur-das-netbook/

      Gruß
      Peter

    17. phil says:

      BT-Einbau:
      Wieso die Schwierigkeit mit der steckbaren Verbindung und nicht sattdessen direkt angelötet?
      Und ist überhaupt jemand an das originale Modul gekommen?

    18. stefan says:

      Habe soeben eine SSD OCZ Apex 60 GB in mein NC10 eingebaut. Dank deiner hervorragenden Anleitung war das ein Kinderspiel. Man wird belohnt mit Leseraten von über 120 MB/s !

    19. george says:

      Ich ersetze die serien-HDD durch eine SATA WD Scorpio Blue 500 GB, danach folgt der Einfachheit halber die Aufrüstung zu N-Draft!
      Für die Beschreibung Deiner Arbeitsschritte mit den entsprechenden Illustrationen ein herzliches Dankeschön. Besonders geholfen hat mir der “Maschinen”- wie fingernagelschonende Tip zum Öffnen mittels eines Plektrums und die korrekte Anzahl der Schrauben.
      Gruß an shortman, trau’ Dich, es kann wirklich nichts schiefgehen!

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