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Kommentar: Wie die NASA die Olympischen Spiele in London ganz alt aussehen liess

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06 Aug, 2012 12:23 pm

9 Comments

Bin ich eigentlich der Einzige, der sich noch an all den “New Media”-Hype rund um die olympischen Spiele in London erinnern kann? Da wurde von den “ersten Twitter Spielen”, den “Games of the Social Networks” und den “always online Games” gesprochen und ein vermeintlich neues Zeitalter der Berichterstattung angekuendigt. Und was ist daraus geworden? Ein absoluter Witz!

Schauen wir uns mal den offiziellen Youtube-Kanal des IOC an und versuchen dort die letzten 10 Videoclips aufzurufen! Wie, das funktioniert nicht obwohl ihr ja in einem Land lebt, welches in der schicken Liste des Pulldown-Menus gelistet ist? Willkommen im Jahre 2012, dem Zeitalter in dem wir zwar mit fast 3 Milliarden Internet-Usern in Verbindung treten koennen (wohlgemerkt unabhaengig davon wo diese leben), welches uns aber auch zeigt dass sich die traditionellen Medienkanaele und das IOC rein internettechnisch in der Steinzeit befinden.

Jetzt kann man natuerlich behaupten, dass der Youtube-Kanal eine Ausnahme ist und der ganze Rechtekram dem olypmischen Gedanken einen fetten Strich durch die Rechnung macht. Schnickschnack sage ich da und wuerfle den offiziellen Twitter-Account ins Rennen: https://twitter.com/Olympics

1.5 Millionen Follower erhalten da gerade einmal im Schnitt ein Dutzend Updates pro Tag, selbstverstaendlich ohne auch nur ansatzweise mit der Community in Kontakt zu treten bzw. diese zu integrieren. Der Twitter-Content ist nicht nur verdammt langweilig und belanglos, sondern ziemlich duenn gesaet, wenn man bedenkt was da in London jeden Tag abgeht.

Ja aber wir haben doch noch Facebook und da sogar 2 Seiten mit insgesamt fast 5 Millionen Likes. Nun, schaut selbst:

http://www.facebook.com/olympics
http://www.facebook.com/London2012

So schauen also die Online-Spiele aus! Durch ausbaldowerte Uebertragungsrechte und Social Media Anfaenger beschnittener Content. Glueckwuensch IOC und Co, so kann man der Welt auch zeigen was fuer Betonkoepfe in euren Vorstaenden hocken.

Dass es auch anders geht zeigte uebrigens die NASA am heutigen Montag, welche ueber ihre Webseite eine sensationelle Uebertragung der Curiosity Landung auf dem Mars zeigte. Livestreams aus dem Kontrollzentrum in den Staaten, Interviews mit Experten und animierte Einspieler, waehrend daneben ein Twitter-Stream ebenfalls noch einmal alle Updates raushaute. Uebrigens konnte man selbiges auch ueber Ustream verfolgen.

In diesem Sinne ein ganz dickes Dankeschoen an die NASA, die gezeigt hat, dass es auch noch Organisationen da draussen gibt die wirklich alles versuchen um ueber die neuen Content-Distributionskanaele Informationen an die User zu senden. Die olympischen Spiele sehen dagegen zur Zeit wir ein Schuelerzeitungsprojekt aus.

P.S. Ich schaue die olympischen Spiele uebrigens via UK VPN auf der BBC Webseite!

  • http://twitter.com/weltraumpirat Claus not Han Solo

    Das war echt mal eine super Aktion von der Nasa. Bei der Landung konnte jeder live dabei sein und an dem großen Erfolg der Nasa, sowie die Emotionen nach der geglückten Landung, teil haben.
    Man bedenke, die Nasa hat quasi einen Rover mit der Größe eines Kleinwagens auf einem Planeten gelandet, ohne in das Geschehen eingreifen zu können, denn Funksignale brauchen immerhin 14 Minuten zum Mars.
    Dazu noch die super PR Maschine von der Nasa. Einfach klasse!
    Beim Fechten in London ist man nicht mal in der Lage auf elektronischem Wege zu sagen, wo der Treffer genau war, sondern man kann nur sagen, dass getroffen wurde.

  • http://www.netbooknews.de/ Sascha Pallenberg

    Das ist so ziemlich der beste Vergleich den ich zu dem Thema gehoert habe und trifft den Nagel mal sowas von auf den Kopf

  • Christian Ide

    Den vielgelobten New-Media-Hype findet man eher nicht beim IOC, sondern bei der BBC: http://www.bbc.co.uk/sport/0/olympics/2012/

    Die Zeit hatte dazu vor zweit Tagen einen Artikel (der allerdings technisch teilweise etwas uninformiert scheint): http://www.zeit.de/2012/31/Internet-TV-BBC-Olympics/

  • http://www.netbooknews.de/ Sascha Pallenberg

    wie ich im letzten Satz schon sagte, ich habe hier ein UK VPN und gebe mir auch die ganzen Clips nur ueber die BBC Webseite. Die koennen es einfach!

  • Christian Ide

    Oh, richtig, schriebst du ja. Die BBC zeigt auch an vielen anderen Stellen (Dokus z.B.), wie man mit Gebührengeldern (übrigens nur ca. halb so viel wie bei uns) vernünftige Sachen anstellen kann… Aber das ist ein anderes Thema :)

  • http://twitter.com/weltraumpirat Claus not Han Solo

    In Deutschland steht der TV Konsument eher auf RTL Unterhaltung. Und dazu hat man in Deutschland auch nicht nicht verstanden, wie man so gute Serien, wie die von HBO oder BBC, produziert. Währen in Deutschland alles aus einer Hand kommt, gibt es z.B. bei HBO Teams von Autoren, die an einer Serie arbeiten.

  • PPhimself

    Gegen die Übertragung von ARD und ZDF kann man aber auch nichts sagen. Finde die zusätzlichen Livestreams sehr gut und sind meistens sogar extra kommentiert. Konnte bisher alles sehen, was ich auch live sehen wollte. Viel mehr geht meiner Meinung nach nicht.
    Was jetzt bei den offiziellen olympischen Kanälen nicht funktioniert, dazu kann ich nichts sagen. Aber das Erste und Zweite bieten einen hervorragenden Service!

  • http://www.netbooknews.de/ Sascha Pallenberg

    fuer mich leider nicht abrufbar

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