By Roland
10 Jun, 2009 6:13 pm
Was Jobs und seine Jünger können, kann ich schon lange, dachte sich wohl ASUStek Vice Chairman Jonathan Tsang und spuckte deshalb gegenüber der New York Times jüngst große Töne, wie man sie von den sonst so bescheidenen Asiaten kaum erwartet hätte. ASUS will auf lange Sicht Apple in Sachen Innovation und Ansehen übertrumpfen. Na wenn sie sich da mal nicht ein wenig zuviel vorgenommen haben.
Im Gespräch mit der NYT erklärte Tsang nun jedenfalls, dass man irgendwann einmal Produkte anbieten will, die besser sind als Apples. Bisher sei man eher konservativ vorgegangen. Künftig will er daher dafür sorgen, dass die Kunden ASUS “nicht nur als asiatische Firma” verstehen. Bisher hat ASUS zwar keine trendigen Multimedia-Player und ein eigenes Betriebssystem im Angebot, kann aber bereits mit diversen hochwertigen Laptops aufwarten – gern auch in Leder oder Bambus. Außerdem hat man mit dem Eee PC den Erfolg der Netbooks mitbegründet.
Tsang & Co setzen stattdessen vor allem auf Innovationen, um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen. “ASUS gibt Tonnen von Geld für Entwicklung aus, was wenig für weit reichende Marketing-Kampagnen übrig lässt.” “ASUS wird weiter versuchen, mit innovativeren Designs Kunden zu gewinnen, ” sagte er. Problematisch ist laut Tsang aber noch die Umsetzung von guten Produkten in ordentliche Gewinne. Dabei hat er offenbar vor allem Acer im Auge, die mit ihren angeblich weniger innovativen Produkten derzeit noch mehr Erfolg haben.

Acer habe einen besseren Vertrieb und sei den Kunden besser bekannt als ASUS. Dies sei zwar die zu akzeptierende Realität, doch ASUS wolle aber künftig bei neuen Trends die Nase vorn haben. Der Konkurrent Acer könne zwar nach einem halben Jahr jeweils mit ähnlichen Produkten nachziehen, doch ASUS werde dann wieder und wieder mit neuen Entwicklungen nachlegen, hieß es weiter. Da scheint ja jemand Acer wirklich zu mögen. Offensichtlich ist Herr Tsang schon ein wenig gekränkt, dass Acer mit seinen ach so wenig innovativen Produkten mehr verdient.
Tatsächlich ist ASUS bzw. ASUStek schon jetzt einer der wichtigsten Hardware-Hersteller überhaupt. Die von ehemaligen Acer-Mitarbeitern gegründete Firma liefert zum Beispiel den Großteil aller Mainboards – über die ausgegründete Noch-Fertigungs-Tochter Pegatron. Uns als Kunden kann es jedenfalls freuen, wenn ein Anbieter wie ASUS so motiviert ist, wie Tsang es scheinen lässt.
[Quelle: New York Times via X-Bit Labs]










