By Roland
03 Sep, 2009 6:16 pm
Qualcomm hat offenbar durchaus Lust auf ein wenig rechtliche Geplänkel. Im Streit um die Verwendung des Begriffs “Smartbook” als Bezeichnung für die von dem Unternehmen und seinen Partnern angekündigte neue Kategorie von “Mini-Computern” irgendwo zwischen Smartphone und Netbook hat der Chiphersteller nun reagiert. Geht des nach den Amerikanern ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Warum? Ganz einfach: Für sie ist das Wort wie schon im Fall der Netbooks ein “generischer Begriff“, der lediglich eine Produktkategorie beschreiben, aber eben kein Markenname sein kann.
Das wird die ebenso kampfeslustige Smartbook AG wenig freuen, schließlich beansprucht sie ganz unverhohlen die Verwendung im Bereich der Computer für sich. Qualcomm behauptet seinerseits nun, dass man nie versucht habe, sich den Begriff anzueignen. Stattdessen sei er als allgemeine Bezeichnung zu verwenden, wie es eben bei “Laptop” oder “Netbook” ebenfalls der Fall ist. Einen Haken hat die Argumentation aber – es gab vorher nur wenige/keine Unternehmen, die das Wort als Bezeichnung für ARM-basierte Netbooks verwendet haben. Erst als Qualcomm begann, seine auf dem Snapdragon-Prozessor basierenden neuen Mini-Rechner so zu bezeichnen, kam das Wort dafür in Mode.
Andererseits gibt es diverse andere Firmen, die das Wort “Smartbook” als Markennamen für Produkte verwenden, die nicht den Bereich der Computer fallen. Qualcomm gab weiter an, dass die in Deutschland ausgesprochene Unterlassungsverfügung noch nicht endgültig ist. Schließlich hat Qualcomm noch die Möglichkeit, sich gegenüber dem Gericht zu äußern. Auf lange Sicht dürfte die Smartbook AG ohnehin das Problem haben, dass man sich nach einem anderen Namen umsehen muss. Man könnte zwar weiter die Freiheit der Presse einschränken und Unterlassungsaufforderungen verschicken, doch da die Zeichenfolge “Smartbook” international ohnehin bald zum Inbegriff für die Qualcomm-Geräte werden dürfte, würde die deutsche Marke dabei ohnehin untergehen.
Wer übrigens ein kleines Deja vú hat, was das Wort Smartbook in Verbindung mit Netbooks angeht, liegt da durchaus richtig. Es gab beim deutschen Discounter Plus vor einiger Zeit mal einen MSI Wind-Klon namens “Smartbook Zen iD” zu erwerben.
Quelle: Smartbook-Reviews.com via Liliputing













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Nicht nur das: Qualcomm dürfte auch einen “längeren Atem” haben, als irgendein dahergelaufener Gutscheindrücker…
Die wollen einen Vergleich. Genug Kohle ham se ja in der Portokasse.
Gutes Qualcomm, macht diese Deppen fertig
@Mali
Qualcomm kann die Smartbook AG ungefaehr mit dem monatlichen Zinseszins der Portokasse aufkaufen. Und mal ganz ehrlich, da spekulieren die doch drauf!
Ausserhalb von Messen oder Ausstellungsräumen von [Qualcomm,Freescale,...] gibt es überhaupt keine “Smartbooks”.
Ich finde es witzig Bezeichnungen von etwas (für die allermeisten) nicht existierendem als Thema zu machen…
@Sascha
Da hast Du wohl recht.
Doch, gibt es. Ich habe ein “Issam Smartbook” mit defektem Display vor Jahren mal von einem Bekannten bekommen. Ist aber auch das einzigste was ich je in freier Wildbahn gesehen habe.
Go Qualcomm!!!!
Also,
das ist schon ein bisschen verwunderlich:
Scheinbar ist die Smartbook AG Rechtsnachfolgerin der Issam GmbH, welche durch qualitativ sehr schlechte Notebooks bekannt geworden war und unter anderem als Billigmarke bei Atelco vertrieben worden ist.
Laut Pressemitteilung der Smartbook AG wurden alle Webseiten, die Zugang zu Inhalten mit Smartbook titulierter Produkte enthielten, für deutsche IP-Adressen gesperrt.
Selbst die Firmeneigene Website (www.smartbook.de) ist nicht erreichbar