By Roland
08 Jul, 2009 10:36 pm
Soll mal einer behaupten, es gäbe kaum Netbooks mit VIA-Prozessoren. Der kleine Konkurrent von Intel und AMD liefert tatsächlich für gar nicht mal so wenige Netbooks die CPUs, allerdings sind davon bisher nur wenige in Europa erhältlich – einzig der HP Mini 2133 und der Samsung NC20 sind als damit ausgestatte Geräte etwas bekannter. In China hingegen, sollen diverse Netbooks mit den Rechenkernen der taiwanischen Chipschmiede ausgerüstet werden. Noch kommt meist der nicht wirklich konkurrenzfähige VIA C7-M zum Einsatz, doch nach und nach hält der neue VIA Nano in Kombination mit dem neuen HD-fähigen VIA VX855-Chipsatz Einzug. VIA hat jetzt einen Überblick seiner kleinen Netbook-Armee veröffentlicht, den ich euch natürlich nicht vorenthalten will. Achtung, nach dem Break folgen diverse Beispiele für chinesische Kreativität.
Die Geräte stammen allesamt von VIAs Partnern, die sie im Rahmen des so genannten Global Mobility Bazaar Forums entwickelt haben und vor kurzem vorgestellt haben. Die Geräte sind fast alle im 10-Zoll-Format gehalten und basieren auf VIAs C7-M bzw. dem neuen VIA Nano. Entsprechend Microsofts Vorgaben für die günstigen XP-Lizenzen sind meistens nicht mehr als 1 GB RAM und 160 GB HDD-Kapazität vorhanden. Hinzu kommt die typische weitere Ausstattung mit WLAN, Ethernet, SSD oder HDD und diversen optionalen Modulen wie z.B. UMTS.
Den Anfang macht jetzt mal das Referenz-Design für Netbooks mit dem neuen VIA VX855 Chipsatz, in dem erstaunlicherweise zumindest im Falle des anlässlich des GMB-Forums gezeigten Geräts noch ein VIA C7-M Prozessor verbaut ist. Die Basis kann offenbar sowohl mit 10,x, 11 und auch 12,1-Zoll-Display ausgerüstet werden, wobei wahrscheinlich jeweils der beim gezeigten Modell noch recht dicke Rahmen unterschiedlich breit ausfällt. Als mögliche Auflösungsvarianten nennt VIA die typischen 1024×600 Pixel, aber auch ordentliche 1366×768 Pixel, was wohl nur für die größeren Displays zutrifft. Die Größe der Tastatur scheint ordentlich, zumindest lässt dies die beinahe riesige rechte Shift-Taste vermuten. Das Touchpad wirkt hingegen etwas mikrig und außerdem gibt es nur eine durchgehende Tastenwippe.

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Kandidat Nummer 2 stammt von BTC und hört auf den sperrigen Namen BNB1021, wobei im Innern in diesem Fall alte Technik arbeitet. Es kommen der VIA C7-M mit 1,6 GHz (wie im HP Mini 2133) und der (uralte) VX700 Chipsatz zum Einsatz. Die weitere Ausstattung ist “Standard”. Das Design erinnert kräftig an die Ideen anderer Netbook-Hersteller, wobei das gezeigte Gerät in wunderschönem Rosa auftrat. Das Keyboard reicht mit seinen großen und flachen Tasten fast bis an den Rand des Gehäuses und die Tastenanordnung scheint auch einigermaßen zu stimmen. Das Touchpad gewinnt so wie das gesamte Geräte zwar keinen Design-Preis, ist dafür aber offenbar ausreichend groß dimensioniert und hat einen deutlich spürbaren Rand. Die Platzierung des Power-Buttons wirkt etwas abwegig, war aber wohl wegen des Gehäuse-Designs nicht anders möglich.

