By Sascha
17 Aug, 2011 8:00 pm
Hach, es haette alles so einfach sein koennen wie beim Konkurrenten aus Mountain View, der sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, als er im Rahmen des Streetview-Projektes munter Wlan-SSIDs aufzeichnete und sammelte. Alles nur ein Softwarefehler und wir bitten ganz lieb um Entschuldigung.
Was bei Google funktioniert muss auch bei uns klappen, dachten sich da die PR-Experten aus Cupertino und hauten uns gestern die Geschichte des Bugs in die Wohnstuben. Was jedoch bei all dieser Aufregung unter geht ist die Tatsache, dass die fundamentale Idee im Jahre 2009 ein Feature des iPhones werden sollte und Apple entsprechende Anwendungen dazu entwickeln wollte.

Wie bereits am Montag auf Gawker veroeffentlicht wurde, hat Apple Mitarbeiter Ronald Huang schon 2009 ein Patent mit dem Titel “Location histories for location aware devices,” eingereicht, welches selbst die schlimmsten Befuerchtungen von Datenschuetzern uebertrifft.
Das Patent sieht zukuenftige durchsuchbare Karten vor, welche die genauen Aufenthaltsorte des Besitzers anzeigen, wobei die Position mit Hilfe von GPS, Wlans und Mobilfunkmasten bestimmt werden sollte. Es zeigt Wege auf, wie die Positionsdaten mit finanziellen Transaktionen verknuepft werden sollen, mit gemachten Foto und Video-Aufnahmen, und es beschreibt die Uebermittlung der Positionen an externe Server.
Apple geht sogar so weit und hatte bereits eine entsprechende App im Patent angemeldet, die sich da “Location History” nennt und auf den Seiten 4 und 5 des Patent-PDFs abgebildet ist. Im Grunde ist dies der hauseigene iPhone Tracker, der einzig und allein die Positionsdaten-Historie bildlich darstellen sollte:
Richtig Angst bekommt man aber, wenn Apple auf Seite 9ff die zukuenftigen Verwendungszwecke nennt und vor allen Dingen beschreibt, dass diese nicht limitiert waeren auf:
- Fotos machen
- finanzielle Transaktionen
- Daten die ueber die Sensoren aufgenommen werden
- Kommunikationsdaten (Anrufe und Messaging)
- etc., pp
In Sektion 0018 wird ebenfalls auf die bereits bekannte “remote reference database” eingegangen, bei der es sich wohl um einen Mirror der lokalen Datenbank handelt und die kontinuierlich geupdated wird.
Keine Angst, es kommt noch dicker! Behauptete Apple bisher, dass sie selbst ueberrascht waeren von der exzessiven Aufzeichnung der Positionsdaten und dass diese langfristige Speicherung ein Bug waere, so zeigt der Patent-Antrag, dass auch dies von ihnen geplant war. In Sektion 0032 wird von Komprimierungsverfahren zur Verkleinerung der Positions-Datenbank gesprochen.
Fernab der Tatsache, dass die jetzige auf dem iPhone gespeicherte Datenbank nur ungenaue Daten von Wlans und Funktuermen speichert, Apple zog es in Betracht genaueste Bewegungsprofile der Nutzer zu erstellen, um diese in zukuenftigen Anwendungen zu nutzen. Autsch!
Update: In Sued-Korea laeuft zur Zeit eine Sammelklage von 27 000 iPhone Usern gegen Apple und diese hat durchaus Chancen auf Erfolg, denn bereits im Juni wurden dort einem Nutzer ein Schadensersatz von 945 Dollar zugesprochen.
Sollten der Klage stattgegeben werden, wechseln mal eben locker 18 Millionen Dollar den Besitzer, was dem reichsten Unternehmen auf diesem Planeten aber nicht wirklich wehtun duerfte. Anders sieht es wohl mit der Oeffentlichkeitswirkung aus, denn im Moment scheint Cupertino da einen richtigen Lauf zu haben
Quelle: Bloomberg













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