By Roland
01 Jun, 2009 7:30 pm
Mary Lou Jepsen, Chefin der Firma Pixel Qi, hat ihr neues 3Qi getauftes Display in der letzten Woche erstmals in Aktion gezeigt. Nachdem sie bereits erste Bilder über ihr Weblog veröffentlicht hatte, verriet Jepsen nun gegenüber Journalisten weitere Details zu dem schon fast revolutionären Hybrid-Display. Zur Erinnerung – es gibt drei Betriebsmodi, die jeweils das Beste von herkömmlichen LCDs und E-Paper-Displays verbinden sollen.
Jepsen war beim US-Magazin Time zu Gast und führte das 3Qi-Display in Form eines Prototypen vor, der in einem Acer Aspire One Netbook verbaut ist. Es gibt einen Hardware-Schalter für den Wechsel zwischen den Betriebsmodi. Über ihn kann der Nutzer wählen, in welchem Betriebsmodus die jeweiligen Inhalte ausgegeben werden sollen. Der große Unterschied zu E-Paper-Displays, wie sie von Firmen wie E Ink angeboten werden, ist die Möglichkeit, das Display auch wie ein traditionelles LCD zur Darstellung vieler Farben und von Videos mit 60 fps zu verwenden.
Gerade der E-Paper-Modus hilft, Energie zu sparen. Ist er im Einsatz, wird nur dann Energie verbraucht, wenn der Bildschirminhalt aktualisiert wird, man also zum Beispiel beim Lesen eines E-Books weiterblättert. Im normalen Betrieb verlängert das neue Display die Laufzeit aktueller Netbooks laut Jepsen um rund eine Stunde. Nutzt man das Netbook als E-Book-Reader mit dem entsprechenden Display-Modus, sollen aber bis zu 40 Stunden Laufzeit möglich sein.
Es wird allerdings wohl noch eine Weile dauern, bis wir die Displays wirklich im großen Stil in Netbooks verbaut sehen werden. Nach Angaben von Jepsen muss noch daran gearbeitet werden, sie wirklich günstig herzustellen. Im Augenblick fallen fast 200 US-Dollar Produktionskosten an, womit die 3Qi-Displays fast so teuer sind, wie manches Netbook. Sollte aber ein großer Hersteller die Massenproduktion in Angriff nehmen, dürften die Kosten deutlich sinken. Jepsen zufolge könnten schon im ersten Quartal 2010 die ersten Netbooks mit 3Qi-Display auf den Markt kommen, wenn doch nur ein Hersteller zuschlagen würde.
Das Display könnte seine technischen Vorteile vor allem dann ausspielen, wenn das jeweilige Endgerät ebenfalls zwei Betriebsmodi – Netbook und E-Book-Reader – verknüpfen würde. Will man den E-Book-Modus nutzen, wird der eigentlich Rechner nur dann benötigt, wenn die nächste Seite geöffnet werden muss und braucht daher nicht wie im normalen Betrieb immer mit laufen. Jepsen hatte schon vor einigen Monaten angedeutet, dass sie sich für die Zukunft derartige Systeme wünschen würde, bei denen grundsätzlich nur dann Rechenleistung benötigt wird, wenn der Bildschirminhalt sich ändern soll.
[Quelle: Time Nerdworld via Gizmodo via NetbookChoice]















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