By Sascha
20 Oct, 2011 6:00 pm
So, haben wir uns jetzt alle beruhigt? iOS 5 verdaut und die letzten Reste des Ice Cream Sandwich aus den Mundwinkeln gewischt? Dann koennen wir mal endlich mal ein kleines Fazit ziehen und uns anschauen, was Android 4.0 fuer Google bedeutet, denn das ist nicht ganz ohne.
Waren die 1.x Versionen von Android sowas wie die Saeuglingsphase, dann kam Google mit 2.x in die Grundschule, die es dann mit 3.x verliess, um die erste Fremdsprache (Tablets)zu lernen und schliesslich mit Android 4.0 nun den schwarzen Nagellack rausholt, ordentlich Weltverbesserungs-Musik auflegt und sich endlich um den durchschnittlichen User kuemmert.
Seht her, ihr seid uns wichtig und unsere Plattform liebt euch, denn wir haben ihr nun auf einmal eine Seele eingehaucht, die ihr lieben werdet.
(Bildquelle: This is my next)
Nein, dieses Foto wurde nicht auf dem Kongress der “Zauberpilze kauenden KI-Philosophen” aufgenommen und ich werde auch nicht die fundamentale Frage stellen, ob Roboter von elektrischen Schafen traeumen, dieser Slide stammt tatsaechlich von Google!
Was der Senior Director der Android User Experience Division auffaehrt, verkoerpert das neue Android und insgeheim wollen sie ein bischen so wie Apple sein (was verdammt noch einmal ueberhaupt nicht negativ gemeint ist). Android soll sexy werden, diesen “haben wollen” Faktor bekommen und Matias Duarte gibt dieser Strategie ein Gesicht.
Duarte war nicht nur einer der wichtigen Stuetzpfeiler in der webOS Entwicklung (was sich u.a. auch im neuen Ice Cream Sandwich Taskmanager widerspiegelt), er kickt jetzt 90% Geekyness aus Android raus, zuendet ein paar Kerzen fuer die passende Kuschelatmosphaere an, macht die Tuer auf, packt die ausgestreckte Hand des Users mit seinen beiden Haenden und sagt: “Willkommen”, waehrend er dir dabei in die Augen guckt.
Der Bursche definiert das, was Android gefehlt hat: Emotionen und Waerme!
Versteht mich nicht falsch, Android war auch zuvor schon ein tolles Betriebssystem und ehrlich gesagt liebte ich es, dass es mich nicht zu einem Usability-Zombie a’ la iOS werden liess. Es war flexibel, liess sich nach meinen Wuenschen und Beduerfnissen anpassen und ja, es hatte den Charme nicht ein Betriebssystem von der Stange besitzen zu muessen.
Und jetzt kommt da 4.0 daher und dieser Bill Kaulitz der UI-Designer, der uns erzaehlen will, dass alles ganz anders ist. Sogar (und das zum ersten Mal)ein eigenes Schriftbild wurde in Mountain View ausbaldowert:

Roboto als Font der Mensch-Maschine, als Schnittstelle zwischen Android und User. Verdammt Matias, du hast Android nicht nur neu angepinselt, du hast das halbe Entwicklerteam mal eben auf einen Esoterik-Trip geschickt, denn etwas aehnliches haette ich von Google nicht einmal ansatzweise erwartet.

Enchant me, simplify my life and make me awesome. Diese Mantras zeigen wohin die Reise geht: “It’s all about the User”.
Duarte ist der Kopf der Android gefehlt hat, denn er macht dieses Betriebssystem endlich menschlich, haucht ihm eine Seele ein und verknuepft die Feature-Faeden zu einem Netz der Usability. Natuerlich mit ganz ganz viel Marketing Emo-Blah Blah… aber genau das benoetigte Android auch!
Android 4.0 ist keine Revolution, sondern ein durchdachtes Update und eine vorhersehbare Entwicklung. Es ist aber auch eine Emanzipation von dem klaeglichen “Copycat”-Vorwurf aus Cupertino, denn so selbstbewusst ist noch keine neue Android Version zuvor aufgetreten!













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