By Casi
06 Jun, 2011 10:03 pm
Viel wurde gerätselt, was exakt iCloud sein würde – klar war lediglich, dass es sich logischerweise um einen Service handeln muss, der unsere Daten in der Cloud verwaltet. Genau so kam es auch und vorgestellt wurde ein Dienst, der es euch möglich macht, eure Inhalte auf allen euren Apple-Devices problemlos synchron zu halten. Letzteres hat wohl Steve Jobs selbst lange Jahre genervt, wenn man auf sein Zitat hört:
Keeping these devices in sync is driving us crazy
Recht hat er, der gute Mann. Er hat darvon erzählt, dass die Art und Weise, wie wir Daten synchron gehalten haben, für 10 Jahre mehr oder weniger toll funktioniert hat – wir nun aber vor veränderten Gegebenheiten stehen. Jedes Gerät kann Fotos und Videos darstellen und daher will man logischerweise auch überall seine Lieblings-Songs, -Bilder und Clips parat haben. Apples Lösung dafür ist also iCloud.
Apple möchte aber nicht nur, dass wir uns unterwegs von Musik oder Videos berieseln lassen sollen. Alles, was sich auf einem Gerät befindet, soll automatisch auch auf jedem anderen Gerät zu finden sein, egal ob es sich dabei um Dokumente, Medien-Dateien, Apps, Kontakte oder E-Mails handelt. Wird ein Foto geschossen, landet es automatisch in der Cloud und von dort aus ebenso automatisch auf den anderen Apple-Devices.
Jobs spricht auch über MobileMe, und dass Apple bei dessen Entwicklung nicht gerade eine Glanzleistung vollbracht hat – daher hat man es von grund auf neu programmiert, damit es zu iCloud passt. Der Service, der nun gratis ist, synchronisiert alle eure Kontakte und Kalender-Daten – natürlich automatisch.
Kauft ihr ein E-Book oder eine App, könnt ihr bei iBooks/im Appstore mittels iCloud-Button dafür sorgen, dass die Datei in die Cloud geladen wird – und von dort aus ebenfalls auf allen anderen Geräten landet, natürlich ohne zusätzliche Kosten.
Falls ihr keinen Rechner habt oder haben wollt, ermöglicht iCloud euch auch komplette Daten-Backups.
Für die Foto-Uploads stellt Jobs mit Photo-Stream eine eigens kreierte App vor, die auf mich ein klein wenig wie Picasa wirkt. Bilder in Photo-Stream werden unter “Fotos” als eigenes Album angezeigt. Da Fotos ordentlich Speicher fressen, werden “nur” die letzten 1000 Bilder gespeichert und zwar für 30 Tage. Schaufelt ihr die Bilder auf euren Mac/PC, bleiben sie natürlich für immer erhalten, dazu müssen sie nur in ein Album gepackt werden.
Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung ist natürlich iTunes unter iCloud. Entgegen der Gerüchte, Vermutungen und Hoffnungen, handelt es sich hierbei leider nicht um einen Streaming-Dienst. Wie schon bei den Apps und E-Books könnt ihr einmal gekaufte Songs kostenlos auf andere Devices laden. Das geschieht entweder manuell oder per “automatic downloads”. Während der Keynote wurde ein Song vom iPhone aus gekauft und landete umgehend auch auf dem iPad. Bis zu zehn Geräte können auf diese Weise mit einem einmal bezahlten Song bestückt werden.
Apple spendiert jedem Nutzer fünf Gigabyte Speicherplatz, Fotos und Songs werden hier aber nicht reingerechnet. Genau wie iOS 5 wird auch iCloud im Herbst verfügbar sein.
Abschließend wird noch iTunes Match vorgestellt – klassisch, nach einem “one more thing” von Jobs. iTunes Match ist ein Dienst, der im Gegensatz zu allen anderen iCloud-Apps 25 Dollar im Jahr kostet. Für diese Summe scannt eine Software eure Songs – und wenn sie in der iTunes-Bibliothek erkannt werden, erhalten sie die gleichen Rechte wie in iTunes gekaufte Tracks und können dann ebenfalls in iCloud verwendet werden. Statt also eine komplette Musiksammlung langwierig in die Cloud zu schaufeln, verfährt iTunes Match nur bei den Tracks so, die sich nicht unter den 18 Millionen vorhandenen Songs befinden, sollte also in einer halben Stunde gegessen sein, “anstatt in Wochen”, womit Steve Jobs süffisant zum Seitenhieb gegen Google Music ausholt. Aber auch Amazon bekommt sein Fett weg, schaut selbst auf die Grafik, die die Musikdienste von Apple, Amazon und Google gegenüberstellt:
Tja, wie kann nun ein Fazit eines Dienstes aussehen, den man nur vorgestellt bekommt, aber noch nicht ausprobieren kann? Einiges klingt wirklich großartig, einer Idee wie iTunes Match merkt man deutlich an, wieso sich der einstige Kauf von lala.com für Apple gelohnt hat, einiges anderes wiederum kennt man aber auch bereits von Google, Microsoft oder Cloud-Diensten wie Dropbox. Interessant ist dabei am Rande noch die Tatsache, dass sich lala.com damals ziemlich klar positioniert hat, was illegale Downloads anging. Beim Scannen der vorhandenen Songs wurden nämlich aus allen Liedern in jedem Fall legale Downloads, egal wo sie herstammten. Wird noch zu erörtern sein, wie iTunes Match in diese Hinsicht verfährt.
Quelle: Engadget.com

















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