By Roland
06 Sep, 2009 1:25 pm
In Halle 26 sind auf der IFA die Produkte zahlreicher kleinerer Hersteller aus Hong Kong, den chinesischen Freihandelszonen, Korea und einigen anderen fernöstlichen Ländern zu sehen. Leider sind sie damit außerhalb des Blickfelds der meisten Besucher der Messe, befindet sich diese Halle doch weit ab vom Schuss. Hat man den Weg aber gefunden, erhält man einen guten Überblick dessen, was da in Asien derzeit den Netbook-Markt bestimmt. Neben diversen Varianten des S30 gibt es auch einige Kuriositäten zu sehen. Eine davon möchte ich hier vorstellen – es handelt sich um den so genannten MENQ EasyPC E102, ein Netbook mit 10-Zoll-Display, 1,2 oder 1,6 Gigahertz schneller RISC-CPU und angeblich Windows XP.
Auf den ersten Blick erinnert das Design des MENQ EasyPC E102 durchaus an HPs Mini-Notes, was unter anderem am Grill am Display-Scharnier, den abgerundeten Ecken und der Anordnung der Maus-Buttons liegt. Schaut man genauer hin, schwinden auch die Ähnlichkeiten, denn der chinesische Hersteller kann dank der verwendeten RISC-Prozessoren eine sehr flache Bauform realisieren. Gerade die CPUs sind es, die den größten Unterschied zu dem ausmachen, was wir so von den zahllosen Standard-Netbooks mit Intel-Chips kennen. Welcher Chip da nun genau zum Einsatz kommt, war nicht zu erfahren und die Systeminformationen der verwendeten XP-Variante verraten nur, dass es sich eben um einen nicht x86-kompatiblen RISC-Prozessor handelt. Derartige Chips kommen normalerweise eher in Embedded-Systemen zum Einsatz.
Dies sorgt allerdings dafür, dass die Zahl der verfügbaren Anwendungen eher gering ausfallen dürfte, auch wenn MENQ eine RISC-kompatible Variante von Windows XP einsetzt. Angeblich kann der EasyPC E102 immerhin Flash-Inhalte wiedergeben, wie MENQ anhand von YouTube-Videos beweisen will. Die weitere Ausstattung klingt da schon wesentlich vertrauter. Das 10,2-Zoll-Display löst mit 1024×600 Pixeln auf und es sind zwischen 256 MB und 1 GB Arbeitsspeicher möglich. Bei den Festplatten ist man flexibel und bietet sowohl Konfigurationen mit SSDs ab 4 GB Kapazität oder mit normalen HDDs ab 160 Gigabyte an. Hinzu kommen eine 1,3-MP-Webcam, 3 USB-2.0-Ports, WLAN, Ethernet, Audio-In/-Out, S/PDIF-Ausgang und ein 3-in-1-Kartenleser.
MENQ gibt in Verbindung mit dem dreizelligen Akku eine Laufzeit von rund 4 Stunden an. Das MENQ EasyPC E102 Netbook kann von Händlern zum Preis von rund 160 US-Dollar bei Abnahme von 1000 Stück geordert werden. Angeblich hat der Hersteller bereits einige Abnehmer in den USA an der Hand, was angesichts der enttäuschenden Qualität der Ausstellungsgeräte eher überrascht. Das gezeigte Modell hatte bereits heftig gelitten, was allerdings auch an der Verwendung als Ausstellungsgerät liegen könnte. Mit einem Linux könnte das MENQ EasyPC E102 durchaus eine interessante Alternative zur großen Masse der Intel-Netbooks darstellen.
PS: Wie in den Kommentaren nachzulesen ist, gibt es einige Ungereimtheiten bezüglich dieses Geräts, da es keine RISC-kompatible Variante von Windows XP gibt… wir werden das so bald wie möglich noch einmal prüfen.


















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Seit wann gibt es denn RISC-kompatible Versionen von XP Home? Oder ist das eher Windows Mobile als XP-Fake?
Genau das frage ich mich. Google Suche nach einer Risc-kompatiblen Version von XP hat kein Ergebnis gebracht. Von Windows NT gab’s noch so eine Version, aber seitdem eigentlich nicht mehr. Also was ist das jetzt für ein OS?
sascha wollte da heute noch mal hin und ein hands-on machen. sollte daraus nichts werden, schau ich morgen selber nochmal nach. ihr habt durchaus recht, irgendetwas stimmt da nicht. vielleicht haben sie auch bloss was zurecht gefaked… der menq-mensch am stand hat mir aber auf mehrfache nachfrage versichert, dass es ich um ein xp und eine risc-cpu handelt. ich kannte eine solche kombination zuvor auch nicht.
Falls das kein Fake ist dann fällt mir eigentlich nur die Möglichkeit ein, dass es sich um eine chinesische Loongson/Godson-CPU handelt. Eine RISC-CPU, deren neuere Versionen auch mit x86 umgehen können.
Ein paar Artikel zur CPU:
http://www.heise.de/newsticker/Hot-Chips-Drachen-CPU-die-Dritte–/meldung/114940
http://www.custompc.co.uk/news/604812/chinese-to-release-x86-compatible-cpu-in-2009.html
http://www2.computer.org/portal/web/csdl/doi/10.1109/MM.2009.30
RISC = Reduced Instruction Set Computer
CISC = Complex Instruction Set Computer
Vor ca. 20 Jahren gab es nur CISC CPUs. Bei diesen ist ein Pipelining aufgrund der unterschiedlichen Befehlslänge allerdings fast unmöglich. Die x86 Architektur ist eigentlich eine sehr betagte CISC Architektur. Nur durch eine interne Umwandlung in RISC Befehle kann sie heute noch in einem P4 oder Athlon etc. funktionieren. Die Assembler-Programmierung eines CISC Prozessors ist normalerweise auch einfacher, da man mehr Befehle zur Verfügung hat. Genauere Infos zu CPUs etc. gibts hier http://arstechnica.com/
quelle: http://forum.chip.de/cpu-board-speicher/risk-cpu-293589.html
beispiele wären Transmeta (Crusoe) oder VIA C3, die schon früher in stromspar subnotebooks verwnedet wurden. alle win xp kompatibel.
ich wollte damals immer nen Acorn Archimedes mit der RISC cpu haben. In England wurde der auch ganz gut verkauft.
Ja, der Acorn Archimedes… war glaub ich der erste Computer mit einer ARM-CPU. Nur wenige denken beim Namen “ARM” noch daran dass die Abkürzung ursprünglich für “Acorn RISC Machine” stand und ihren Ursprung in Homepcomputern der 80er-Jahre hat…
@animatio
Auf dem Transmeta dürfte so ziemlich jedes Betriebssystem laufen, da dieses nur auf eine Softwareschicht zugreift die die entsprechenden Befehle umwandelt d.h. der Prozessor wird dem Betriebssystem nur vorgegaukelt.
ich wuerde ganz stark auf eine transmeta cpu tippen. oder sonst irgendwas mit jit emulation vom x86 befehlssatz. ein paar benchmarks waeren wohl interessant.