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Nummer 3 in meiner Liste ist das Sammu SM-3S, bei dem mir zunächst einmal die Augen schmerzen. Die Kombination aus mattem Plastik am Deckel und Glossy-Rot rund um die flache Tastatur wirkt etwas eigenwillig, dürfte aber dem Wunsch nach einer möglichst großen Vielfalt geschuldet sein. Unter der Haube wirkt die selbe alte Technik wie beim vorangegangenen Modell, es werden also VIA C7-M und alles was dazu gehört verbaut. Die Größe der Maus-Buttons wirkt äußerst großzügig bemessen, sie scheinen sogar etwas breiter zu sein, als das offenbar randlose Touchpad. Die Tüftler von Sammu hatten immerhin die hochgradig kreative Idee, die Status-LEDs ans linke obere Ende ihres Netbooks zu verfrachten. Juhu! Wie beim von Lars und Nicole gezeigten Manli M3 sitzen die Tasten für Home & End an einer etwas seltsamen Position, wobei die rechte Shift-Taste klein und weit weg platziert ist.

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Das Soltech SVN800 gewinnt meinen Sonderpreis in der Kategorie “breitester Rahmen um das Display”, erinnert es doch an die Ränder der 8,9-Zoll-Netbooks, auch wenn ein 10,2-Zoll-Display eingebaut ist. Das sehr schlichte Design sieht durchaus sauber aus, wobei man sich einmal mehr fragt, wer denn bitte für die Touchpad-Ergonomie zuständig war. Eine durchgängige Wippe in Kombination mit einem recht kleinen Touchpad ist definitiv nicht optimal. Vielleicht hat man sich aber auch am chinesischen Markt orientiert, wo meine dicken Europäer-Finger eher selten anzutreffen sein dürften. Das Keyboad wirkt hingegen durchaus brauchbar, hat es doch schön große Shift-Tasten, worunter allerdings die Sonderzeichen und die Pfeiltasten zu leiden haben, weil sie schrumpfen müssen. Der VIA C7-M wird hier mit dem etwas jüngeren VX800-Chipsatz eingesetzt.

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Beim Spreadtone AirOne handelt es sich um den ersten Kandidaten mit VIA Nano CPU und VIA VX855-Chipsatz. Dieser sollte die Wiedergabe von HD-Videos dank Hardware-Beschleunigung ermöglichen, wobei der hier verwendete VIA Nano U1700 mit seinen 1,0 Gigahertz wohl kaum schneller arbeiten dürfte als der alte C7-M mit 1,6 GHz. Beim Design handelt es sich um eine Mischung aus MacBook Air (zumindest lässt der Name dies vermuten) und Acers Gemstone-Design. Hinzu kommt eine Ladung Chrom, darunter auch eine umlaufende Zierleiste. Mit derart viel Bling-Bling will man sich offenbar im oberen Preissegment positionieren. Das Spec-Schild spricht außerdem von “Cellphone Recharging” – was wohl bedeutet, dass das Gerät einen auch im ausgeschalteten Zustand mit Strom versorgten USB-Port hat. Kurios hingegen wirkt das ebenfalls erwähnte “Nachtlicht”, wobei ich mich frage, was das wohl sein soll.

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Sungworld E10202, so heißt der sechste Mitspieler. Hier sind wir dann wieder in der Zeitmaschine unterwegs, die uns direkt mal zum C7-M befördert. Das Gerät ist die graue Maus unter den Beteiligten, wobei der Hersteller hier die Fehler der anderen Kandidaten bündelt. Durchgehende Maustaste, fehlplatzierte Home- und End-Tasten und ein sinnloser und die Space-Taste verkleinernder zweiter Windows-Button, runden das Design-Verbrechen ab. Das Ding ist so unattraktiv, dass mir nichts mehr einfällt. Ach doch, das 10-Zoll-Display hat die bei anderen Mitbewerbern bereits abgeschaffte Auflösung von 1024×576 Pixeln. Toll.

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Das Sunpirit Mini Notebook (mehr Name gibt es nicht) ist so etwas wie der gute Zwilling des oben erwähnten Modells von Sammu. Statt rot, erscheint es in einem hellen Grauton und beherbergt statt des C7-M den neuen VIA Nano in der “1,0+” GHz schnellen Version U1700 in Verbindung mit dem HD-Decoding-fähigen VX855-Chipset. Das 10,1-Zoll-Display bietet satte 1366×768 Bildpunkte, bietet also für gute Augen reichlich Platz auf dem Desktop. Leider verbauen die Chinesen auch hier das unsägliche Keyboard mit den seltsam positionierten Home- und End-Tasten. Dafür gibt es ein schön großes Touchpad mit zwei noch größeren Tasten. Wenn mal noch jemand etwas gegen diese Tastatur tun würde, wär ich ja schon halbwegs zufrieden.

