By Sascha
12 Jun, 2012 11:00 am
Die Messe ist gelesen, zumindest fuer die globale Anhaengerschaft des Kults aus Cupertino. Der Hohepriester Tim Cook kommt auf der nach oben hin offenen Enthusiasmusskala zwar nicht annaehernd an seinen viel zu frueh verstorbenen Vorgaenger ran (ich muss bei Cooks Auftritten unweigerlich an das Sandmaennchen denken und immer eine halbe Kiste Red Bull griffbereit haben), spult das Programm aber inzwischen mit einer Routine ab, die ihn auf der einen Seite zwar auswechselbar erscheinen laesst, auf der anderen jedoch den Fokus auf die Produkte und Ankuendigungen setzt.
Die neuen MacBooks
Fangen wir mal mit dem erfreulichen Teil des gestrigen Abends an: Apple hat mit dem neuen MacBook Pro nicht mehr und nicht weniger als das zur Zeit beste Notebook vorgestellt. Sorry, aber da kann es keine 2 Meinungen geben, denn die Fruechtchen haben in den 15-incher wirklich alles reingepackt was gut und teuer ist. Mehr geht fast gar nicht (ok, ne schnellere SSD haette ich mir dann vielleicht noch gewuenscht)!
Das Display ist nicht nur ein Hingucker, sondern einfach ein absolutes Gedicht! Seit fast 2 Jahren setze ich nun bereits 13.1-incher mit 1080p-Screens ein und obwohl ich dafuer immer mal wieder mitleidig belaechelt werde, so weiss ich doch die Vorteile zu schaetzen. Je hoeher die Aufloesung ist, um so mehr Moeglichkeiten habe ich auf meinem Desktop Fenster und Applikationen zu arrangieren. Mit dem neuen MacBook Pro setzt Apple hier einen Standard, der von keinem Wettbewerber in min. den naechsten 2 Jahren uebertroffen werden kann. Cupertino hat hier ganz sicher vorgesorgt und die Produktionskapazitaeten dieser Displays auf geraume Zeit komplett aufgekauft.
Alles schoen und gut, ich haette auch umgehend die Kreditkarte gezueckt wenn, ja wenn das MacBook Pro nicht so ein Kawenzmann waere. 15-inch und ueber 2 Kilo? Are you f***ing kidding me? Warum schaufelt ihr dieses geniale Retina Display nicht in ein 13-inch MacBook Air? Wie kann man sich die einmalige Gelegenheit entgehen lassen einen Berufskritiker zu ueberzeugen und auf die dunkle Seite Kaliforniens zu ziehen?
iOS 6 und die neue Maps App
Narkoleptiker aufgepasst, denn jetzt wird es wirklich mal richtig lecker langweilig. Angefangen von der Tatsache, dass die digitale Quaktasche Siri (was eh so ungefaehr niemand mehr nach einer Woche der “Siri, wer ist dein Vater?”-Scharade mehr nutzt)nun auch NHL und MLB Stats anzeigen kann (was uebrigens als Killer-Feature gleich am Anfang der Keynote praesentiert wurde), iOS nun ueber eine Turn by Turn Navigation verfuegt (Willkommen auf dem Stand von Android 1.6!), die von C3 entwickelte neue Map App auch 3D-Modelle drauf hat und das ganze dann als Vektor-Grafik dargestellt werden kann (Willkommen auf dem Stand von Android 2.1), Facetime doch tatsaechlich ueber das Mobilfunknetzwerk funktioniert (aehm, auch das duerfte Skype seit gefuehlten 100 Jahren auf Android schaffen)und ihr eure Fotos direkt aus der Kamera-App auf Facebook veroeffentlichen duerft (richtig, das ist tatsaechlich ein Feature), gab es nicht wirklich viel zu bewundern.
iOS 6 muss wieder einmal “Catch Up” spielen und es scheint, als wuerde Apple nicht nur mehr und mehr den Anschluss an Android verlieren (und damit meine ich noch nicht einmal Ice Cream Sandwich, denn zum groessten Teil wird iOS 6 noch nicht einmal den Stand von Gingerbread erreichen), ja mit dem Release von Windows Phone 8 laufen die Nord-Kalifornier auch noch Gefahr hinter die Konkurrenz aus Redmond zu fallen, wohlgemerkt bezueglich der Features!
Fuer den Apple User moegen all diese Neuerungen ein Segen sein, fuer Android-Anhaenger sind diese bereits seit Jahren Alltag und das zeigt wieder einmal wie sehr das Pendel hier in Richtung Mountain View ausgeschlagen ist.
Und sonst so?
Ich habe es am gestrigen Abend bereits auf Twitter gesagt: Jeder OEM sollte sich diese Keynote anschauen und den Satz: “Shipping today” mal ganz dick und rot im Kalender anstreichen. Apple blubbert nicht nur und kuendigt an, Cupertino liefert und zwar direkt. Das waehrend einer Keynote aufgebaute Momentum wird sofort in harte Dollar umgesetzt, ohne auch nur eine Sekunde zu verschenken. So macht man das und nicht anders!
Apple Kontrolliert die Zulieferer-Kette wie kein andere OEM auf diesem Planeten und hat komplette Produktionen ueber Jahre aufgekauft. Nur so kann man eine Firma derartig erfolgreich fuehren! Wer dafuer verantwortlich ist? Einzig und alleine Tim Cook, denn der hat dies in den letzten Jahren perfektioniert. Reden schwingen kann er nicht, aber handeln und darauf kommt es letztendlich an!
Liebt sie oder hasst sie, Apple ist dennoch ein Innovator und schafft es jedes Jahr erneut der Industrie dringend noetige Impulse zu geben. Wer einmal in den Apfel gebissen hat, der wird das weltweit beste IT-Oekosystem fuer Enduser vorfinden und das setzt nun einmal einen Benchmark fuer alle Wettbewerber. Waehrend Microsoft und seine Hardware-OEMs in der Produktblase hocken, baut Cupertino kategorie-uebergreifende Welten!








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