By Casi
19 Oct, 2011 12:00 pm
Ist Android Ice Cream Sandwich Gamechanger oder lediglich notwendige Weiterentwicklung? Mit der Verschmelzung von Gingerbread und Honeycomb gelingt Google auf jeden Fall schon einmal der Switch auf lediglich ein Android für sowohl Smartphones als auch Tablets. Google hat das Rad mit ICS – logischerweise – nicht neu erfunden, aber irgendwie – na ja – runder gemacht. Es finden sich viele Features, die einfach konsequent fortsetzen, was auf mobilen Devices zu passieren hat. Andy Rubin von Google formuliert es in seinem Blogposting wie folgt:
Beaming a video with a single tap or unlocking a device with only a smile sounds like science fiction. Now, you can actually do these things (and more) with a phone that fits in the palm of your hand.
Damit spricht Rubin u.a. exakt das Feature an, welches als Einziges bei der Präsentation des Samsung Galaxy Nexus nicht so richtig hingehauen hat: Face Unlock!
Mit dieser Funktion wird es uns ermöglicht, unser Smartphone denkbar einfach zu entsperren – einfach, in dem das Gerät mit Hilfe seiner Cam uns als den Benutzer ausmacht. Hat wie gesagt in der Präsi nicht wirklich geklappt, weil das OS abgeschmiert ist, aber geht mal davon aus, dass es bei VÖ des Galaxy Nexus funktioniert.
Die Roboto-Oberfläche macht einen grundsanierten Eindruck, die Hardware-Buttons werden nun komplett durch ihr Software-Gegenstück ersetzt, so wie ihr es schon von Honeycomb kennt. Der Lock-Screen kann hier übrigens natürlich nicht nur über die Gesichtserkennung entsperrt werden, sondern logischerweise auch wie bisher über ein Wischen über den Screen oder über einen Code. Wie ihr auf dem nächsten Bild sehen könnt, könnt ihr sogar hier bereits vordefinierte Replies an Anrufer raushauen, wenn ihr mal nicht rangehen wollt/könnt.
Während Apple ja bezüglich der Nachrichten erst jüngst unter iOS5 versucht hat, mit Android gleichzuziehen, liefert uns Google in Sachen Benachrichtigungs-Management den nächsten Schritt. So könnt ihr frei konfigurieren, welche Meldungen bei euch auflaufen, damit ihr nicht von unzähligen weniger wichtigen Benachrichtigungen zugespammt werdet. Ein Taskmanager hat es logischerweise auch an Bord des neuen Betriebssystems geschafft, auch hier steht die intuitive Bedienung und die Möglichkeit des schnellen Switchens zwischen den Apps im Vordergrund.
Bei aller Liebe für Android muss man doch manchmal anerkennen, dass man sich in Cupertino bei der Konkurrenz bedient hin und wieder. Beispielsweise könnt ihr nun Anwendungen übereinander ziehen, um so automatisch einen neuen Ordner zu erstellen – iPhone-Nutzer kennen das schon ein wenig länger. Die Widgets selbst sind nun skalierbar und haben so wie die Anwendungen auch einen eigenen Reiter in der Bedienleiste erhalten.
Klar, dass sich Google nicht lumpen lassen will, nachdem Apple mit Siri für Furore sorgt. Also bohrt man die eigene Spracheingabe auch auf – ich bezweifle, dass das ähnlich beeindruckend und sexy laufen wird wie auf dem iPhone, aber zumindest weiß man, dass man hier noch Bedarf hat und schraubt an diesen Punkten. Entscheidender für mich als die Spracheingabe ist beim Verfassen eines Textes das Dictionary – wie gut werden meine Worte erkannt, wie leicht kann ich weitere hinzufügen etc. Das sieht gut gelöst aus und stellt nochmal eine deutliche Verbesserung dar im Vergleich zu Gingerbread.
Ebenfalls neu an Bord: Ein Manager für Data Usage. Hier könnt ihr eure Apps verwalten, festlegen beispielsweise, ob eine Anwendung nur im WLAN startet oder ob man ihr generell ein Traffic-Limit verpasst. Abgerundet wird das durch umfangreiche Statistiken eures Traffics. Wenn wir schon bei den Apps sind: Persönlich gefällt mir die People-App richtig gut. Im Grunde handelt es sich hier um die Kontakte, die man aber nun ordentlich auf Social Media getrimmt hat. Ihr bekommt also nicht nur alle denkbaren Kontaktdaten zu einem Menschen geliefert, sondern könnt auch über dessen Profil all das nachvollziehen, was er bei Facebook und Konsorten treibt. Dass Google+ als Anwendung natürlich auf dem Gerät am Start ist, muss ich wohl nicht eigens erwähnen.
Sehr viel Energie hat Google auf das Optimieren der Cam-Funktionen verwendet. Der Stachel von Apple saß wohl doch recht tief, als man sich anhören musste, wie viel schneller die Cam beim iPhone auslöst. Dank Zero Shutter Lag soll das nun der Vergangenheit angehören. Autofokus gehört ebenso dazu wie eine Gesichtserkennung und die Möglichkeit, Panorama-Bilder zu erstellen – Video-Aufnahmen im 1080p Standard verstehen sich von selbst. Darüber hinaus könnt ihr mit euren Bildern auch jetzt viel mehr anfangen, bevor ihr sie irgendwem schickt oder ins Netz hochladet. Über diese aufgebohrten Bildbearbeitungs-Möglichkeiten haben wir euch ja schon berichtet.
Der Browser erinnert nun auch mehr an Honeycomb als an Gingerbread – toll dabei: Bookmarks werden automatisch synchronisiert mit anderen Google-Devices, auch mit dem Chrome-Browser auf eurem Rechner. Ihr erhaltet eine Funktion, die euch jede Seite auch offline lesen lässt und die Vorschau der bis zu 16 Tabs fällt nun deutlich größer aus.
Abschließend noch ein richtiges Schmankerl für uns Techies: mit “Beam” hält die NFC-Technologie Einzug in Android-Devices. Das passende Gegenstück vorausgesetzt reicht es jetzt also, lediglich zwei Geräte aneinander zu halten, um Daten, Apps etc auf das jeweils andere Smartphone zu schieben. Berühren sich die Geräte beispielsweise, wenn auf dem einen eine App aktiv ist, wird auf dem anderen Smartphone automatisch der Market mit besagter Anwendung geöffnet.
Unter dem Strich eine Menge Holz. Viel Innovatives, aber auch viel Notwendiges, was sich Google da für uns überlegt hat. Jetzt können neben dem Galaxy Nexus meinetwegen die ganzen Next Generation Smartphones (und auch natürlich die neuen Tablets) anrollen – ich freu mich drauf.
Quelle: Stadt-Bremerhaven






















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