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Für eine zumindest optisch angenehme Abwechslung sorgt das Supercon EV18. Das Gerät unterscheidet sich von der vorgenannten Konkurrenz durch ein recht kantiges Design und ein Chiclet-Keyboard. Unter der Haube ackert hier allerdings wieder der alte C7-M und das Display hat die ungeliebte 576er-Auflösung. Bleiben wir also lieber an der Oberfläche. Hier fallen neben der auf den ersten Blick recht ordentlichen Tastatur die zahlreichen LEDs ins Auge, die an verschiedenen Positionen angebracht sind. Am unteren Rand sind offenbar die Aktivitätsanzeigen platziert, während die Lämpchen für Scroll-, Caps- und Numlock direkt unterhalb der Fn-Taste sitzen. Etwas kurios ist außerdem, dass Supercon offenbar ganze vier Lautsprecher im Gehäuse des EV18 unterbringt. Das versteht man dann wohl unter 4.0 Sound. Das vertikal recht schmale Touchpad wird von den Maus-Buttons in diesem Fall umrandet. Die Enter-Taste ist mir allerdings etwas zu klein.

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Die beiden letzten Kandidaten bedienen sich in Sachen Design mehr oder weniger kräftig beim PC-Marktführer HP und dessen Mini-Note Netbooks. Das WinWard Luffy11′ hat allerdings ein ungewöhnliches Display. Es handelt sich um ein Panel mit 11,1 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 1024x800 Pixeln. Richtig, das ist offenbar ein 4:3-Format (nicht ganz), wobei nicht klar ist, ob es sich hier um einen Tippfehler handelt, schließlich wäre die korrekte XGA-Auflösung 1024×768 und somit ein wenig schmaler. Der große Wermutstropfen folgt aber sogleich, denn das Display spiegelt mächtig. Außerdem nutzt der Hersteller den gewonnenen Platz nicht um zum Beispiel ein größeres Touchpad mit großen Tasten zu verbauen. Stattdessen wikt das Touchpad sehr klein. Immerhin scheint das Keyboard einigermaßen sinnvoll gestaltet und im Innern stecken auch hier der neue VIA Nano U1700 1,0+ und VIAs VX855-Chipsatz.

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Zu guter (oder doch schlechter?) Letzt trat auch noch das ZBJ A300 an. Dessen Hersteller klaut ohne mit der Wimper zu zucken mal eben das Design der jüngeren HP Minis, inklusive der Schiebeschalter am vorderen Rand und “Grill” am Scharnier sowie Maus-Buttons links und rechts vom Touchpad mit Abschaltknopf. Das 10,1-Zoll-Display kommt ohne eine Abdeckung aus, sitzt also nicht abschließend mit dem Deckel. Das stark glänzende Gehäuse beherbergt hier wieder den VIA Nano U1700, wobei auch der 1,6 GHz VIA C7-M als CPU verbaut werden kann – da sind die Copycats von ZBJ flexibel. In jedem Fall ist aber VIAs neuer VX855-Chipsatz mit HDMI-Ausgang verbaut. Die Tastatur wirkt ordentlich gestaltet, wobei hier wiederum an einigen Ecken Platz gespart wird, um die Shift-Taste größer machen zu können.

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So. Jetzt müssten die Dinger es nur noch in den Container schaffen und bei uns landen, wobei so manches der gezeigten Geräte wohl nicht ganz den Ansprüchen vieler westlicher Kunden genügen kann. Dennoch zeigen die VIA-Netbooks vom GMB einmal mehr eindrucksvoll, dass man auch ohne Intel auskommen kann. Wenn man bedenkt, wie verschwindend gering die Zahl der Entwickler bei VIA im Vergleich zum Blauen Riesen oder AMD ist…











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