By Roland
15 May, 2009 6:10 pm
Dass Intel mit seinen Kunden im Prinzip macht, was der weltgrößte Halbleiterhersteller will, ist ja hinlänglich bekannt. Was Intel-Ober-Honcho Paul Otellini da aber neulich gegenüber US-Journalisten durchblicken ließ, lässt die Frage aufkommen, ob die von der EU jüngst verhängte Strafe in Höhe von sportlichen 1,07 Milliarden Euro nicht doch gerechtfertigt ist. Wie Otellini freimütig zu Protokoll gab, verlangt man von Netbookherstellern, die den Intel Atom zusammen mit Nvidias ION Plattform anbieten wollen, mehr für die CPU als der Chip zusammen mit einem hauseigenen Chipsatz kosten würde. Ein starkes Stück, wie ich finde.
Wer also wissen will, wie Wettbewerbsverzerrung und Marktmachtmissbrauch professionell betrieben werden, sollte vielleicht mal bei Intel vorsprechen. Bisher waren es lediglich Gerüchte, die besagten, dass Intel durch die unfaire Bepreisung des Atom gegenüber Kunden, die nicht die ganze Plattform abnehmen, unter anderem den Erfolg von Nvidias ION ausbremsen will. So meldet zum Beispiel Mark vom LaptopMag, dass mehrere Netbookhersteller unter der Hand bereits von einer derartigen Praxis auf Seiten von Intel berichtet haben. Genau dies sei auch der Grund für ihre “Zurückhaltung” gegenüber Nvidias ION Plattform, bei der ein GeForce 9400M Grafikkern mit einem Nvidia-Chipsatz kombiniert wird.
Unter der Hand war auch zu hören, dass es zwar möglich sei, zunächst den Atom Prozessor und das dazugehörige Chipset von Intel zu erwerben, um dann in einem zweiten Schritt doch die ION-Plattform zu verbauen. Dies ist laut Mark jedoch sowohl zu teuer, als auch zu kostenaufwändig. Nvidia geht seinerseits davon aus, dass ION die Kosten für ein Netbook um rund 50 US-Dollar steigen lässt. Rechnet man jedoch den höheren Preis beim Kauf der Atom-CPUs ohne Chipsatz mit ein, dürften die Kosten noch eine Ecke höher liegen. Intel hält das Ganze natürlich für absolut legitimes Geschäftsgebahren – Nvidia dürfte da allerdings ebenso anderer Meinung sein wie ich und hoffentlich auch die Wettbewerbsbehörden dieser Welt.
Wobei in Sachen Netbook-CPUs bisher ja noch nicht einmal von Wettbewerb die Rede sein kann. Bei den Chipsätzen tut Intel offenbar alles, um auch in diesem Bereich die Konkurrenz klein zu halten und im Gegenzug die eigenen Margen wachsen zu lassen. Ganz toll. Wirklich ganz toll.
[Quelle: LaptopMag]











Pingback: Nvidia wirft Intel unfaire Preise für Atom vor | Netbooknews.de - das Netbook Blog