By Roland
04 May, 2009 3:44 pm
So läuft das nun mal mit neuen Produkten – irgendwann sind sie alltag und der Markt ist gesättigt. Andererseits können sie aber auch von der Schwäche der Märkte profitieren – so wie es bei Netbooks derzeit der Fall ist. Dies bestätigen auch die Marktbeobachter von iSuppli, sie warnen jedoch auch gleichzeitig, dass sich die Hersteller nicht zu sehr auf den Netbook-Boom verlassen sollten. Schließlich könnte er ihrer Auffassung langsam zu Ende gehen, wenn sich die Wirtschaftslage wieder bessert. Schwarzmalerei oder Realismus?
Ich glaube es ist beides. Einerseits haben die Analysten ja durchaus recht damit, dass sich die Kunden mit Ende der Wirtschaftskrise auch wieder teurere Notebooks leisten können, doch andererseits sind Netbooks eben der Einstieg in das Mobile Computing von heute. Und das werden sie auch bleiben. Außerdem nutzen immer mehr Menschen Netbooks, die sich sonst keinen Computer leisten konnten – und es auch nach Ende der Krise nicht können werden. Schließlich konnte ASUS die ach so dramatische Wirtschaftslage ja nicht in seiner Kristallkugel vorhersagen, als man damals den Eee PC in seiner ursprünglichen Form entwickelte.
iSuppli ist jedenfalls der Auffassung, dass die Kunden vor allem wegen ihrer sinkenden Einkommen zu Netbooks greifen. Mit Ende der Wirtschaftskrise ändert sich dies ihrer Einschätzung nach. Wenn sich die Bedingungen in den Jahren 2010 und danach wieder verbessern, erwartet iSuppli einen unumgänglichen Rückgang des Wachstums der Lieferzahlen.
Und nun ein Zitat von einem Analysten, der offenbar kaum weiß, was im Markt so abgeht.
“Die Leute kaufen Netbooks nicht, weil sie wirklich begehrenswerte Plattformen sind, sondern eher weil sie als günstige PCs einen guten Mix von Funktionen zu einem aktzeptablen Preis bieten”. Zitat Ende. Dies sagte Matthew Wilkins von iSuppli in seinem jüngsten Bericht. Wenn Herr Wilkins seinen Desktop-PC mal verlassen würde und unterwegs arbeiten müsste, würde er feststellen, dass er sich selbst widerspricht: Netbooks sind gerade deswegen “begehrenswerte Plattformen”, weil sie eben für kleines Geld ausreichende Funktionen bieten. Und mehr nicht. Weil keiner mehr braucht. Aber das wollen die Kunden von iSuppli natürlich nicht hören. Und was sind denn die Eigenschaften einer “begehrenswerten Plattform”, die ein Netbook nicht bieten kann? OK, Leistungswunder sind sie (noch) nicht – aber sonst?
Des weiteren fabuliert Herr Wilkins dann noch herum, dass die Hersteller doch bitte aufpassen sollen, sich nicht die Preise und Alleinstellungsmerkmale ihrer “regulären Notebooks” kaputt machen zu lassen. Tja, vielleicht lassen wir die angeblich getrennten Märkte für Net- und Notebooks ja einfach zugunsten dessen was der Kunde wünscht verschmelzen, anstatt ständig nur an unseren Profit zu denken – naja, vielleicht war ich doch etwas zu lange bei den “Feiern” anlässlich des 1. Mai in Berlin. Erstmal das Tränengas ausspülen.
Eins muss aber noch klar gestellt werden: iSuppli prognostiziert für 2010 ein Wachstum von 39,6 Prozent im Netbook-Beriech. Danach geht es dann abwärts, bis 2013 “nur noch” 13,1 Prozent drin sind – Wachstum der Stückzahlen wohlgemerkt.
[Quelle: iSuppli Pressemitteilung via DigiTimes via WinFuture]











