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Apple vs. Samsung: Unfreiwillige Offenheit

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10 Aug, 2012 11:00 am

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Ein Nebeneffekt des Patentprozess in Kalifornien ist die Veröffentlichung von Informationen, die vor allem Apple doch lieber für sich behalten hätte. Neben den verschiedenen Design-Studien und Prototypen zu iPhones und iPads auch ein internes Dokument von Samsung, in denen das eigene Produkt mit dem iPhone verglichen wird. Natürlich versuchen die Anwälte so viele Informationen wie möglich unter Verschluss zu halten, aber erfolgreich sind sie damit nicht immer.

Zu diesen Informationen gehören auch genauere Verkaufszahlen der beiden Unternehmen – zumindest für die USA. Zwar konnte man sich schon anhand der Quartalszahlen jeweils in etwa ausrechnen, wie viele Geräte abgesetzt wurden, aber die Jury braucht natürlich für die Festsetzung eines eventuell der einen oder anderen Seite zu zahlenden Schadenersatzes genaue Zahlen, die jetzt auch öffentlich wurden.

Nach diesen Unterlagen – die aber nur die im Prozess relevanten Modelle umfassen – verkaufte Samsung zwischen Juni 2010 und Juni 2012 in den USA 21,25 Millionen Telefone und nahm damit $7,5 Milliarden ein, dazu kommen 1,4 Millionen Tablets, was $644 Millionen in die Kassen gebracht hat. Dabei schlüsselt Samsung die Zahlen auch sehr genau nach den einzelnen Modellen aus, vom Galaxy SII in den verschiedenen Varianten wurde im angegebenen Zeitraum 4,1 Millionen Geräte in die USA verkauft.

Apple gibt sich hier wieder verschlossener und schlüsselt nur nach iPhone, iPad und iPod touch auf ohne zwischen den verschiedenen Modellen zu unterscheiden. Dafür umfassen die Apple-Zahlen den Zeitraum ab dem Verkaufsstart des ersten iPhone im Jahr 2007. Insgesamt hat Apple demnach über 85 Millionen iPhones, 46 Millionen iPod touch und 34 Millionen iPads verkauft, was jeweils rund $50,7 Milliarden, $10,3 Milliarden und $19,1 Milliarden eingebracht hat.

Wir dürfen im Verlauf des Prozesses sicher weitere Informationen aus beiden Unternehmen erwarten, es gibt hier noch einiges, was beide Seiten gerne geheim halten würden. Dazu gehören neben finanziellen Details natürlich die Sourcecodes, aber auch Verträge mit anderen Firmen. Sogar die Ergebnisse einer eigenen Umfrage unter iPhone und iPad Käufern wollte Apple geheim halten – dies aber erfolglos. Dazu kommen noch Dritte, die jeweils Informationen aus der Öffentlichkeit heraus gehalten haben wollen. Zu diesen gehören Ericsson, Intel, RIM, Nokia und Microsoft. Wir werden sehen, welchen dieser Wünsche nach Geheimhaltung das Gericht folgt und welche Informationen veröffentlicht werden – wenn es nach der Presse geht natürlich am besten alle.

Quelle: AllThingsD

  • Chargeback

    Na eigentlich auch zu Recht. Was geht Wettbewerber denn eine auf eigene Kosten durchgeführte Marktstudie an, insbesondere wenn man den eigenen Kunden zugesichert hat, diese Daten auch nicht auszugsweise keinen Dritten zugänglich zu machen?
    Letztlich wurde durch diese Verfahren doch nur aufgezeigt, dass JEDES Unternehmen ALLES unternimmt, um den eigenen Fortbestand zu sichern und den Ertrag zu steigern – wovon die agierenden Personen auch direkt persönlich profitieren, da ist weder Samsung noch Apple von ausgenommen.
    Anstelle also für das eine oder andere Unternehmen irrgeleiteterweise Position zu beziehen, sollte man erkennen, dass es für den Endverbraucher wahrscheinlich egal ist wie diese Verfahren ausgehen, darum geht es auch nicht.
    Schwarz oder weiss, gut oder böse, das gibt es in diesem Zusammenhang auch nicht. Die Karten werden neu gemischt und der nächste Kandidat wird versuchen eine Marktbeherrschende Position zu erreichen. Keine Frage, dass das stets zu einer Benachteiligung der Verbraucher führt. Gleichberechtigung steht doch im krassen Widerspruch zum freien Markt und schon gar nicht mit Kapitalismus zu vereinbaren.
    Also was soll es? Mal mit Ruhe abwarten was am Ende rauskommt und schauen was dann kommt. Vorteile für mich persönlich sehe ich da aber keine, egal wie diese Verfahren ausgehen werden… ;-)

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