By Casi
06 Jun, 2012 8:00 pm
Wenn mir vor ein paar Jahren jemand erzählt hätte, dass wir ein mobiles Telefon oder sowas wie einen Tablet-Computer bedienen können, in dem wir auf dem Display herumtippen und wischen, hätte ich vermutlich Freudensprünge gemacht, weil “endlich” die Zukunft angefangen hat. Mittlerweile wundert sich natürlich niemand mehr darüber, dass sowas möglich ist, dass mein Handy mich am Gesicht erkennt, mein Fernseher per Geste oder Sprache von mir dazu gebracht werden kann, den Kanal zu wechseln usw.
Es bleiben immer noch genügend Dinge übrig, die darauf warten, unser Leben zu vereinfachen und exakt eins dieser Dinge hat das Unternehmen Tactus in der Mache – indem sie etwas entwickeln, was auf den ersten Blick vielleicht wie ein Schritt zurück wirkt: eine physische Tastatur. Dabei möchten die Jungs uns nun aber nicht bekehren und in die Zeit vor den kapazitiven Touchscreens zurückkatapultieren. Stattdessen schwebt ihnen eine Symbiose von beidem vor, also ein Touchscreen, der die Möglichkeit hat, uns auch physische Tasten zu bieten. Klingt schräg oder unmöglich, sagt ihr? The Verge hat den Prototypen von Tactus bereits vorgeführt bekommen, sage ich dann!
Schaut auf die Bilder – wir haben es in der Tat mit einem absolut flachen Screen zu tun, aus dem dann Tasten hervorplöppen (gibt’s das Wort eigentlich?) und uns das Schreiben erleichtern.
Die Technik ist also da und soll nun vom Prototypen in ein serienreifes Modell übertragen werden, das wissen wir also schon mal. Aber wie zum Henker funktioniert sowas? The Verge hat sich das natürlich erklären lassen: Tactus spricht hier von “microfluidics”, die diesen Zaubertrick vollbringen. Je nach Belieben können im Vorfeld Kammern auf dem sonst glatten Display angeordnet werden, welche die Tasten definieren. Später dann kann in diese Kammern ein Fluid gefüllt werden, die uns besagte physische Tastenstruktur und das Comeback der Haptik beim Schreiben zurückbringt.
Allerdings merkt man der Technologie an, dass sie sich im absoluten Alpha-Stadium befindet, denn Tactus hat noch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen: So kann man lediglich vorher das Tastenbild definieren – wenn der Touchscreen also mit seinen Kammern erst einmal gefertigt ist, dürfen wir – zumindest nach aktuellem Stand der Technik – kein anderes Tastatur-Layout erwarten, beispielsweise wenn wir Games zocken etc. Darüber hinaus gibt die Haptik dieser Fluid-gefüllten Tasten noch nicht wirklich viel her – es gibt also kein wirkliches Feedback und die Tasten lösen bereits aus, wenn ihr sie lediglich leicht berührt. Daran bastelt Tactus aber natürlich noch und ist hier auch guter Dinge – schon Mitte nächsten Jahres wollen die Teufelskerle uns wirklich eine serienreife Tastatur präsentieren – ich drück jetzt schon mal die Daumen, dass es klappt ![]()
Quelle: The Verge


















