By Roland
10 Apr, 2009 3:20 pm
Manchmal fragt man sich, was sich die Hersteller bei der Entwicklung ihrer Netbooks gedacht haben. Das perfekte Beispiel dafür ist das Gdium Liberty 1000 von Emtec, bei dem es sich um einen echten Exoten handelt, ist doch ausnahmsweise mal keine CPU eines großen bekannten Herstellers verbaut.
Stattdessen wird das Gerät von der in China entwickelten Loongson 2F CPU angetrieben. Der MIPS-Chip ist 64-Bit-fähig und arbeitet mit 900 Megahertz. Die Fertigung erfolgt durch die europäische Chipschmiede STMicroelectronics. Es handelt sich also nicht um die typische Wintel-Einheitskost, denn ohne x86-Chip wird es auch nix mit Windows XP oder ähnlichem.
Joanna vom LaptopMag hat das Gdium 1000 einmal mehr ausführlich auf Herz und Nieren getestet. Das Ergebnis fällt leider etwas enttäuschend aus, hätte man doch mit alternativer CPU und einem attraktiven Linux auf Mandriva-Basis eventuell einiges reißen können. Letztlich hat das Gdium Liberty 1000 allerdings einige Schwächen, die dem Gerät praktisch das Genick brechen.
So kann zwar das Keyboard, dessen Größe irgendwo zwischen Samsung N110, ASUS Eee PC 1000HE, HP Mini 2140 auf der komfortablen Seite und dem Archos 10 auf der verkrampften Seite angesiedelt ist, noch halbwegs überzeugen, doch das viel zu kleine und schlecht ansprechende Touchpad kehrt diesen Pluspunkt gleich wieder ins negative um.
Bei der Leistung sieht es ähnlich mau aus. So kann zwar das umfangreich ausgestattete und komfortable G-Linux Betriebssystem überzeugen, doch was nützt das beste OS, wenn man seine Funktionen mangels ausreichender CPU-Leistung nicht wirklich flüssig nutzen kann. Gerade beim Multitasking mit Programmen wie Firefox und OpenOffice tat sich das Gerät schwer – mehr als drei Sekunden für den Wechsel zwischen zwei Fenstern sind einfach zuviel.
Auch die Videowiedergabe machte Probleme. So laufen normale YouTube-Videos wohl einwandfrei, sobald es an höher aufgelöste Clips geht, ist aber Schluss. Während ein HQ-Video von Googles Videoportal noch lief, kam Joanna bei der Wiedergabe eines WMV-Videos mit 720p-Auflösung nicht über den ersten Frame hinaus.
Angesichts der enttäuschenden Leistung, fällt ein weiteres Manko des Gdium Liberty 1000 noch schwerer ins Gewicht – das Gerät wird extrem heiß, selbst wenn es nicht aktiv genutzt wird. Joanna und Kollegen maßen stets Temperaturen jenseits der 35°C – an der Außenhaut. Die Tastatur wurde teilweise 40°C warm und auf dem Schoß stieg die Temperatur sogar auf fast 45°C. Diese hohen Temperaturen sorgen dafür, dass der etwas laute Lüfter ständig laufen muss.
Auch in Sachen Akkulaufzeit musste sich das Emtec Gdium Liberty 1000 der Atom-basierten Konkurrenz geschlagen geben. Zwar wird ab Werk ein 4-Zellen-Akku mit 5000 mAh Kapazität geliefert, doch damit hält der Netbook-Exot nur knapp 2,5 Stunden im Surf-Betrieb durch. Atom-Netbooks laufen mit drei- oder vierzelligen Akkus im Schnitt eine halbe Stunde länger.
Insgesamt fällt Joannas Fazit daher zu Ungunsten des Emtec aus. Interessante Kombi ungewöhnlicher Komponenten mit viel zu kurzer Akkulaufzeit und kaum ausreichender Leistung. Zum Preis von 349 Dollar kann man inzwischen wesentlich bessere Geräte erwerben.
Hier geht’s zum ausführlichen Emtec Gdium Liberty 1000 Test von LaptopMag
[Quelle: LaptopMag via GottaBeMobile]















Pingback: Chinesen planen neue Netbook-CPU mit integrierter Grafik | Netbooknews.de - das Netbook Blog
Pingback: EMTEC GBox Nettop mit Atom & Nvidia ION im Hands-on | Netbooknews.de - das Netbook Blog
Pingback: EMTEC GBox Nettop mit Atom & Nvidia ION im Hands-on