By Sascha
30 Jul, 2009 8:20 am
Intels Vertriebs- und Marketingleiter Sean Maloney versuchte auf einem Intel Technologie Event das Publikum auf einen Umstand aufmerksam zu machen, der meiner Meinung nach relativ logisch ist und bekannt sein duerfte. Erstkaeufer schnappen sich kein Netbook, vielmehr wird diese Geraeteklasse als Zweit- oder gar Dritt-System eingesetzt. Ist dies wirklich so ueberraschend Sean? Und vor allen Dingen von welchen Maerkten sprichst Du und wie ehrlich ist diese Aussage vor dem Hintergrund, dass ihr bei Intel Netbooks am liebsten gestern statt heute verschwinden lassen wollt?
Wenn wir uns die IT-Maerkte der westlichen Hemisphaere anschauen, dann wurden bereits bis zum Jahre 2006 eine Milliarde Computer verkauft, sprich diese Maerkte sind gesaettigt. Jeder hat einen Rechner und dieser wird wenn, dann hoechstens aufgeruestet bzw. alle paar Jahre gegen ein aktuelleres System ausgetauscht. Intels Aussage bezueglich Netbooks ist somit in etwa aehnlich ueberraschend, wie die Feststellung das Michael Jackson die Graetsche gemacht hat oder wir vor 40 Jahren auf dem Mond gelandet sind. Glueckwunsch!
Richtig interessant wird es aber dann in einem Nebensatz von Sean Maloney, der von chinesischen Kaeufern berichtet, die Netbooks in den Shops links liegen liessen um sich eines der neuen (und von Intel zur Zeit stark promoteten) Ultra-Thin Notebooks zu kaufen. Wo der gute Sean in China unterwegs war, erzaehlt er uns selbstverstaendlich nicht aber ich kann euch zumindest versichern, dass diesen Monat in Taiwan zum ersten Male mehr Netbooks als Notebooks verkauft werden. Jetzt ist Taiwan natuerlich nicht China aber ein kleiner Abstecher nach Shenzhen zeigt und, worauf sich chinesische Hersteller zur Zeit konzentrieren und das sind nun einmal Netbooks.
Das kommt natuerlich bei Intel und bei den ODMs gar nicht mehr so gut an, denn mit Netbooks laesst sich so gut wie gar nichts verdienen. Auch wenn man das Gesetz der grossen Zahl ranzieht und von Millionen Einheiten spricht, Netbooks sind Margen-Killer! Apple, AMD, Intel… alle 3 Hersteller werden nicht muede uns auf die Nachteile von Netbooks hinzuweisen, aber warum?
- Intel rockt den Markt zur Zeit mit dem Atom Monopol, will aber lieber CULV Systeme verkaufen
- AMD hat einfach keine passende CPU zur Verfuegung und wird erst 2010 einsteigen
- Apple kann es sich nicht leisten in den “Lowbudget market” Preiskampf reingezogen werden, was durchaus das Markenbewusstsein der potentiellen Kunden beeintraechtigen koennte.
Netbooks haben die komplette PC-Welt veraendert und sie werden in den naechsten Jahren auch die Businessmodelle dieser Firmen aendern. Die Plattform, das System werden nicht mehr die Haupteinnahmequelle sein, sondern Mittel zum Zweck. Die Businessmodelle der Zukunft liegen in der Cloud und dies koennen sowohl Services, als auch Inhalte sein. All die oben genannten Firmen arbeiten mit Hochdruck an entsprechenden Infrastrukturen, werden sich aber hueten bis dahin ihren traditionellen Weg zu verlassen und ihre Milchkuehe, die ihnen ueber Jahre fette Gewinner bescherten, ins Schlachthaus zu schicken.
Lasst euch also nichts vormachen, diese Aussagen sind hanebuechen und vorhersehbar. Genauso vorhersehbar ist es uebrigens, das Netbooks in diesem Jahre alle Rekorde brechen werden. Bis zu 35 Millionen Systeme werden weltweit abgesetzt und wenn dann ab 2010 noch die Smartbooks mit dazu kommen, Chrome OS veroeffentlicht wird und die UMTS-Flatraes noch guenstiger werden…. merkt ihr wohin der Zug faehrt?
via Engadget










