By Roland
20 Jul, 2009 6:23 pm
Nein, AMD liefert keine Netbook-Prozessoren. Zumindest bei den Mini-Desktops der Nettop-Klasse und im Bereich der All-In-One-PCs dürfte die bisherige Abneigung des zweitgrößten CPU-Herstellers der Welt aber bald verflogen sein. Wie AMD jetzt nämlich durchblicken ließ, will man die CPUs der Neo-Serie künftig auch bei derartigen Systemen verbaut sehen. Bei Nettops sollen sie für mehr Leistung als beim Intel Atom sorgen und eine bessere Grafikwiedergabe bieten.
Auch künftig will AMD die Neo-CPUs vor allem bei “Mini-Notebooks” und Notebooks im “Thin and Light”-Design verbauen lassen. Zusätzlich ist man nun jedoch auf der Suche nach Partnern, die die Chips in ihren günstigen Desktops verwenden wollen. Man habe schon lange gewusst, dass Prozessoren wie der Neo in diversen Plattformen und Formfaktoren einsetzbar sind. Noch in diesem Jahr rechnet AMD nun mit All-In-One-PCs und Nettops mit Neo-Prozessor. Der Vorteil gegenüber Geräten mit Intel Atom Basis soll die Möglichkeit zur Wiedergabe hoch aufgelöster Videos und zur Nutzung grafisch anspruchsvoller Spiele sein.
Die CPUs der Neo-Reihe “sind besser als der Atom Prozessor und die Grafik ist besser. Diese Dinger spielen Blu-rays und sie machen Spiele nutzbar”, so Bob Grim, Chef des Client-Marketings bei AMD.

Tatsächlich liegt die Leistungsfähigkeit der Neo-Prozessoren und ihrer dazugehörigen Chipsätze und Grafiklösungen etwas über dem Niveau von Intels Atom und seinen Chipsätzen mit armseliger integrierter Grafik. Viele Hersteller kombinieren daher den Atom-Prozessor schon jetzt mit Nvidias ION-Plattform. Dieser integrierte Chipsatz mit eingebauter Grafik bietet ähnliche Vorteile wie AMDs Neo. Der Intel-Konkurrent könnte sich mit der Lieferung des Neo für Nettops und All-in-One-PCs nebenbei auch noch die Absatzzahlen seiner Low-End-CPUs für Desktop-Systeme vermiesen.
Insgesamt dürfte AMD aber von einem Einstieg in das blühende Geschäft mit Nettops und All-In-One-PCs profitieren. Bisher ist der AMD Neo Prozessor in zwei Varianten mit jeweils einem oder zwei Rechenkernen erhältlich. Die Chips werden ausschließlich im HP Pavilion dv2 verbaut, einem kleinen, dünnen Laptop. Beide arbeiten mit 1,6 GHz und haben 512 KB Level2-Cache pro Kern. Das Problem bei AMDs Prozessoren in diesem Segment ist der im Vergleich recht hohe Stromverbrauch.
Quelle: The Industry Standard










