By Roland
28 Jun, 2009 2:35 pm
Wer ist noch länger in der Luft als Sascha? Richtig, die Stewardessen und Stewards, die für sein Wohl an Bord diverse Flüge sorgen. Da verwundert es auch kaum, dass auch diese Berufsgruppe zu den größten Fürsprechern von Netbooks gehört. Dies erklärt auch, warum die erste kurze Review des Gateway LT3103u Netbooks mit AMD Athlon L110 CPU von einem von Flugbegleitern geführten Reise-Blog kommt. Gadling hat mit etwas Glück den neuen Bruder des großen Acer Aspire One mit der Nicht-Intel-CPU beim US-Händler Best Buy aufgespürt und ist mit dem was geboten wird, einigermaßen zufrieden.
Das Gateway LT3103u ist eines der ersten Netbooks mit einer AMD-CPU, wobei hier nicht etwa der AMD Neo MV-40 zum Einsatz kommt, sondern der einkernige, 64-Bit-fähige AMD Athlon L110 mit 1,2 Gigahertz. Der Tester entschied sich für das Gerät, weil eben keine Intel Atom CPU verbaut ist, deren “schreckliche” Leistung seiner Meinung nach für kaum mehr taugt als einfache Web-Arbeit. Ob der Atlon L110 nun allerdings solch ein Leistungswunder ist, darf dennoch bezweifelt werden. Ingesamt scheint das Gerät gut zu gefallen, auch wenn es weder HDMI, noch Bluetooth, geschweige denn eSATA zu bieten hat.
Natürlich hat auch der Gateway wieder einmal die typische Ladung Bloatware an Bord, wobei der Hersteller hier ausnahmsweise mal nicht Windows XP Home Edition einsetzt, sondern Windows Vista Home Basic. Ob das dann allerdings so viel besser ist, wage ich mal zu bestreiten. Jedenfalls wird der Kunde gleich mal mit Trial-Versionen von Norton Internet Security und Office 2007 sowie diversen mehr oder weniger sinnvollen Tools à la Works, Google Desktop, Gateway Games, Windows Live und Money Essentials. Hierfür hat der Tester aber bereits Abhilfe parat, denn statt Vista soll alsbald Windows 7 in einer 64-Bit-Version installiert werden.
Die Tastutur wird als “gut nicht großartig” eingestuft, auch weil sie sich ein wenig biegt. Das Touchpad ist für “normale Nutzung” ausreichend breit, wobei die beiden gut reagierenden Mausknöpfe unter einem gemeinsamen Balken verborgen sind. Der Zugang zu den Mini-PCIe-Modulen, RAM und Festplatte ist dank mehrerer Klappen problemlos möglich. Ein RAM-Upgrade kann man sich allerdings sparen, schließlich ist ab Wer ein 2-GB-Modul verbaut. Neben dem Steckplatz für das WLAN-Modul bleibt ein weiterer Mini-PCIe-Port frei, der sich zum Beispiel mit einem UMTS-Modul bestücken ließe.
Was die Leistung angeht, so gibt es vorerst wenig zu vermelden. Die Wiedergabe von Filmen jedenfalls klappt recht ordentlich, wohl auch dank der ATI Radeon X1270 Grafikösung. Ein MKV-Video mit einer 720p-Auflösung ließ sich auf dem 11,6-Zoll-Display mit seinen 1366×768 Pixeln problemlos im Vollbildmodus wiedergeben, bei einer 1080p-Datei gleichen Formats gab es allerdings die üblichen Hacker. Bei der Wiedergabe von Videos des Dienstes Hulu in SD-Auflösung über den Internet Explorer konnte der Gateway mit AMD-Herz wiederum einigermaßen überzeugen, wobei es auch hier ab und zu kleinere Hänger gab. Das Ergebnis sei auf jeden Fall besser als beim ASUS Eee PC 1000HE oder dem Lenovo IdeaPad S10, die lediglich mit 10-Zoll-Displays und einer Auflösung von 1024×600 Pixeln daher kommen.
Bei Tests des Flash-basierten Video-Diensts mit dem jüngsten Release Candidate von Firefox 3.5 ließ sich eine noch reibungslosere Wiedergabe erzielen, die aber noch immer nicht ganz Hänger-frei war. Bei HD-Vidos von Hulu tat sich der Gateway LT3103u eben so schwer wie seine Atom-basierten Verwandten und Konkurrenten. Die Wiedergabe sei zwar möglich, das Zusehen mache aber keinen Spass, so das Fazit. Beim Start von Windows Vista Home Basic vergehen inklusive der Bloatware-Armee ganze 53 Sekunden bis der Login-Bildschirm erscheint. Das Herunterfahren dauert den Angaben zufolge 19 Sekunden.
Einige kleine Kritikpunkte sind dennoch auszumachen. An der Vorderseite verbaut Gateway offenbar eine Status-LED für das WLAN, die bei Aktivität auch noch einigermaßen nervend zu blinken beginnt. Kein Wunder also, dass dies dem Tester und machen Nutzern weniger gefallen dürfte. Außerdem soll die Festplatte etwas zu laut sein und mit ständigem Klicken auf sich aufmerksam machen. Links und rechts von der Tastatur sind außerdem zwei kleine Gummistützen angebracht, die normalerweise das Display in zugeklapptem Zustand stützen sollen. Beim Tippen empfand der Tester sie allerdings als reichlich störend.
Ingesamt fällt das Ergebnis des kurzen Tests “überraschend beeindruckend” aus. Die Leistung sei durchaus ausreichend sowie das Display hell und scharf. Vista meldet eine Laufzeit von rund sechs Stunden, was bei dem verwendeten 6-Zellen-Akku allerdings auch zu erwarten ist. Zum Preis von knapp 400 US-Dollar sei das Gerät mit seinen 2 GB RAM, 250 GB Festplatte und dem ordentlich bemessenen Akku ein gutes Angebot. Ein erster Flug müsse nun zeigen, ob der Gateway LT3103u wirklich das schon lange gesuchte Netbook der Träume ist, bisher sei das, was der Hersteller da geschafft hat, aber durchaus beeindruckend.
[Quelle: Gadling]

















Pingback: Review: Packard-Bell Dot M/A | Netbooknews.de - das Netbook Blog
Pingback: Ohne Netbook-CPU kein Wachstum bei AMD | Netbooknews.de - das Netbook Blog